19.05.2008 13:28
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DAX am Mittag: 7.200er Marke im Visier, MAN an der Spitze, Interhyp heben ab

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt liegt nach wie vor im Plus. Der DAX gewinnt aktuell 0,47 Prozent auf 7.190,54 Indexpunkte und steht damit nur knapp unter der 7.200er Marke. Beim MDAX ist ein Aufschlag von 0,87 Prozent auf 9.986,40 Zähler auszumachen.

Für Anteilsscheine von MAN geht es nach einer deutlichen Kurszielanhebung durch Goldman Sachs an der DAX-Spitze um 3,5 Prozent nach oben. Mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 2 Prozent zählen auch die beiden Versorgerschwergewichte E.ON und RWE zu den Stützen des Marktes. SAP verfestigen sich um 1,3 Prozent. Einem Presseinterview mit den Vorstandssprechern Henning Kagermann und Léo Apotheker zufolge sieht sich der Softwarekonzern trotz der Verschiebung seiner Mittelstandssoftware "Business By Design" weiter auf Wachstumskurs.

METRO verlieren am Indexende ex-Dividende 1,6 Prozent. Wie heute bekannt wurde, bereitet die zum dem Einzelhandelskonzern gehörende Großhandelstochter Metro Cash & Carry ihren Markteintritt in Ägypten vor. Rote Vorzeichen prägen das Bild mitunter auch bei der Deutschen Börse (-1,5 Prozent) und adidas (-0,8 Prozent).

Im MDAX befindet sich das Papier von HUGO BOSS weiter im Höhenflug, aktuell verfestigt sich der Wert an der Indexspitze um mehr als 6 Prozent. Verstärkt gesucht sind außerdem LEONI, K+S und Wincor Nixdorf. HOCHTIEF gewinnen nach einem Großauftrag für die australische Tochter Leighton 0,5 Prozent. Dagegen sacken MTU um gut 1 Prozent ab. Bei dem Triebwerkspezialisten wird sich das hohe Wachstum der vergangenen Jahre einem Pressebericht zufolge abschwächen.

Die Interhyp-Aktie springt im SDAX um rund 37 Prozent, nachdem der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep die Übernahme des Baufinanzierers angekündigt hat.

Unternehmensmeldungen:

Der frühere Vorstandschef des Industriekonzerns Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610), Prof. Dr. Heinrich von Pierer, steht nicht mehr für eine Wiederwahl im Aufsichtsrat der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) zur Verfügung. Dies gab das Kreditinstitut heute bekannt. Laut der Pressemitteilung des Finanzkonzerns habe von Pierer der Deutschen Bank mitgeteilt, dass er nicht mehr für eine Wiederwahl in den auf der Hauptversammlung am 29. Mai 2008 zu wählenden Kontrollgremium der Gesellschaft zur Verfügung steht. Der Aufsichtsrat wird an seiner Stelle der kommenden Hauptversammlung Dr. Johannes Teyssen zur Wahl in den Aufsichtsrat vorschlagen.

Die Finanzpolitiker der beiden deutschen Regierungsparteien favorisieren die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) als Käufer der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100). Damit soll neben der Deutsche Bank AG eine zweite deutsche Großbank geschaffen werden. "Die Commerzbank wäre mir am liebsten, dann kommt die Deutsche Bank", sagt Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU dem "Tagesspiegel" am Sonntag. Bernhardt forderte die deutschen Banken zu Zusammenschlüssen auf: "Das ist die letzte Chance für die deutschen Banken international mitzuspielen", sagte er. Auch in der SPD ist die Commerzbank Favorit für den Kauf der Postbank: "Zwei starke Privatbanken sind besser als eine", sagte der Finanzpolitiker Reinhard Schultz der Zeitung. "Aber auch das Geld muss stimmen", gab er zu bedenken.

Die zum Einzelhandelskonzern METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) gehörende Großhandelstochter Metro Cash & Carry bereitet ihren Markteintritt in Ägypten vor. Wie der Konzern am Sonntag erklärte, will man damit einen wichtigen Schritt in die Wachstumsregion Naher Osten und Nordafrika tätigen. Wenn alle notwendigen Voraussetzungen für den Markteintritt geklärt sind, wäre die Eröffnung des ersten Metro Cash & Carry-Großmarkts Ende 2009 in Kairo denkbar, teilte der Konzern weiter mit. Mittelfristig sieht METRO in Ägypten ein Marktpotential von bis zu 10 Großhandelsmärkten mit einem Investitionsvolumen von jeweils rund 15 Mio. Euro.

Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) und die Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) verhandeln derzeit einem Pressebericht zufolge über eine Kooperation, welche die gemeinsame Entwicklung, Produktion und den Einkauf von Automobilteilen vorsieht. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Situation informierte Kreise berichtet, beraten derzeit hochrangige Führungskräfte und Ingenieure beider Automobilhersteller darüber, inwieweit beide Konzerne den gemeinsamen Einkauf von Automobilteilen umsetzen können.

Der Softwarekonzern SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) sieht sich trotz der Verschiebung seiner Mittelstandssoftware "Business By Design" weiter auf Wachstumskurs. In ihrem ersten Doppelinterview sagten die Vorstandssprecher Henning Kagermann und Léo Apotheker der "WirtschaftsWoche", SAP verfüge über ein rasant wachsendes Kerngeschäft und erreiche schon heute mit mittelständischen Unternehmen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Von einer bedrohlichen Situation könne man nicht sprechen. Bis zur Markteinführung der neuen Mittelstandssoftware wolle SAP vor allem die operativen Kosten für die Kunden auf 10 Prozent reduzieren, um eine hohe Akzeptanz der Software im Mittelstand zu erreichen. Durch "Business by Design" habe SAP nach Angaben von Kagermann die Chance, seine Gewinnmarge von jetzt 28 auf deutlich über 30 Prozent zu steigern und wiederholte die Möglichkeit, sogar die Grenze von 35 Prozent zu überspringen.

Die zum Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) gehörende australische Tochter Leighton Holdings Ltd. (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) hat einen weiteren Großauftrag erhalten. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde Leighton vom australischen Queensland State Gouvrenment im Rahmen eines Konsortiums mit der Durchführung eines großangelegten Infrastrukturprojekts beauftragt. Das Auftragsvolumen beinhaltet dabei unter anderem die Errichtung eines 6,7 Kilometer langen Tunnels zum Flughafen Brisbane sowie einer 3 Kilometer langen mautpflichtigen Autobahnverbindung. Das Gesamtvolumen des Infrastrukturauftrags wurde auf rund 4,8 Mrd. Australische Dollar beziffert.

Beim Triebwerkspezialisten MTU Aero Engines Holding AG (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) wird sich das hohe Wachstum der vergangenen Jahre einem Pressebericht zufolge abschwächen. "Solche Sprünge lassen sich nicht einfach wiederholen, weil unser Geschäft zum Beispiel von der Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro überlagert wird", sagte Vorstandschef Egon Behle im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "EURO" (Vorabveröffentlichung). In den Jahren 2005 bis 2007 waren der Umsatz im Durchschnitt um 9 Prozent pro Jahr und der Gewinn vor Zinsen und Steuern um durchschnittlich mehr als 35 Prozent per annum gestiegen. Ab 2008 soll das Wachstum aber weiterhin "über Marktdurchschnitt" liegen, den Behle im Luftfahrtsektor auf durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr schätzt.

ING DIRECT N.V., die Direct Banking Einheit des niederländischen Allfinanzkonzerns ING Groep N.V. (ISIN NL0000303600/ WKN 881111), und die Interhyp AG (ISIN DE0005121701/ WKN 512170) haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Mehrheitserwerb von ING DIRECT an Interhyp zum Ziel hat. Wie der Baufinanzierer heute mitteilte, wird ING DIRECT den Aktionären von Interhyp ein Kaufangebot zum Preis von 64 Euro je Aktie in bar unterbreiten. Das Angebot stellt eine Prämie von 42 Prozent zum Xetra-Schlusskurs am 16. Mai 2008 dar (unter Berücksichtigung der vom derzeitigen Aktienkurs abzuziehenden Dividende in Höhe von insgesamt 4,10 Euro). Die beiden Gründer, Co-CEOs und Hauptaktionäre der Interhyp, Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf, unterstützen das Angebot und werden die Offerte mit den von ihnen zusammen gehaltenen 32,26 Prozent des Aktienkapitals annehmen. (19.05.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Siemens 74,4 -1,1%
Deutsche Bank 58,2 -0,1%
Commerzbank 20,2 -2,2%
Deutsche Postbank 44,6 +0,6%
METRO 38,0 +1,6%
Bayerische Motoren Werke 28,3 -0,7%
Daimler 40,0 -1,3%
SAP 38,2 -0,5%
HOCHTIEF 57,7 +0,7%
MTU Aero Engines 23,8 +0,5%
Interhyp 64,1 +0,9%
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