04.07.2008 13:18
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DAX am Mittag: Etwas schwächer, US-Börsen geschlossen, Finanzwerte unter Druck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Angesichts des heutigen US-Feiertages "Independence Day" wagen die deutschen Marktteilnehmer keine allzu großen Sprünge. Aktuell liegt der DAX mit einem leichten Abschlag von 0,35 Prozent im Handel bei 6.331,63 Zählern. Der MDAX gewinnt dagegen 1,17 Prozent auf 8.597,74 Punkte.

Finanzwerte stehen verstärkt im Blick, nachdem die Schweizer Großbank UBS mitgeteilt hat, dass ihr Ergebnis im zweiten Quartal voraussichtlich ausgeglichen bis leicht negativ sein wird. Dennoch verlieren die Deutsche Bank 1,4 Prozent, die Commerzbank 2,3 Prozent und die Deutsche Postbank 1,8 Prozent. Anteile der HRE sacken außerdem um 1,8 Prozent ab.

Die Aktie des Energieversorgers RWE verliert 0,4 Prozent. Hier belastet ein Pressebericht, wonach der Konzern bei seinem geplanten Einstieg in Russland offenbar auf größere Probleme stößt. Für E.ON geht es um 0,7 Prozent nach unten. Am Indexende büßen Titel der Deutschen Börse 2,6 Prozent ein. Nach der Talfahrt der vergangenen Tage zeigen sich Infineon deutlich erholt. Derzeit gewinnt der Titel rund 6 Prozent. Anteile des Automobilkonzerns Daimler, dessen Pkw-Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars im ersten Halbjahr einen deutlichen Zuwachs verzeichnet hat, legen ein halbes Prozent zu.

Nach dem gestrigen Kursrutsch ziehen K+S als MDAX-Spitzenreiter um mehr als 6 Prozent an. Deutlich fester präsentieren sich unter anderem auch Wacker Chemie und Pfleiderer. Beiersdorf verlieren 0,7 Prozent. Der Konsumgüterkonzern will einem Pressebericht zufolge die Chemiesparte Bode zum Verkauf stellen. Dabei heize der bevorstehende Verkauf auch Spekulationen an, Beiersdorf könne sich von der Klebstofftochter tesa trennen. EADS finden sich mit einem Abschlag von 3 Prozent im unteren Indexdrittel. Ein Pressebericht, wonach die japanische Airline All Nippon Airways voraussichtlich fünf Airbus-Maschinen vom Typ A380 kaufen wird, spielt keine entscheidende Rolle.

Unternehmensmeldungen:

Die AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700), eine Tochter des Automobilkonzerns Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), konnte in China einen neuen Absatzrekord einfahren. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurden von Januar bis Juni im Reich der Mitte insgesamt 60.509 Automobile abgesetzt, was einem Plus von 23 Prozent entspricht.

Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) gab heute bekannt, dass das Pkw-Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars im ersten Halbjahr einen deutlichen Zuwachs verzeichnet hat. Den Angaben zufolge stiegen die Auslieferungen der Marken Mercedes-Benz, AMG, smart und Maybach in den ersten sechs Monaten des Jahres um 8 Prozent auf 668.100 Einheiten und erreichten damit eine neue Bestmarke. Auch die Marke Mercedes-Benz verbuchte mit 599.200 (Vorjahr: 575.700) Pkw den bislang höchsten Wert für die erste Jahreshälfte.

Der Technologiekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab heute bekannt, dass Siemens VAI Metals Technologies von CJSC "Severstal - Long Product Mill Balakovo", einer vollständigen Tochter des größten russischen Stahlkonzerns OAO SeverStal (ISIN US8181503025/ WKN A0LEJV), den Auftrag erhalten hat, einen Lichtbogenofen mit Vorwärmschacht, einen Pfannenofen, eine Entstaubungssystem und eine Knüppelgießanlage zu liefern. Der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) stößt bei seinem geplanten Einstieg in Russland offenbar auf größere Probleme. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" verlangt der russische Partner Sintez, mit dem RWE gemeinsam die Übernahme des Stromerzeugers TGK-2 stemmen will, immer neue Zugeständnisse. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung geht es dabei um die von RWE zu leistende Einlage in ein neues Gemeinschaftsunternehmen, die das wirtschaftliche Risiko für RWE deutlich erhöhen würde. Es geht daneben aber auch um den künftigen Einfluss auf das operative Geschäft von TGK-2. Den Angaben zufolge verhandeln die beiden Partner seit Tagen unter Hochdruck. Für RWE-Chef Großmann wäre ein Scheitern des Projekts problematisch. Zwar ist TGK-2 ein in Russland vergleichsweise kleiner Produzent. Dem geplanten Zukauf wird in Branchenkreisen nach Aussage der Wirtschaftszeitung aber eine hohe Symbolkraft beigemessen.

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf AG (ISIN DE0005200000/ WKN 520000) will einem Pressebericht zufolge die Chemiesparte Bode zum Verkauf stellen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigte eine Sprecherin des Konzerns die Verkaufspläne auf Anfrage gegenüber der Wirtschaftszeitung. Es handele sich um einen Verkaufsprozess, der sich an ausgewählte Investoren richte und eine vernünftige Lösung für die Bode-Mitarbeiter einschließen solle. Beiersdorf mit der Hauptmarke Nivea will sich auf Endverbraucherware für den Einzelhandel konzentrieren. Der bevorstehende Verkauf heizt laut dem Bericht die Spekulationen an, Beiersdorf könne sich auch von der Klebstofftochter tesa trennen.

Der Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) hat in Polen mehrere Bauaufträge im Gesamtwert von 180 Mio. Euro erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die Tochter HOCHTIEF Polska unter anderem mit dem Bau von drei neuen Bürokomplexen in Warschau, Krakau und Kattowitz beauftragt.

Die All Nippon Airways Co. Ltd. (ANA) (ISIN JP3429800000/ WKN 861920), die zweitgrößte Fluggesellschaft in Japan, wird Presseangaben zufolge voraussichtlich fünf Airbus-Maschinen vom Typ A380 kaufen. Wie der "Nikkei" heute berichtet, wäre ANA damit die erste japanische Fluglinie, die den Superjumbo der Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) in ihrer Flotte hat. Der Erwerb im Volumen von schätzungsweise 100 Mrd. Japanischen Yen (JPY) soll im September abgewickelt werden. Die doppelstöckigen Flugzeuge werden wahrscheinlich erst 2012 oder später in Betrieb genommen werden, hieß es. (04.07.2008/ac/n/m)

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