10.03.2008 13:17
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DAX am Mittag: Leicht positiv, Volkswagen und TUI im Fokus, Versorger stützen

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach anfänglichen Verlusten hat sich der DAX inzwischen in die Pluszone vorgekämpft. Ungeachtet der schwachen Vorgaben aus Übersee gewinnt das Aktienbarometer aktuell 0,10 Prozent auf 6.520,43 Punkte. Für den MDAX geht es dagegen um 1,29 Prozent auf 8.701,34 Zähler nach unten.

Die Aktie von Volkswagen liegt mit einem Plus von 1,9 Prozent hinter adidas (+2,7 Prozent) an zweiter Stelle im DAX. Einem Pressebericht zufolge will der Sportwagenbauer Porsche seinen Anteil bei den Wolfsburgern auf mehr als 75 Prozent aufstocken. Derzeit sei lediglich der genaue Zeitpunkt der vollständigen Machtübernahme bei Volkswagen durch Porsche noch offen. Zu den Triebfedern zählen außerdem die beiden Versorgerschwergewichte E.ON und RWE mit Aufschlägen von jeweils 1,8 Prozent.

Continental tendieren gut behauptet. Der Konzernchef des Automobilzulieferers äußerte sich in einem Presseinterview zufrieden mit der Übernahme der Konzernsparte Siemens VDO. Papiere der Deutschen Post geben 0,5 Prozent ab, nachdem das Berliner Verwaltungsgericht den Mindestlohn bei Briefdiensten noch am Freitag für rechtswidrig erklärt hat. Für TUI geht es um 2,6 Prozent nach unten, obwohl der norwegische Großaktionär John Fredriksen einem Pressebericht zufolge weitere Verbündete für eine Aufspaltung des Reise- und Schifffahrtskonzerns gefunden hat. Belastend wirkt hier insbesondere eine negative Analystenstudie. HRE bilden mit -3 Prozent das Schlusslicht.

Titel von HOCHTIEF leiden im MDAX unter den kräftigen Kursverlusten bei der australischen Tochter Leighton und fallen um mehr als 6 Prozent zurück. Anteilsscheine des Herstellers von Flurförderfahrzeugen Jungheinrich verlieren im SDAX nach der Vorlage von Geschäftszahlen leicht. Der Fondsanbieter HCI konnte das Geschäftsjahr 2007 mit einer Rekordplatzierung abschließen, der Konzernjahresüberschuss war jedoch rückläufig. Der Wert büßt aktuell 1,6 Prozent ein.

Unternehmensmeldungen:

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) hat sein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Wie der im DAX30 notierte Konzern heute erklärte, wurde das vom Vorstand am 31. Januar 2008 beschlossene Rückkaufprogramm durch die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) am 7. März abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 2,9 Prozent des Grundkapitals zu einem Gesamtbetrag von 522,7 Mio. Euro erworben.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) könnte einem Pressebericht zufolge ein Einstieg bei der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines AG (AUA) (ISIN AT0000620158/ WKN 875224) gelingen. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, behält sich die staatliche österreichische Industrieholding ÖIAG, mit 42,5 Prozent größter Eigner bei Austrian Airlines, nun ausdrücklich das Recht vor, die AUA mittelfristig an einen ausländischen Rivalen zu verkaufen. Einer der logischsten Kandidaten wäre der bislang ungeliebte Konkurrent Deutsche Lufthansa - die beiden arbeiten bereits im Luftfahrtbündnis Star Alliance zusammen.

Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE0006937733/ WKN 693773) will einem Pressebericht zufolge seinen Anteil bei der Volkswagen AG (VW) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) auf mehr als 75 Prozent aufstocken. Laut einem Bericht des Magazins "FOCUS" könnte Porsche damit auf der Hauptversammlung einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit VW durchsetzen, was ihm einen operativen Zugriff auf Europas größten Autobauer sichern würde. Die wichtigsten Entscheidungen würden dann nicht wie bisher im VW-Aufsichtsrat fallen, sondern in der europäischen Porsche-Holding. Den übrigen Aktionären, vor allem dem Land Niedersachsen, stünden nur jährliche Ausgleichszahlungen zu. Nach Angaben des Magazins sei derzeit lediglich der genaue Zeitpunkt der vollständigen Machtübernahme bei Volkswagen durch Porsche noch offen

Der Großaktionär des Reise- und Touristikkonzerns TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00), der norwegische Großreeder John Fredriksen, hat nach eigenen Angaben weitere Verbündete für eine Aufspaltung des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI gefunden. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf der Hauptversammlung die nötige Mehrheit von 75 Prozent haben werden", sagte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim der "Financial Times Deutschland. Der norwegische Großinvestor hält derzeit knapp 5 Prozent der TUI-Aktien und hat nach Aussage von Troin weitere Anteilsscheine erworben. Gleichzeitig betonte Troim gegenüber der Wirtschaftszeitung die Bestrebungen hinsichtlich einer Zerschlagung des im DAX30 notierten Reise- und Touristikkonzerns.

Der Automobilzulieferer Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) ist bislang mit der Übernahme der Konzernsparte Siemens VDO zufrieden, will jedoch weitere Restrukturierungen nicht ausschließen. "Wir stehen besser da als erwartet", erklärte Konzernchef Wennemer gegenüber der "WirtschaftsWoche". "Wir haben gesagt, wenn wir etwa 170 Mio. Euro an Synergien im Jahre 2010 holen, können wir damit den Kaufpreis von 11,4 Mrd. Euro inklusive Steuergutschrift an Siemens rechtfertigen. Wenn wir jetzt also auf 300 Mio. Euro oder mehr kommen, dann können wir den Kaufpreis eben noch besser rechtfertigen." Dennoch kündigte Wennemer im Interview an, in den kommenden Jahren weitere Fabriken zusammenzulegen.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Mindestlohn bei Briefdiensten für rechtswidrig erklärt. Dies berichtete "Spiegel Online" am Freitagabend. Demnach hat das Verwaltungsgericht die zugrunde liegende Rechtsverordnung des Bundesarbeitsministeriums für unzulässig erklärt. Den Angaben zufolge verletzte die Rechtsverordnung die Konkurrenten der Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) in ihren Grundrechten. Mit der Entscheidung gab das Gericht drei Klagen von Post-Konkurrenten statt.

Die Jungheinrich AG (ISIN DE0006219934/ WKN 621993) legte heute die vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vor. Demnach verbuchte der Hersteller von Flurförderfahrzeugen im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatzanstieg um 14 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 18 Prozent verbessert werden, während die EBIT-Umsatzrendite von 6,8 auf 7,0 Prozent verbessert werden konnte. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Jungheinrich nach der starken Entwicklung im Vorjahr ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die HCI Capital AG (ISIN DE000A0D9Y97/ WKN A0D9Y9), ein bankenunabhängiges Emissionshaus für geschlossene Fonds und strukturierte Produkte, konnte das Geschäftsjahr 2007 mit einer Rekordplatzierung abschließen, der Konzernjahresüberschuss war jedoch rückläufig. Wie der Fondsanbieter heute mitteilte, stieg das Vertriebsergebnis um 25,9 Prozent. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 5,7 Prozent. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sank um 21,1 Prozent. Der Konzernjahresüberschuss war ebenfalls rückläufig und von kurzfristig aufgetretenen Sondereffekten beeinflusst. Bereinigt um Sondereffekte wurde das Zielergebnis von 35 Mio. Euro erreicht.

Die Homag Group AG (ISIN DE0005297204/ WKN 529720) erzielte nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2007 Rekordwerte bei allen wichtigen Kennzahlen. Wie der Spezialist für Maschinen, Anlagen und Systemen für die Holzbearbeitung heute mitteilte, verbesserten sich der Umsatz um über 13 Prozent. Zudem erhöhte sich der Auftragseingang um 19 Prozent. Der Auftragsbestand stieg zum 31. Dezember 2007 um 32 Prozent. Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter kletterte um 58 Prozent. (10.03.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

ThyssenKrupp 45,5 +1,4%
Deutsche Lufthansa 17,4 +2,9%
Porsche Automobil 132,9 +1,7%
Volkswagen 191,1 +1,1%
TUI 18,1 +3,0%
Continental 81,5 +2,8%
Deutsche Post 21,6 +1,2%
Jungheinrich vz 23,6 +1,1%
HCI Capital 12,7 -5,1%
Homag Group 23,8 +0,7%

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