16.07.2008 13:00
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DAX am Mittag: 6.000er Marke kurzzeitig durchbrochen, Finanzwerte erneut unter Druck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im Vorfeld zahlreicher US-Konjunkturdaten halten sich die deutschen Marktteilnehmer mit Engagements spürbar zurück. Nach einem positiven Auftakt verliert der DAX aktuell 0,90 Prozent auf 6.027,04 Indexpunkte. Kurzzeitig notierte das Aktienbarometer bereits unter der 6.000er Marke. Gleichzeitig büßt der MDAX 0,85 Prozent ein auf 8.076,72 Zähler.

Papiere von Infineon sacken nach anfänglichen Gewinnen um 0,5 Prozent ab, obwohl der weltgrößte Chip-Hersteller Intel gestern nach US-Börsenschluss unerwartet gute Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht hat. Dabei konnte der Konzern Gewinn und Umsatz deutlich steigern und die Erwartungen schlagen. Noch deutlich härter trifft es einmal mehr den gesamten Finanzsektor. Am Indexende knicken Titel der Deutschen Postbank um gut 6 Prozent ein. Daneben rutschen die Commerzbank um 5,5 Prozent, die HRE um 5 Prozent und die Allianz um 5,8 Prozent ab. Titel der Deutschen Bank büßen gut 4 Prozent ein.

An der DAX-Spitze liegen SAP mit +1,6 Prozent. Wie der Konzern mitteilte, hat sich die Zahl der Nutzer von "SAP Business One" innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Fester präsentieren sich außerdem RWE, adidas und Volkswagen. Nach der fulminanten Entwicklung der vergangenen Tage scheint bei Continental (+0,8 Prozent) vorläufig Ruhe eingekehrt zu sein. Zuvor hat der Automobilzulieferer das gestern vorgelegte Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe als zu niedrig abgelehnt. Papiere von Merck pendeln trotz positiver Unternehmensmeldungen, wonach der Pharmakonzern die Zulassung für das Krebsmedikament Erbitux in Japan erhalten hat, um den gestrigen Schlusskurs.

Im MDAX stechen Arcandor mit +8,4 Prozent aus der Masse hervor. Mit im oberen Indexdrittel finden sich außerdem Salzgitter und Rheinmetall. Am Indexende verlieren Symrise mehr als 6 Prozent.

Unternehmensmeldungen:

Der Automobilzulieferer Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) hat das am Vorabend von der Schaeffler-Gruppe angekündigte Übernahmeangebot abgelehnt. Der Vorstand des Automobilzulieferers bezeichnete die Offerte der Schaeffler-Gruppe als "in hohem Maße opportunistisch", wobei das Angebot den wahren Wert von Continental nicht annähernd wider spiegele. Außerdem schaffe das Übernahmeangebot nach Aussage von Continental kein Vertrauen und entbehre einer überzeugenden industriellen Logik. Am Vorabend hatte das Familienunternehmen ein Übernahmeangebot in Höhe von 69,37 Euro je Continental-Aktie angekündigt. Nach Auffassung von Continental habe sich die Schaeffler-Gruppe mit Hilfe von Banken und Derivate-Positionen auf rechtswidrige Weise Zugriff auf 36 Prozent des Continental-Kapitals verschafft.

Der Pharmakonzern Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) hat die Zulassung für das Krebsmedikament Erbitux in Japan erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde das Medikament von den zuständigen japanischen Behörden zur Behandlung von Patienten mit EGFR-positivem kurativ inoperablem, fortgeschrittenem oder rezidivierendem Kolorektalkarzinom (CRC) zugelassen. Der Pharmakonzern hatte am 31. Januar 2007 beim japanischen Gesundheitsministerium MHLW einen entsprechenden Zulassungsantrag für Erbitux eingereicht.

Die zum Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gehörende Sparte Siemens VAI Metals Technologies hat einen Großauftrag aus der Ukraine erhalten. Wie der Industriekonzern heute erklärte, wurde man vom ukrainischen Schrottverwerter Euro Finance Ltd. mit der Lieferung eines Kompaktstahlwerks für eine neue Produktionsstätte in Bila Zerkwa bei Kiew beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt den Angaben zufolge im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Software-Konzern SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) konnte bislang 20.000 Kunden für seine neue Mittelstands-Software "SAP Business One" gewinnen. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat sich damit die Zahl der Nutzer von "SAP Business One" innerhalb von zwei Jahren von 10.000 auf 20.000 Unternehmen erhöht.

Der Stahlhersteller Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) will 1.580.460 Aktien einziehen. Wie der Konzern heute erklärte, hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 21. Mai die Einziehung der Aktien im Wege des vereinfachten Verfahrens ohne Kapitalherabsetzung beschlossen. Dies entspricht 2,5 Prozent der ausstehenden Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt des Einziehungsbeschlusses. (16.07.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Continental 74,0 +0,1%
Merck 78,1 +0,4%
Siemens 74,4 -1,1%
SAP 38,2 -0,5%
Salzgitter 105,1 +2,1%
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Schlechter als vor einem Jahr
Unverändert




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