03.07.2008 17:59
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DAX Schluss: Starker Ausklang nach positiven US-Vorgaben, HRE unter Druck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem äußerst schwachen Auftakt hat der DAX am Nachmittag den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Letztendlich verfestigte sich das Aktienbarometer um 0,77 Prozent auf 6.353,74 Indexpunkte. Für den MDAX lief es weniger rund, hier ging es um 0,77 Prozent nach unten auf 8.497,94 Zähler. Die am Nachmittag in den USA vorgestellten Arbeitsmarktdaten fielen wie erwartet schwach aus, größere Negativüberraschungen waren dabei allerdings nicht zu beklagen. Die Wall Street lag zum Xetra-Schluss dann auch im Plus. Die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben, war so bereits im Vorfeld erwartet worden und hatte daher keine nennenswerten Auswirkungen auf den Handel.

An der DAX-Spitze standen FMC mit +3,8 Prozent sowie die Deutsche Börse mit +4,1 Prozent. Finanzwerte waren ebenfalls gesucht. So zogen die Commerzbank um 3,2 Prozent, die Allianz um 2,1 Prozent und die Deutsche Bank um 2,4 Prozent an. Letztere haben sich für 709 Mio. Euro die Commercial Banking-Aktivitäten in den Niederlanden von ABN AMRO gesichert. Weitere Gewinner waren mitunter Siemens, SAP und die Deutsche Telekom.

Der Energieversorger RWE kündigte heute milliardenschwere Investitionen in sein deutsches Stromnetz an. Die Meldung hatte aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Aktie, letztendlich ging es hier um ein halbes Prozent nach unten. Bayer schlossen dagegen etwas fester, nachdem der Konzern in den USA und Kanada die Marktzulassung für das Insektizid Movento erhalten hat.

Titel der HRE fielen um 4,8 Prozent zurück. Der Immobilienfinanzierer konnte eigenen Angaben zufolge im zweiten Quartal trotz der anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten einen Gewinn erwirtschaften. Allerdings hat die Ratingagentur S&P unter anderem die Counterparty Credit Ratings zurückgenommen. Mit im unteren Indexdrittel fanden sich auch Continental, Merck und Infineon.

Im MDAX war dagegen rot ebenfalls die bestimmende Farbe. Das Schlusslicht bildeten K+S mit -6,3 Prozent. Premiere gingen mit -5,9 Prozent aus der Sitzung. Hier belastete ein Pressebericht, demzufolge das Bundeskartellamt verhindern will, dass Fernsehberichte über die Fußball-Bundesliga in Zukunft zum Großteil nur noch im Bezahlfernsehen zu sehen sind. Im SDAX gewannen Titel der IKB hingegen mehr als 4 Prozent. Der Verlust der Mittelstandsbank fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr geringer aus als befürchtet.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.353,74 (+0,77 Prozent)

MDAX: 8.497,94 (-0,77 Prozent)

Tagesgewinner: Deutsche Börse, FMC, Commerzbank

Tagesverlierer: HRE, Merck, Continental

Unternehmensnachrichten:

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat Spekulationen zurückgewiesen, dass sich die Regierung für einen Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) an eine deutsche Bank einsetzt. "Es wird keinen politischen Preis für eine nationale Lösung geben", sagte Steinbrück im Interview mit dem "Handelsblatt". Dabei betonte der Politiker, dass es einen fairen Bieterwettbewerb geben werde. Der Bund, der über die Förderbank KfW indirekt Großaktionär der Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) ist, habe bei dem Verkauf ein wichtiges Mitspracherecht. Der Staat besitzt ein Vetorecht, an wen die Postbank veräußert wird. Dieses Recht laufe Anfang 2009 aus.

Die Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) hat die Marktzulassung für das Insektizid Movento in den USA und Kanada erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wird das neue Insektizid mit dem Wirkstoff Spirotetramat international unter der Marke Movento vermarktet. Das mittelfristige Umsatzpotential von Movento wurde auf rund 200 Mio. Euro pro Jahr beziffert. In den Jahren 2008 und 2009 sind weitere Markteinführungen in Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Australien, Neuseeland, Türkei, Afrika, den Niederlanden und Österreich geplant.

Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) plant milliardenschwere Investitionen in sein deutsches Stromnetz. Wie der Konzern heute im Rahmen einer Presseerklärung bekannt gab, hat die RWE Transportnetz Strom GmbH mit einem Investitionsplan über 2,2 Mrd. Euro den Startschuss für den weiträumigen Ausbau des Übertragungsnetzes gegeben. Im Rahmen des der Bundesnetzagentur übergebenen Investitionsplans sind alle Projekte genannt, die bis 2010 begonnen werden sollen. Zusätzlich will RWE TSO Strom rund 1 Mrd. Euro in die Erneuerung des bestehenden Netzes investieren. Diese Projekte sind nicht im Investitionsplan enthalten, teilte RWE weiter mit.

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) gab am Mittwoch bekannt, dass sie im Rahmen der ABN AMRO-Übernahme die Commercial Banking-Aktivitäten in den Niederlanden übernimmt. Wie aus der gemeinsamen Mitteilung mit dem ABN AMRO-Miteigentümer, dem belgisch-niederländischen Finanzdienstleister Fortis S.A. (ISIN BE0003801181/ WKN 982570), hervorgeht, wird die Deutsche Bank 709 Mio. Euro in bar für die übernommenen Aktivitäten bezahlen. Die Übernahme steht dabei im Zusammenhang mit den von der EU-Kommission gemachten Vorgaben für die Übernahme von ABN AMRO. Von der Übernahme sind rund 35.000 Geschäftskunden und 8.000 Privatkunden sowie 1.400 Mitarbeiter betroffen.

Die Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) konnte auch im zweiten Quartal trotz der anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten einen Gewinn erwirtschaften. Für den weiteren Verlauf erwartet der Hypothekenanbieter trotz der vorgenommenen Senkung einiger Ratings durch die Agentur Standard & Poor's (S&P) einen weiterhin stabilen Geschäftsverlauf. Wie die HRE weiter ausführte, hat sie die schweren Turbulenzen im Finanzsektor und an den Kapitalmärkten bereits in den vergangenen Monaten zum Anlass genommen, Risikopositionen in ihren Portfolios abzubauen. Auch im zweiten Quartal habe man die diese konservative Risikopolitik erfolgreich umgesetzt, wobei es der HRE gelungen sei, trotz des weltweit schwierigen Bankenumfelds profitabel zu arbeiten.

Die zum Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) gehörende australische Tochter Leighton Holdings Ltd. (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) hat drei weitere Großaufträge erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wird Leighton Contractors in einer Arbeitsgemeinschaft Straßen in Auckland, Neuseeland, instand halten. Außerdem wurde die Leighton-Tochtergesellschaft John Holland zum Generalunternehmer für Sanierungs- und Infrastrukturarbeiten am Luftwaffenstützpunkt in Pearce, Westaustralien, ernannt. Die Al Habtoor Leighton Group errichtet bis 2010 die Hotel- und Apartment-Türme Olgana und Hilliana in Dubai. Die Al Habtoor Leighton Group ist eine 45-Prozent-Beteiligung der HOCHTIEF-Tochter Leighton. Das Gesamtvolumen der drei Aufträge beläuft sich auf 340 Mio. Euro.

Die Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) meldete heute, dass ihr Vorstand die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007/08 für den IKB-Konzern (nach IFRS) erstellt und den Jahresabschluss 2007/08 für die IKB AG (nach HGB) aufgestellt hat. Den Angaben zufolge belief sich der Jahresverlust (nach Steuern) im Konzern auf 24 Mio. Euro. Die positive Differenz zu dem vom Vorstand Ende April angekündigten Jahresverlust von 0,2 Mrd. Euro erklärt sich aus deutlich geringeren latenten Steuern als ursprünglich erwartet, hieß es. Die AG weist einen Jahresfehlbetrag von 1,76 Mrd. Euro vor Verlusttragung der Genusscheine und stillen Einlagen auf. (03.07.2008/ac/n/m)

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