27.06.2008 12:04
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DAX am Mittag: Deutliche Abschläge, SAP leicht im Plus

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte können ihre Verluste nach schwachem Beginn gegen Mittag etwas reduzieren. Aktuell verliert der DAX 1,21 Prozent auf 6.381,64 Punkte, während der MDAX 1,67 Prozent auf 9.010,83 Zähler abgibt. Nach deutlich negativen Vorgaben aus den USA - der Dow Jones musste mehr als 3 Prozent abgeben - waren die deutschen Standardwerte mit kräftigen Verlusten in den heutigen Handelstag gestartet. Aktuell belastet außerdem der weiter anziehende Ölpreis die Stimmung der Investoren. Das weitere Handelsgeschehen dürfte vor allem durch die am Nachmittag anstehenden US-Konjunkturdaten beeinflusst werden. Unter anderem werden die Daten zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan veröffentlicht.

In einem fast durchweg von roten Vorzeichen geprägten Handelsumfeld kann sich aktuell die Aktie von SAP mit einem marginalen Plus von 0,2 Prozent an die Spitze setzen, wobei der Wert von positiven Analystenstimmen profitieren kann. Am Vortag hatten die Walldorfer außerdem einen Auftrag der Commerzbank bekannt gegeben. Ebenfalls knapp behauptet präsentieren sich Anteilsscheine von RWE, während Merck derzeit nahezu unverändert im Markt liegt. Lediglich moderate Abschläge sind daneben bei FMC, E.ON und der Deutschen Telekom auszumachen. Auch ThyssenKrupp kann sich derzeit mit einem Minus von 0,2 Prozent noch relativ gut behaupten: Der Titel kann unter anderem von einer Stahlpreisanhebung des Konkurrenten ArcelorMittal profitieren. Deutlichere Abschläge sind hingegen beim Vortagesverlierer HRE auszumachen, wobei die Aktie mehr als 1,7 Prozent abgeben muss. Am Vortag hatte die Beteiligungsgesellschaft JC Flowers mitgeteilt, dass im Rahmen der Übernahmeofferte für eine knapp 25-prozentige Beteiligung an dem gewerblichen Immobilienfinanzierer deutlich mehr Aktien angedient wurden, als die ursprünglich angestrebten 24,9 Prozent. Daraufhin kam es zu teilweise deutlichen Abstufungen seitens einiger Analystenhäuser für die HRE. Deutlicher unter Druck befinden sich auch die übrigen Finanz- und Versicherungswerte, die unter der anhaltend negativen Stimmung in Zusammenhang mit der Finanzkrise zu leiden haben. So verbilligen sich Postbank, Allianz und Münchener Rück um mehr als 2 Prozent. Die Deutsche Bank hat zusätzlich unter negativen Analystenkommentaren zu leiden und rangiert mit einem Minus von mehr als 3,7 Prozent noch vor Infineon am unteren Ende des DAX. Deutlichere Abschläge sind daneben bei MAN, Henkel und TUI auszumachen.

In der zweiten Reihe richten sich die Blicke der Investoren auf Premiere. Einem Medienbericht zufolge plant der US-Medienkonzern möglicherweise die vollständige Übernahme von Premiere. Aktuell kann der Titel mehr als 2,5 Prozent zulegen.

Unternehmensnachrichten:

Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) denkt Presseangaben zufolge an einen Umzug der Zentrale innerhalb Düsseldorfs. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) berichtet, hat sich der Konzern am Flughafen in Düsseldorf ein Grundstück von 30.000 Quadratmetern für vier Jahre reserviert. Derzeit sei E.ON in Düsseldorf mit 800 Mitarbeitern an drei Standorten verteilt.

Die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01) gab am Donnerstag bekannt, dass die Europäische Kommission wegen des Verdachts kartellrechtswidriger Verhaltensweisen gegen verschiedene Unternehmen im Calciumkarbidsektor ermittelt. Dazu hat die Kommission heute der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und ihrer Tochter SKW Stahl-Metallurgie GmbH so genannte Beschwerdepunkte mitgeteilt. Darin erläutert die Kommission den Vorwurf einer kartellrechtswidrigen Verhaltenskoordinierung zwischen mehreren Unternehmen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Calciumcarbidpulver sowie von Magnesiumgranulat.

Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) hat sich in Zusammenhang mit der Konsolidierung und weiteren Optimierung ihrer Kernbankprozesse für die branchenspezifische Standardsoftware des Softwarekonzerns SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) "SAP for Banking" entschieden. Wie der Walldorfer Software-Konzern am Donnerstag im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, hat die Großbank dazu ihr gesamtes Darlehensgeschäft restrukturiert und das Konzept einer "Kreditfabrik" mit einheitlichen, durchgängigen Prozessen umgesetzt. Künftig sollen jährlich rund 1,2 Millionen Darlehensverträge standardisiert bearbeitet werden, um so signifikante Effizienzsteigerungen durch weitgehend automatisierte Workflows und beschleunigte Bearbeitungszeiten erreichen zu können.

Der amerikanische Medienkonzern News Corp. (ISIN US65248E1047/ WKN A0DLJU) plant einem Pressebericht zufolge die Übernahme des Bezahlfernsehsenders Premiere AG (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11). Wie das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf gut informierte Kreise schreibt, will der vom Multimilliardär Rupert Murdoch geführte US-Mdienkonzern seine Präsenz in Europa durch die vollständige Übernahme des im MDAX notierten Pay-TV-Senders sowie die Akquisition des spanischen Satellitenfernsehkanals Digital+ verstärken. Insgesamt könnte sich der Gesamtkaufpreis für die Übernahme von Premiere von Digital+ Analystenschätzungen zufolge auf rund 4 Mrd. Euro belaufen, schreibt "WSJ".
(27.06.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

EON 37,9 -1,1%
SKW Stahl-Metallurgie 17,9 -1,7%
Commerzbank 17,0 -1,7%
Premiere 12,4 -1,4%
SAP 37,8 -0,8%
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