18.06.2008 13:19
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DAX am Mittag: Schwächer, Versorger im Plus, Air Berlin im Sinkflug

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem behaupteten Auftakt liegt der deutsche Aktienmarkt zur Tagesmitte hin deutlicher in der Verlustzone. Derzeit gibt der DAX 0,75 Prozent ab und notiert bei 6.745,14 Indexpunkten. Der MDAX fällt um 1,35 Prozent zurück auf 9.622,15 Zähler. Mitunter belastet ein Pressebericht, wonach die britische Bankgesellschaft Royal Bank of Scotland ihre Kunden vor einem massiven Einbruch an den internationalen Aktienmärkten gewarnt hat. Am späten Nachmittag steht in den USA der Ölmarktbericht zur Veröffentlichung an. Ferner erwarten die Anleger gespannt die Quartalszahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley.

Noch größere Verluste im DAX verhindert das Indexschwergewicht E.ON. Die Aktie des Versorgers verteuert sich nach positiven Analystenkommentaren an der Indexspitze um 1,2 Prozent. RWE legen - ebenfalls nach Analystenlob - leicht zu. Gegen den Trend tendieren außerdem Infineon, Siemens und die HRE fester.

Die Aktie von TUI ist mit -1,7 Prozent im unteren Indexdrittel zu finden. Einem Pressebericht zufolge räumt der Reise- und Schifffahrtskonzern potenziellen Käufern der Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd die Möglichkeit ein, die beiden Immobilien der Reederei nicht zu übernehmen. Am Indexende geben Titel der Deutschen Börse 2,9 Prozent ab. Verstärkt Kasse machen die Anleger auch bei Henkel, BMW und Continental. Die Verluste belaufen sich hier auf jeweils mehr als 2 Prozent. Daimler verlieren ein knappes Prozent. Der Konzern kündigte heute Investitionen in Höhe von 800 Mio. Euro in ein neues Werk in Ungarn an.

Im MDAX übernehmen STADA mit +5 Prozent die Führung. K+S legen dahinter 1,3 Prozent zu. Kursverluste von jeweils mehr als 5 Prozent verzeichnen Pfleiderer, ProSiebenSat.1 und IVG. Deutlich unter Druck steht im SDAX auch die Aktie der Billigfluglinie Air Berlin. Hintergrund für das deutliche Minus von derzeit mehr als 8 Prozent ist eine negative Analysteneinschätzung der US-Bank Morgan Stanley, die das Kursziel für den Titel von zuletzt 4,00 Euro auf 2,01 Euro abgesenkt hat.

Unternehmensmeldungen:

Der Technologiekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab heute bekannt, dass die chinesische Chinalco Aluminium Co. Ltd. bei Siemens VAI Metals Technologies zwei zusätzliche Fertiggerüste für das Aluminium-Warmwalzwerk der Chinalco Ruimin Co. Ltd. in Mawei (Fuzhou) bestellt hat. Den Angaben zufolge hat der Erweiterungsauftrag ein Volumen von rund 15 Mio. Euro und soll im September 2009 abgeschlossen sein.

Der Automobilhersteller Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) plant die Errichtung eines neuen Werks im ungarischen Kecskemét. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, beläuft sich das geplante Investitionsvolumen in das neue Werk auf rund 800 Mio. Euro. Dabei sollen in Ungarn künftig die A- und B-Klasse von Mercedes-Benz gefertigt werden, die bislang in Rastatt produziert werden. Durch das neue Werk in Ungarn verspricht sich der Automobilhersteller neben der Erschließung neuer Absatzmärkte sowie dem dringend benötigten Ausbau der Fertigungskapazitäten auch die Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit. Wie der Automobilhersteller weiter erklärte, will man auch zukünftig am Produktionsstandort in Rastatt festhalten, wobei das Produktangebot von Mercedes-Benz im Kompaktwagensegment von bisher zwei auf vier Modelle erweitert werden soll. In diesem Zusammenhang sind Investitionen in Höhe von 600 Mio. Euro geplant, um dabei langfristig die volle Nutzung der Kapazitäten im Werk Rastatt sicherzustellen.

Die TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) will ihre Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd möglicherweise ohne Immobilien veräußern. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland", die sich bei ihren Angaben auf Unternehmenskreise beruft, räumt der Reise- und Schifffahrtskonzern potenziellen Käufern von Hapag-Lloyd die Möglichkeit ein, die beiden Immobilien der Reederei nicht zu übernehmen. Diese Option für die Immobilien schürt dabei Spekulationen, wonach die Stellen in der Zentrale von Hapag-Lloyd am Hamburger Ballindamm und in einem weiteren Verwaltungsgebäude nach der Übernahme durch eine ausländische Reederei aus der Hansestadt abgezogen werden. Derzeit beschäftigt Hapag-Lloyd in Hamburg 1.800 Mitarbeiter, davon etwa 600 Seeleute. Laut dem Bericht befürchten viele der Beschäftigten nach einer Übernahme einen drastischen Stellenabbau, insbesondere in der Verwaltung von Hapag-Lloyd.

Die Bilfinger Berger AG (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) erwartet den Zuschlag für ein Großprojekt in Ungarn. Wie der Baukonzern heute erklärte, liegt ein Konsortium unter Führung des Konzerns im Wettbewerb um ein weiteres Teilstück der ungarischen Autobahn M6 an erster Position. Dabei beläuft sich das Investitionsvolumen dieses Auftrags, der die Planung, Finanzierung sowie den Bau des neuen 65 Kilometer langen Schnellstraßenabschnitts umfasst, auf 500 Mio. Euro. Mit eingeschlossen ist dabei außerdem der Betrieb des Autobahnabschnitts über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Konzern hält an der Projektgesellschaft einen Anteil von 45 Prozent. (18.06.2008/ac/n/m)

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