25.04.2008 13:35
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DAX am Mittag: Deutliche Gewinne, BMW und Continental auf der Überholspur, MAN etwas schwächer

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Gewinne zur Tagesmitte hin deutlich ausgebaut. Der DAX legt momentan 1,18 Prozent zu auf 6.901,93 Punkte. Der MDAX verbucht daneben ein Plus von 1,06 Prozent auf 9.278,63 Zähler.

Gute Nachrichten kommen von BMW. Der Autobauer gab am Vorabend zwar eine Erhöhung der Risikovorsorge bekannt, bestätigte gleichzeitig aber den Ausblick für das Geschäftsjahr 2008. Die Aktie gewinnt an der DAX-Spitze rund 5 Prozent. Papiere des Pharmakonzerns Bayer stehen einen Tag nach den Zahlen weiter auf der Einkaufliste der Anleger und rücken um gut 4 Prozent vor. Titel der Deutschen Lufthansa liegen mit 4 Prozent im Plus. Nachdem die Kranichlinie bereits gestern erste Eckdaten für das abgelaufene Quartal auf den Tisch gelegt hat, folgten heute weitere Details.

Continental schalten ebenfalls einen Gang hoch, aktuell verfestigt sich der Wert um 2,5 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers hat heute die Ziele für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Dabei wolle der Konzern vor allem in Asien wachsen. Im Finanzsektor geht es unter anderem für die HRE um 2,4 Prozent und für die Commerzbank um 2,2 Prozent nach oben. Die Deutsche Bank hat einem Pressebericht zufolge Interesse an einer Übernahme von Teilen des Europa-Geschäfts der amerikanischen Citigroup. Der Wert verfestigt sich um gut 1 Prozent.

Dagegen fallen Anteilsscheine von MAN gegen den Trend leicht zurück. Der Konzern konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal jeweils deutlich steigern und schaut weiterhin optimistisch in die Zukunft. Volkswagen und BASF geben deutlich ab. Bei beiden ist allerdings der Dividendenabschlag zu berücksichtigen.

Im MDAX brechen Papiere von ProSiebenSat.1 um rund 25 Prozent ein. Der Medienkonzern hat auf vergleichbarer Basis im letzten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Im SDAX stehen Thielert weiter im Blick, nachdem die Konzerntochter Thielert Aircraft Engines einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat. Die Thielert-Aktie gewinnt aktuell mehr als 9 Prozent. Gestern war der Titel allerdings um knapp 80 Prozent eingebrochen.

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) hat einem Pressebericht zufolge Interesse an einer Übernahme von Teilen des Europa-Geschäfts der amerikanischen Citigroup Inc. (ISIN US1729671016/ WKN 871904). Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" bereitet sich die Strategieabteilung der Deutschen Bank auf ein Gebot für das Deutschlandgeschäfts des US-Finanzkonzerns vor. Hintergrund ist laut dem Bericht ein Strategieschwenk von Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit. Der Manager hat nach Informationen aus Finanzkreisen das Deutschlandgeschäft auf den Prüfstand gestellt, zu dem die im Privatkundensegment aktive Citibank gehört. Der Deutschland-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, bestätigte laut der Online-Ausgabe der Wirtschaftszeitung ein Interesse des Kreditinstituts am Deutschland-Geschäft der Citigroup.

Der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900), Manfred Wennemer, hat heute die Ziele für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Wie aus der Rede des Vorstandschefs anlässlich der Hauptversammlung des Konzerns hervorgeht, peilt man für das laufende Fiskaljahr einen Gesamtumsatz von mehr als 26,4 Mrd. Euro an. Das jährliche organische Umsatzwachstum soll bis zum Jahr 2011 bei 5 Prozent liegen, was im Jahr 2011 einen Gesamtumsatz von mehr als 30 Mrd. Euro ergeben würde. In den kommenden Jahren will der Automobilzulieferer nach den Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden vor allem in Asien wachsen.

Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) gab am Donnerstag die Erhöhung der Risikovorsorge bekannt. Zudem bestätigte der Automobilhersteller den Ausblick für das Geschäftsjahr 2008. Demnach hat der Vorstand entschieden, angesichts der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise die Risikovorsorge im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008 zu erhöhen. Insgesamt belaufen sich die Ergebnisbelastungen auf 236 Mio. Euro, so der Konzern weiter. Angesichts der positiven operativen Geschäftsentwicklung und der fortlaufenden Effizienzverbesserungen bestätigte BMW seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2008.

Der Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbaukonzern MAN AG (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) meldete heute, dass er Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2008 steigern konnte. Der Umsatz erhöhte sich demnach um 16 Prozent, der Auftragseingang um 8 Prozent. Das operative Ergebnis der MAN Gruppe konnte infolge des weiter gestiegenen Volumens und der fortgesetzten Effizienzmaßnahmen der produzierenden Bereiche um 43 Prozent zulegen. Nach Steuern belief sich das Ergebnisplus auf 41 Prozent. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet die MAN Gruppe mit einem Auftragseingang auf dem Niveau des sehr hohen Vorjahreswertes. Den Umsatz will der Konzern gegenüber dem Vorjahreswert um gut 10 Prozent steigern. Auch beim operativen Ergebnis will man erneut spürbar zulegen.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) legte heute die vollständigen Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Demnach verzeichnete die Fluggesellschaft im ersten Quartal einen Umsatzanstieg um 19 Prozent. Das operative Ergebnis konnte mehr als verfünffacht werden. Das Konzernergebnis verringerte sich deutlich. Der Vorjahreswert beinhaltet dabei einen hohen Gewinn aus dem Verkauf der Thomas Cook-Anteile. Der Konzern zeigt sich unverändert zuversichtlich, für das Gesamtjahr 2008 an das operative Ergebnis des Vorjahres anzuknüpfen zu können, und strebt eine weitere Verbesserung an.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) profitierte im ersten Quartal 2008 von der Erstkonsolidierung der SBS Broadcasting Group und steigerte auf Grundlage vorläufiger Zahlen seinen Umsatz und Gewinn. Wie der Konzern erklärte, wuchs der Umsatz um 45,5 Prozent. Das recurring EBITDA stieg um 7,8 Prozent. Auf Basis eines Pro-Forma-Vergleichs mit der kombinierten Gruppe im ersten Quartal 2007 verzeichneten die Konzernerlöse im ersten Quartal 2008 allerdings einen Rückgang um 2,0 Prozent, das recurring EBITDA verringerte sich um 25,1 Prozent. (25.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Bank 76,1 -0,4%
Continental 82,5 +4,0%
Bayerische Motoren Werke 36,9 +0,5%
MAN 99,7 +2,1%
Deutsche Lufthansa 17,1 +1,4%
ProSiebenSat1 Media vz 10,2 +1,5%

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