23.04.2008 13:37
Drucken |

Schrift:

DAX am Mittag: Verluste nach enttäuschenden Ambac-Zahlen, Merck und Infineon gesucht, VW schwach

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem freundlichen Auftakt liegt der deutsche Aktienmarkt zur Tagesmitte hin in der Verlustzone. Der DAX gibt aktuell 0,47 Prozent ab auf 6.696,78 Zähler, während es für den MDAX noch um 0,07 Prozent auf 9.125,99 Indexpunkte nach oben geht. Dabei belasten insbesondere die enttäuschenden Zahlen des US-Anleiheversicherers Ambac.

Merck ziehen nach Quartalsergebnissen um 4 Prozent an und verweisen Infineon auf den zweiten Platz. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und Gewinn im ersten Quartal verbessern und die Prognosen in den Schatten stellen. Die Aktie von Infineon legt dahinter 3,3 Prozent zu. Belastet von Verlusten bei der Speicherchip-Tochter Qimonda und Abschreibungen in Höhe von gut 1 Mrd. Euro verzeichnete der Konzern im zweiten Quartal einen drastischen Verlust. Für das gesamte Geschäftsjahr wurde die bereits veröffentlichte Prognose bekräftigt.

Deutlich fester tendieren außerdem Siemens und E.ON. Der Energieversorger hat heute mit der französischen AREVA und Siemens eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit beim Kernkraftwerksneubau und der Weiterentwicklung von Kernkrafttechnik unterzeichnet. Des Weiteren stehen RWE im Blick. Der Konzern hat aus dem IPO der US-Tochter American Water weniger erlöst als bislang angenommen und daraufhin seinen Ausblick gesenkt. Der Wert gewinnt aber dennoch leicht hinzu.

Papiere von Volkswagen fallen um 2,7 Prozent zurück. Der Autobauer hat heute Quartalszahlen auf den Tisch gelegt. Das operative Ergebnis stieg dabei um knapp 21 Prozent, verfehlte die Erwartungen der Analysten damit aber leicht. Belastet von den schwachen Ambac-Zahlen geben außerdem die HRE und die Commerzbank jeweils 3,1 Prozent und die Deutsche Bank 2,3 Prozent ab. An letzter Stelle fallen Titel der Deutschen Lufthansa um knapp 5 Prozent zurück.

SGL CARBON gewinnen im MDAX fast 5 Prozent. Der Konzern konnte im ersten Quartal dank der starken Entwicklung in allen Kerngeschäftsbereichen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Für Praktiker geht es um annähernd 7 Prozent nach oben. Die Baumarktkette musste im ersten Quartal aufgrund der schwachen Entwicklung im Inland einen Umsatzrückgang ausweisen. Ferner stieg der Fehlbetrag an. GEA verlieren nach Zahlen 1,3 Prozent.

Im SDAX stechen Papiere der IKB mit einem Zuwachs von mehr als 11 Prozent ins Auge, nachdem der angeschlagene Finanzkonzern am Vorabend die Verlustprognose für das Geschäftsjahr 2007/08 reduziert hat.

Unternehmensmeldungen:

Die Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2008 verbessern. Wie der Automobilhersteller heute erklärte, lagen die Umsatzerlöse um 1,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Gleichzeitig kletterte das Operative Ergebnis um 20,9 Prozent, während das Ergebnis nach Steuern um 25,6 Prozent anwuchs.

Die Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2008 verbessern. Wie der Pharmakonzern heute bekannt gab, wuchsen die Gesamterlöse der Merck-Gruppe um 8,3 Prozent. Organisch wuchsen die Gesamterlöse der Merck-Gruppe um 14 Prozent, wurden aber nach Umrechnung der jeweiligen Landeswährungen in den starken Euro um 5,4 Prozent geschmälert. Da die Gesamterlöse stärker wuchsen als die Vertriebskosten, stieg das Bruttoergebnis um 10 Prozent. Ferner verbesserte sich das Operative Ergebnis um 49 Prozent. Gleichzeitig wurde ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern ausgewiesen, im Vergleich zu einem Verlust im Vorjahresquartal. Merck erwartet weiterhin eine Steigerung der Gesamterlöse im Bereich von 5 bis 9 Prozent und eine Umsatzrendite (Operatives Ergebnis/Gesamterlöse) abzüglich der Abschreibungen und der Integrationskosten bei Merck Serono zwischen 23 und 27 Prozent.

Der Technologiekonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) musste im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 einen Verlust verbuchen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten sowie von Akquisitionen und Veräußerungen von Geschäftsanteilen kletterte der Umsatz um 10 Prozent. Infineons EBIT sank dabei um rund 45 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Im zweiten Quartal verzeichnete der Infineon-Konzern einen Konzernfehlbetrag von 1,37 Mrd. Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr bleibt Infineon bei seiner bereits veröffentlichten Prognose für seine fortgeführten Aktivitäten. Infineon erwartet zurzeit eine Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Das Infineon-EBIT ohne Berücksichtigung von Sondereffekten wird im Geschäftsjahr 2008 voraussichtlich positiv ausfallen, mit einer EBIT-Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) meldete heute, dass sein Vorstand beschlossen hat, 58 Millionen Aktien von American Water zum Preis von 21,50 Dollar pro Aktie an der New Yorker Börse zu platzieren. Der Erlös aus dem Börsengang in Höhe von ca. 1,2 Mrd. Dollar fließe RWE zu. Den Angaben zufolge führt die Platzierung der Aktien zu einer Ergebnisbelastung bei RWE in Höhe von bis zu ca. 0,6 Mrd. Euro. Die bislang prognostizierte Steigerung des Nettoergebnisses in 2008 um über 10 Prozent könne daher nicht aufrechterhalten werden. RWE erwartet nun ein Nettoergebnis leicht unter Vorjahresniveau. Das betriebliche Ergebnis sowie das für die Bemessung der Dividende maßgebliche nachhaltige Nettoergebnis von RWE bleiben davon unberührt, hieß es.

Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) hat heute mit der französischen AREVA CI S.A. (ISIN FR0004275832/ WKN 890173) und dem deutschen Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit beim Kernkraftwerksneubau und der Weiterentwicklung von Kernkrafttechnik unterzeichnet. Die Absichtserklärung sieht dabei eine Kooperation im Bereich von Kraftwerksneubauten des E.ON-Konzerns in Großbritannien vor. In diesem Rahmen wird E.ON den hochmodernen 1.600 MW Druckwasserreaktor (EPR) der AREVA und den konventionellen Kraftwerksteil von Siemens für den Bau von neuen Kernkraftwerken in Großbritannien wählen.

Der Technologiekonzern GEA Group AG (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) hat heute anlässlich der Hauptversammlung die Eckdaten für das erste Quartal bekannt gegeben. Der Umsatz der Kernsegmente erhöhte sich wie auch schon im Vorjahr um rund 20 Prozent. Gleichzeitig ist es den Angaben zufolge gelungen, das EBIT der Kernsegmente um 35 Prozent zu steigern.

Die Baumarktkette Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) musste im ersten Quartal aufgrund der schwachen Entwicklung im Inland einen Umsatzrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, sank der Gesamtumsatz um 1,4 Prozent. Im Auslandsgeschäft wurde ein Umsatzplus von 15,5 Prozent ausgewiesen, während man im Inland einen Rückgang der Umsatzerlöse um 6,6 Prozent hinnehmen musste. Der Quartalsfehlbetrag wurde um 30 Prozent ausgeweitet. Im Hinblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2008 bekräftigt das Management seine auf der Bilanzpressekonferenz am 2. April abgegebene Prognose.

Die SGL CARBON AG (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) konnte im ersten Quartal dank der starken Entwicklung in allen Kerngeschäftsbereichen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 9,1 Prozent. Auf währungsbereinigter Basis wurde ein Umsatzplus von 14 Prozent ausgewiesen. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Anstieg um 35,7 Prozent ausgewiesen. Der Konzern bestätigte im Anschluss seine Prognosen für das Gesamtjahr. Demnach soll der Konzernumsatz im Vorjahresvergleich um 10 bis 15 Prozent zulegen, während das EBIT um 15 bis 20 Prozent gesteigert werden soll.

Die angeschlagene IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) gab am späten Dienstag bekannt, dass sie ihre Konzern-Verlustprognose für das Geschäftsjahr 2007/08 reduziert hat. Den Angaben zufolge rechnet der IKB-Vorstand für das Geschäftsjahr 2007/08 im Konzern (nach IFRS) nun mit einem Operativen Verlust von 0,2 Mrd. Euro. Bisher war man von einem Verlust von 0,8 Mrd. Euro ausgegangen. Diese Verringerung habe sich im Rahmen der noch laufenden Arbeiten zur Erstellung des Konzernjahresabschlusses per 31. März 2008 ergeben. (23.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Volkswagen 204,7 +0,9%
Merck 79,3 +0,9%
Infineon Technologies 5,0 +3,7%
RWE 75,6 +0,6%
EON 120,2 +1,0%
Siemens 73,2 +1,2%
GEA Group 21,4 -1,4%
Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte 10,8 -3,8%
SGL Carbon 42,0 -1,8%
IKB Deutsche Industriebank 2,5 -1,2%
Wen würden Sie zum nächsten US-Präsidenten wählen?
John McCain
Barack Obama
Keinen von beiden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige