29.04.2008 13:37
Drucken |

Schrift:

DAX am Mittag: Schwächer, METRO und BMW im Plus, Allianz und Deutsche Bank geben ab

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt liegt weiterhin in der Verlustzone. Der DAX verliert aktuell 0,81 Prozent und notiert bei 6.869,17 Punkten. Beim MDAX ist gleichzeitig ein Abschlag von 1,44 Prozent auf 9.245,54 Zähler auszumachen.

METRO avancieren mit einem Plus von 2,3 Prozent zum DAX-Spitzenreiter. Der Einzelhandelskonzern meldete heute, dass er mit einem kräftigen Wachstum bei Umsatz und EBIT ins Geschäftsjahr 2008 gestartet ist.

BMW gewinnen auf dem zweiten Platz 1,7 Prozent. Der Automobilhersteller hat im ersten Quartal wegen der Auswirkungen der Finanzkrise, den weiter steigenden Rohstoffpreisen sowie der Schwäche des Dollars weniger verdient, die Erwartungen der Analysten allerdings übertroffen. Volkswagen legen 0,6 Prozent zu. Bei Daimler sind keine größeren Kursbewegungen auszumachen. Die Stuttgarter haben im ersten Quartal deutlich weniger verdient, zugleich aber den Ausblick bekräftigt. Dagegen fallen Anteilsscheine von Continental um mehr als 2 Prozent zurück. Der Automobilzulieferer musste im ersten Quartal aufgrund von Belastungen in Zusammenhang mit der Übernahme der Geschäftssparte VDO einen Ergebnisrückgang vorweisen. Ohne weitere Nachrichten sacken MAN am Indexende um mehr als 4 Prozent ab.

Im Finanzsektor geht es für Titel der Allianz um ein knappes Prozent nach unten. Wie der Allfinanzkonzern heute mitteilte, erwartet er im ersten Quartal Wertberichtigungen von rund 900 Mio. Euro, die infolge der anhaltenden Finanzmarktkrise im Bereich der strukturierten Finanzprodukte der Dresdner Bank vorzunehmen sind. Ferner rechnet der Konzern für den Berichtszeitraum mit einem deutlich rückläufigen operativen Ergebnis. Papiere der Deutschen Bank verlieren daneben ein halbes Prozent. Das Kreditinstitut ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht.

Im MDAX rücken Vossloh um gut 1 Prozent vor. Der Bahntechnikkonzern verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg. ALTANA und Krones geben nach Zahlen jeweils recht deutlich ab. Titel der IKB knicken im SDAX um knapp 3 Prozent ein. Die Mittelstandsbank musste im ersten Halbjahr 2007/08 ein negatives Ergebnis ausweisen. Trotz des Verlusts bekräftigt die IKB die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.

Unternehmensmeldungen:

Der deutsche Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) legte heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Wie der Konzern erklärte, sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum um 43 Prozent. Beim Konzernergebnis wurde ein Rückgang von 32 Prozent verzeichnet. Wie der Konzern weiter ausführte, verzeichnete man beim Umsatz einen geringfügigen Zuwachs, wobei Daimler den Absatz bei Pkw und Nutzfahrzeuge gegenüber dem Vergleichszeitraum um 9 Prozent steigern konnte. Obwohl als Folge der internationalen Finanzkrise eine wirtschaftliche Abschwächung vor allem in den USA festzustellen und dadurch der Gegenwind für die Automobilindustrie und auch Daimler stärker geworden ist, geht das Unternehmen weiter davon aus, die für 2008 gesteckten Absatzziele für die Geschäftsfelder erreichen zu können.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) blickt nach dem Rekordjahr 2007 weiterhin optimistisch in die Zukunft. "Lufthansa schließt das Geschäftsjahr 2007 mit dem besten Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte ab", sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber heute im Rahmen der Hauptversammlung. Trotz der weiterhin schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der deutlich höheren Kerosinpreise äußerte sich der Vorstandschef weiterhin optimistisch für den Verlauf des Fiskaljahres 2008: "Wir haben genug Schubkraft für einen weiteren Steigflug und wir verfügen über die Flexibilität bei Fallwinden Gas heraus zu nehmen. Wir haben vorgesorgt - bilanziell, strategisch und operativ. Das Rekordjahr 2007 soll keine Eintagsfliege bleiben. Wir setzen auf Stetigkeit."

Der Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gab heute bekannt, dass er im ersten Quartal 2008 Wertberichtigungen von knapp 0,9 Mrd. Euro erwartet, die infolge der anhaltenden Finanzmarktkrise im Bereich der strukturierten Finanzprodukte der Dresdner Bank vorzunehmen sind. Wie der Konzern mitteilte, rechnet er für das abgelaufene Quartal mit einem deutlich rückläufigen operativen Ergebnis. Aufgrund der ungünstigen Börsenkurse wurden im ersten Quartal 2008 die Realisierungsgewinne aus Kapitalanlagen bewusst niedrig gehalten. Daher liegt der erwartete Quartalsüberschuss deutlich unter dem Vorjahreswert. "Fast 2 Mrd. Euro operatives Ergebnis in diesem schwierigen Marktumfeld unterstreichen unsere nachhaltige Profitabilität. Wir halten daher unser mittelfristiges Ergebnisziel für 2009 nach wie vor für erreichbar, auch wenn dies umso schwieriger wird, je länger die Finanzmarktkrise andauert", so Allianz-Vorstand Helmut Perlet.

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) hat für das erste Quartal 2008 einen Nettoverlust sowie einen Vorsteuerverlust bekannt gegeben. Wie das Kreditinstitut heute erklärte, verringerten sich die Erträge um rund die Hälfte. Ferner entstand ein Verlust vor Steuern, gegenüber einem deutlichen Gewinn vor Steuern im Vergleichsquartal 2007. Gemäß der gesellschaftseigenen Zielgrößendefinition, bei der bestimmte signifikante Gewinne (nach Abzug damit verbundener Aufwendungen) unberücksichtigt bleiben, ergab sich sogar ein noch deutlich höherer Vorsteuerverlust von 1,1 Mrd. Euro. Der Verlust nach Steuern belief sich auf 141 Mio. Euro, verglichen mit einem Gewinn nach Steuern von 2,1 Mrd. Euro im Vergleichsquartal 2007.

Der Einzelhandelskonzern METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) gab heute bekannt, dass er mit einem kräftigen Wachstum bei Umsatz und EBIT ins Geschäftsjahr 2008 gestartet ist. Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal um 7,3 Prozent. In Deutschland wuchs der Umsatz um 0,9 Prozent. Unter Berücksichtigung der Standortabgaben bei Real war das organische Wachstum deutlich höher. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte um 8 Prozent gesteigert werden. Das Periodenergebnis war leicht rückläufig. Für das laufende Geschäftsjahr 2008 rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von mehr als 6 Prozent. Beim EBIT wird vor Sondereffekten ein Wachstum von 6 bis 8 Prozent erwartet. Darin sind mögliche Aufwendungen im Rahmen der angekündigten Straffung des Filialnetzes bei Real Deutschland nicht enthalten.

Der Automobilzulieferer Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) musste im ersten Quartal aufgrund von Belastungen in Zusammenhang mit der Übernahme der Geschäftssparte VDO einen Ergebnisrückgang vorweisen. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden bekräftigt. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 68 Prozent. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbuchte der Konzern einen leichten Anstieg. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter wurde indes ein Rückgang um 39 Prozent ausgewiesen.

Der Automobilhersteller Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) legte heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Demnach wurde das Ergebnis des Automobilherstellers im Berichtszeitraum durch die Auswirkungen der Finanzkrise, weiter steigende Rohstoffpreise sowie die Schwäche des Dollars negativ beeinflusst. Der Überschuss ging um 17,0 Prozent zurück. Dabei übertraf der Automobilabsatz im ersten Quartal den Vorjahreswert. Entsprechend stieg der Konzernumsatz um 11,2 Prozent. Währungsbereinigt wäre der Konzernumsatz um 16,6 Prozent gestiegen, so BMW weiter. Bereinigt um den Sondereffekt aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe im Jahr 2007 will der Münchener Automobilhersteller im laufenden Geschäftsjahr ein Konzernergebnis vor Steuern erreichen, das über dem Niveau des Vorjahres liegt.

Der Technologiekonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) hat seine Aktivitäten im Bereich Power-Management-Applikationen durch die Übernahme des US-Unternehmens Primarion Inc. verstärkt. Wie der Konzern am Montagabend erklärte, gehört Primarion zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Design, Fertigung und Marketing von Chips für digitales Power-Management in Computer-, Grafik- und Kommunikationsanwendungen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Die Vossloh AG (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, konnte der Konzernüberschuss um 62 Prozent gesteigert werden. Beim Umsatz verzeichnete der Bahntechnikkonzern einen Anstieg um 28,8 Prozent. Bei der Vorlage der Quartalszahlen bekräftigte Vossloh erneut die Planzahlen für die Jahre 2008 und 2009. (29.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Lufthansa 17,1 +1,4%
Allianz SE 129,5 +0,2%
Deutsche Bank 76,1 -0,4%
METRO 51,5 +2,7%
Continental 82,5 +4,0%
Bayerische Motoren Werke 36,9 +0,5%
Infineon Technologies 6,9 +1,5%
Vossloh 96,3 +1,7%

Top-Rankings




Die 30 bestbezahlten US-CEOs
klicken Sie hier

Die 30 weltgrößten Unternehmen
klicken Sie hier
Angenommen, der Bundeskanzler würde in Deutschland direkt gewählt werden. Für wen würden Sie stimmen?
Angela Merkel
Kurt Beck
Christian Wulff
Frank Walter Steinmeier
Guido Westerwelle
Oskar Lafontaine




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige