25.06.2008 12:15
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DAX am Mittag: Freundlich, Deutsche Postbank auf der Überholspur

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte tendieren gegen Mittag weiterhin freundlich. Aktuell verbucht der DAX ein Plus von 0,54 Prozent auf 6.571,61 Punkte, während der MDAX derzeit 0,69 Prozent auf 9.312,92 Zähler zulegen kann. Bereits zu Handelsbeginn hatte der Leitindex der deutschen Standardwerte trotz der schwachen Vorgaben aus Übersee etwas deutlichere Zugewinne zu verzeichnen. Das Handelsgeschehen dürfte im weiteren Verlauf vor allem durch wichtige US-Konjunkturdaten bestimmt werden. So stehen u.a. die Hypothekenanträge, Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, Verkäufe neuer Häuser, der Ölmarktbericht zur Veröffentlichung an. Im Laufe des Abends wird dann außerdem noch das mit Spannung erwartete Sitzungsergebnis der US-Notenbank veröffentlicht.

Im Blickpunkt der Anleger befindet sich zu Handelsbeginn die Aktie der Deutschen Postbank, die mit einem deutlichen Plus von mehr als 5 Prozent an der DAX-Spitze rangiert. Hintergrund sind neue Gerüchte über den bevorstehenden Verkaufsprozess. So wird ein Dreierbündnis zwischen der Commerzbank, der Allianztochter Dresdner Bank und der Deutschen Postbank einem Medienbericht zufolge zunehmend unwahrscheinlicher. Stattdessen strebe die Konzernmutter Deutsche Post Verhandlungen mit der Deutschen Bank sowie mehreren ausländischen Kreditinstituten an. Die Deutsche Bank kann derzeit daraufhin rund 1,4 Prozent zulegen, während sich die Allianz sowie die Commerzbank mit unter den größeren Gewinnern im DAX befinden. Ebenfalls auf Erholungskurs liegen aktuell der Automobilhersteller BMW sowie Continental, die nach den deutlichen Abschlägen der vergangenen Tage aktuell 1,5 bzw. 1,3 Prozent fester tendieren. Im Fokus befinden sich auch Anteilsscheine des Reisekonzerns TUI. Einem Pressebericht zufolge könnte die asiatische Reederei NOL in Kürze eine Offerte für die zum Verkauf stehende TUI-Tochter Hapag-Lloyd vorlegen. Weitere Gewinner sind Deutsche Telekom, FMC, Siemens sowie Daimler. Leicht fester präsentiert sich daneben die Deutsche Lufthansa, nachdem der Luftfahrtkonzern trotz der rekordhohen Ölpreise seine Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt hatte.

Am unteren Ende rangiert aktuell der Stahlkonzern ThyssenKrupp, der mehr als 2,7 Prozent abgeben muss. Wenig gefragt sind daneben außerdem METRO sowie der Pharmakonzern Bayer, wobei die Aktie nach den Aufschlägen des Vortages heute angesichts gemischt ausgefallener Analystenkommentare unter Gewinnmitnahmen leidet. Am Dienstag hatte der Konzern überraschend mit dem US-Generikahersteller Barr eine Vertriebsvereinbarung über das Verhütungsmittel Yasmin bekannt gegeben. Größere Verluste sind daneben bei Anteilsscheinen der Deutschen Börse, BASF sowie Linde auszumachen.

In der zweiten Reihe befinden sich vor allem Immobilienwerte im Fokus der Anleger, die aktuell teilweise massive Verluste hinnehmen müssen. Hintergrund ist eine negative Branchenstudie der US-Investmentbank Merrill Lynch. Am unteren Ende befinden sich Anteilsscheine von GAGFAH mit einem Minus von mehr als 11 Prozent. Daneben präsentieren sich Anteilsscheine von IVG nur leicht schwächer. An der Spitze im MDAX befinden sich die Aktie von HUGO BOSS mit einem Plus von mehr als 3,9 Prozent sowie die Aktie des Pharmagroßhändlers Celesio (+3,5 Prozent).

Unternehmensnachrichten:

Der Verkaufsprozess bei der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) nimmt offenbar eine überraschende Wende. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die sich bei ihren Angaben auf informierte Kreise beruft, sind die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) sowie die zum Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Konzerntochter Dresdner Bank als Kandidaten für eine Übernahme der Postbank vorläufig aus dem Rennen. Stattdessen strebt die Konzernmutter Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) den Angaben zufolge Verhandlungen mit der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) sowie mehreren ausländischen Kreditinstituten an.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) hat offenbar einen Favoriten für die zum Verkauf stehende Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd gefunden. Wie die Tageszeitung "DIE WELT" am Mittwoch berichtet, deutet derzeit alles auf die Reederei Neptune Orient Lines Ltd. (NOL) (ISIN SG1F90001388/ WKN 871125) aus Singapur als wahrscheinlichsten Käufer für Hapag-Lloyd hin.

Der Chemiekonzern LANXESS AG (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) will in Deutschland neue Arbeitsplätze schaffen. "Weil wir aus Deutschland exportieren und hier investieren, werden wir hier neue Arbeitsplätze aufbauen und stellen schon jetzt in einigen Bereichen neue Mitarbeiter ein", sagte Vorstandschef Axel Heitmann im Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Die GERRY WEBER International AG (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) setzte ihre Rekordserie im ersten Halbjahr 2007/2008 mit neuen Höchstwerten bei Umsatz und Ertrag fort. Wie der im SDAX notierte Modekonzern am Mittwoch erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 13,4 Prozent, während das EBITDA um 25,4 Prozent zunahm. Der Periodenüberschuss kletterte um 49,2 Prozent.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) hat am Mittwoch im Rahmen ihres Investorentages die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Wie aus der Pressemitteilung der führenden deutschen Fluggesellschaft hervorgeht, bleibt man trotz der deutlich gestiegenen Ölpreisnotierungen für das Gesamtjahr weiterhin optimistisch: So erwartet der Vorstand, mit dem operativen Ergebnis für das Gesamtjahr 2008 an das Rekordniveau des Vorjahres anknüpfen zu können. Die gestiegenen Kosten sollen durch Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen im Rahmen eines bereits eingeleiteten Maßnahmenpaketes und Treibstoffzuschläge kompensiert werden. Derzeit rechnet der Konzern für 2008 mit einem Treibstoffaufwand von rund 5,6 Mrd. Euro.

Der Handels- und Reisekonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) hat am Mittwoch die Emission nicht-nachrangiger und unbesicherter Schuldverschreibungen mit Umtauschrecht in Aktien der Thomas Cook Group plc. beschlossen. Arcandor plant, den Erlös aus der Platzierung der Schuldverschreibungen zur Schaffung weiteren finanziellen Spielraums für ihre Wachstumsstrategie sowie für die Neustrukturierung eines Teils ihrer bestehenden Kredite zu verwenden. Das anfängliche Emissionsvolumen wurde auf 300 Mio. Euro beziffert zuzüglich einer Erhöhungsoption von 50 Mio. Euro. Die Laufzeit der Schuldverschreibungen beträgt fünf Jahre. Der Ausgabe- und Rückzahlungspreis bei Endfälligkeit beträgt 100 Prozent des Nennbetrags. Bei Umtausch hat Arcandor das Wahlrecht, die Schuldverschreibungen in Aktien und/oder bar abzurechnen.Die Schuldverschreibungen sind voraussichtlich mit einem jährlichen Kupon zwischen 7,875 und 8,875 Prozent ausgestattet.
(25.06.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Postbank 44,0 +3,7%
Commerzbank 17,0 -1,7%
Allianz SE 109,0 -1,5%
Deutsche Post 15,4 -1,4%
Deutsche Bank 57,5 +0,4%
TUI 12,8 -3,0%
LANXESS 24,5 -3,2%
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