04.03.2008 18:02
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DAX Schluss: Sehr schwach nach negativen US-Vorgaben, Bayer und TUI im Blick

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag erneut unter die Räder gekommen. Belastet von Spekulationen um eine Ausweitung der Kreditkrise und schwachen Vorgaben der Wall Street verlor der DAX nach einem positiven Auftakt letztendlich 2,17 Prozent auf 6.545,04 Zähler. Beim MDAX war ein Minus von 1,98 Prozent auf 8.855,89 Punkte auszumachen.

Anteilsscheine von Bayer fielen mit einem Abschlag von 5,8 Prozent aus dem Rahmen. Wie gestern Abend bekannt wurde, hat ein US-Gericht ein Patent der Konzerntochter Bayer Schering für das Verhütungsmittel "Yasmin" im Patentrechtsstreit mit dem amerikanischen Generika-Hersteller Barr für ungültig erklärt. Für die Aktie von Infineon ging es um 5,2 Prozent nach unten. Der amerikanische Chip-Konzern Intel hat am Vorabend seine Margenprognose für das erste Quartal 2008 gesenkt. Heftige Verluste häuften außerdem Continental, die Commerzbank und die Deutsche Börse an.

Im Automobilsektor gaben Volkswagen 0,7 Prozent ab. Daimler und BMW standen noch deutlicher unter Druck. Alle drei haben am Vorabend die US-Absatzzahlen für den Monat Februar auf den Tisch gelegt. Gegen den Sektor sprachen vor allem der starke Euro und der hohe Ölpreis. An der Indexspitze fanden sich TUI mit +4,4 Prozent. Der Touristikkonzern konnte den Umsatz für die fortzuführenden Bereiche im abgelaufenen Fiskaljahr um rund 7 Prozent steigern. Das bereinigte EBITA legte überproportional zu. Insgesamt konnten die vorgelegten Zahlen durchaus überzeugen.

Im MDAX verloren Papiere von ProSiebenSat.1 nach einem positiven Auftakt 6,4 Prozent. Die Fernsehsendergruppe hat auf Basis vorläufiger Zahlen im Geschäftsjahr 2007 einen Anstieg bei Umsatz und EBITDA verzeichnet. Belastet von Gewinnmitnahmen gaben EADS über 4 Prozent ab. Titel der IKB knickten nach der starken Vortagesentwicklung um gut 9 Prozent ein. GILDEMEISTER gewannen nach einem weiteren Solarauftrag als Spitzenreiter 4,9 Prozent.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.545,04 (-2,17 Prozent)

MDAX: 8.855,89 (-1,98 Prozent)

Tagesgewinner: TUI

Tagesverlierer: Continental, Bayer, Infineon

Unternehmensnachrichten:

Der Touristikkonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) hat heute die vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt. Demnach verbesserte sich der Umsatz für die fortzuführenden Bereiche des Konzerns um rund 7 Prozent. Das bereinigte Ergebnis der fortzuführenden Bereiche (bereinigtes EBITA) konnte den Angaben zufolge überproportional um 47 Prozent verbessert werden.

Die Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) gab am Montag nach US-Börsenschluss bekannt, dass der US-District Court für den District of New Jersey das Patent 531 der Konzerntochter Bayer Schering Pharma AG für das orale Kontrazeptivum Yasmin im Patentrechtsstreit mit dem amerikanischen Generika-Hersteller Barr Pharmaceuticals Inc. (ISIN US0683061099/ WKN 873170) für ungültig erklärt hat. Bayer hält den Angaben zufolge diese Entscheidung für falsch und wird diesbezüglich weitere rechtliche Schritte prüfen. Bayer hat nunmehr das Renditeziel für die Pharmasparte geringfügig angepasst und plant, die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen für Bayer HealthCare von 25,6 Prozent im Jahr 2007 in Richtung 27 Prozent im Jahr 2008 zu verbessern. Die Zielmarge von rund 28 Prozent im Jahr 2009 bleibt dagegen unverändert.

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) gab am Montag die Handelszahlen für Februar 2008 bekannt. Demnach wurden auf Xetra und dem Parkett der Börse Frankfurt laut Orderbuchstatistik 217 Mrd. Euro umgesetzt und damit 3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. An der internationalen Terminbörse Eurex wurden im Februar mehr als 179 Millionen Kontrakte gehandelt, ein Anstieg von 32 Prozent gegenüber Februar 2007.

Die Volkswagen of America Inc., die US-Tochter der Wolfsburger Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), veröffentlichte am Montag US-Absatzzahlen für den Monat Februar 2008. Dabei stieg die Zahl der verkauften Autos bei Volkswagen im Berichtsmonat um 1,2 Prozent. Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) musste im Februar in den USA einen leichten Absatzrückgang ausweisen. Wie der Automobilhersteller am Montag erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 1,8 Prozent weniger Fahrzeuge der Marken BMW und MINI in den USA abgesetzt. Auch der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) gab die Absatzzahlen ihrer US-Tochter Mercedes-Benz USA für den Monat Februar 2008 bekannt. Demnach verbuchte der Automobilkonzern im Berichtsmonat einen Absatzsprung um 7,3 Prozent.

Der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) hat auf Basis vorläufiger Zahlen im Geschäftsjahr 2007 einen Anstieg bei Umsatz und EBITDA verzeichnet. Wie die Fernsehsendergruppe heute mitteilte, wuchs der Konzernumsatz um 29,0 Prozent. Dieser Umsatzsprung resultiert aus der erstmaligen Konsolidierung der SBS Broadcasting Group, die ProSiebenSat.1 im Juli 2007 erworben hat, sowie aus dem Zuwachs im internationalen Geschäft und dem organischem Wachstum im deutschsprachigen Raum. Das um einmalige Sondereinflüsse bereinigte EBITDA (recurring EBITDA) kletterte um 36,3 Prozent. Der positive Erstkonsolidierungseffekt wurde allerdings durch ein Bußgeld des deutschen Kartellamtes teilweise wieder aufgehoben. Unter Berücksichtigung dieser Einmalaufwendungen in Höhe von 120,0 Mio. Euro und weiterer einmaliger Sondereffekte ergab sich ein Anstieg des EBITDA um 8,0 Prozent.

Der Maschinenbaukonzern GILDEMEISTER AG (ISIN DE0005878003/ WKN 587800) hat erneut einen Großauftrag für seine Solarsparte an Land gezogen. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die a+f GmbH mit Sitz in Würzburg aus Spanien mit der Lieferung von 216 "SunCarrier" in die Region Extremadura beauftragt. Der Gesamtauftragswert wurde auf 49,9 Mio. Euro beziffert. (04.03.2008/ac/n/m)

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