23.06.2008 10:38
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DAX am Morgen: Etwas festerer Wochenauftakt, Postbank auf Talfahrt

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den kräftigen Verlusten am Freitag ist der deutsche Aktienmarkt etwas fester in die neue Woche gestartet. Ungeachtet der schwachen Vorgaben aus den USA und Asien und dem jüngsten Ölpreisanstieg gewinnt der DAX derzeit 0,12 Prozent auf 6.586,24 Indexpunkte. Der MDAX ist inzwischen in die Verlustzone gerutscht und gibt 0,66 Prozent ab auf 9.439,25 Zähler. Der unerwartet deutliche Rückgang des ifo Geschäftsklimaindex für Juni spielt dabei keine entscheidende Rolle.

Einem Pressebericht zufolge hat die britische Bankgesellschaft Lloyds TSB eine nicht bindende Offerte für die zur Allianz gehörende Tochter Dresdner Bank abgegeben. Papiere der Allianz legen daraufhin 0,5 Prozent zu. Titel der Commerzbank, die ebenfalls an der Dresdner Bank interessiert ist, gewinnen als Spitzenreiter 3,3 Prozent.

Deutlich fester präsentieren sich außerdem die Deutsche Telekom und die Deutsche Börse. MAN legen ebenfalls spürbar zu. Laut einem Zeitungsartikel bereitet der Konzern den Verkauf der in den Bereichen Anlagenbau- und Industriedienstleistungen tätigen Tochter Ferrostaal vor. Auf der anderen Seite knicken Papiere der Deutschen Postbank nach einer negativen Analystenstudie um 4,3 Prozent ein. Kräftige Verluste fahren außerdem die HRE, Daimler und die Deutsche Lufthansa ein.

Die Aktie des Modekonzerns ESCADA büßt im SDAX nach einer Ergebniswarnung gut 2 Prozent ein. Air Berlin setzen den steilen Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort und geben rund 5 Prozent ab. Papiere des MDAX-Absteigers ARQUES verlieren mehr als 6 Prozent. Dagegen profitieren SKW von einem Großauftrag des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Aktuell geht es hier um 0,8 Prozent nach oben.

Unternehmensmeldungen:

Die britische Bankgesellschaft Lloyds TSB Group plc (ISIN GB0008706128/ WKN 871784) hat einem Pressebericht zufolge eine nicht bindende Offerte für die zur Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Tochter Dresdner Bank abgegeben. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" laufen bereits seit mehreren Wochen Verhandlungen zwischen dem Allfinanzkonzern und der britischen Großbank über einen Verkauf der Dresdner Bank-Aktivitäten. Den Angaben zufolge haben die Briten bereits ein unverbindliches Kaufangebot abgegeben. Wie es weiter heißt, sei die Allianz bereit, erhebliche Abschreibungen bei einem Verkauf hinzunehmen. Derzeit werde die Dresdner Bank mit 12 Mrd. Euro in den Büchern der Allianz stehen, während ein realistischer Verkaufswert eher bei 8 Mrd. Euro liegen dürfte, so das Magazin.

Die MAN AG (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) bereitet einem Pressebericht zufolge den Verkauf der in den Bereichen Anlagenbau- und Industriedienstleistungen tätigen Tochter Ferrostaal vor. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, hat der Industriekonzern die Investmentbank Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) mit der Suche nach geeigneten Kaufinteressenten für die Sparte beauftragt. Durch den Verkauf der Traditionssparte würde sich für MAN die Chance ergeben, seine Struktur rasch zu vereinfachen, sollte es zu einer Dreierallianz zwischen den Lkw-Herstellern Volkswagen AG (VW) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), MAN und Scania AB (ISIN SE0000308272/ WKN 899845) kommen.

Der Finanzinvestor JC Flowers hält kurz vor Ablauf des freiwilligen Übernahmeangebots für knapp 25 Prozent der Anteilsscheine der Hypo Real Estate Holding AG (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) mehr als 18 Prozent an dem Immobilienfinanzierer. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurden bis zum 20. Juni 17.00 Uhr 18,54 Prozent der Anteilsscheine der Hypo Real Estate angedient. Die Annahmefrist läuft am heutigen Montag um 24.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus. JC Flowers hatte am 23. Mai dieses Jahres ein Übernahmeangebot in Höhe von 22,50 Euro je Aktie der Hypo Real Estate vorgelegt. Die Mindestannahmeschwelle, damit die Offerte zustande kommt, liegt bei 20 Prozent.

Die SKW Stahl-Metallurgie GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01), hat mit der zum Stahlkonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) gehörenden ThyssenKrupp CSA (Brasilien) eine Vereinbarung über einen Zehnjahres-Liefervertrag für Calciumcarbid-basierte Entschwefelungsgemische (CaD) geschlossen. Wie der im SDAX notierte Spezialchemiekonzern heute mitteilte, wird man das derzeit im Bau befindliche brasilianische Werk des Stahlkonzerns beliefern. Zu diesem Zweck wird SKW Metallurgie in unmittelbarer Nähe von ThyssenKrupp in der Region Rio de Janeiro (Brasilien) ein eigenes Werk für die Produktion von Calciumcarbid-basierten Entschwefelungsgemischen bauen. Der Vertrag deckt mindestens 75 Prozent des jährlichen CaD-Bedarfs von ThyssenKrupp CSA in Brasilien ab. Der voraussichtliche Produktionsbeginn soll parallel zur Inbetriebnahme des Stahlwerks in 2009 erfolgen. Den weiteren Angaben zufolge verläuft das zweite Quartal bislang sehr positiv.

Der Modekonzern ESCADA AG (ISIN DE0005692107/ WKN 569210) hat am Freitag eine Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2007/08 veröffentlicht. Den Angaben zufolge ist das Marktumfeld für den Konzern in den vergangenen Wochen nochmals schwieriger geworden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen passt ESCADA die Umsatz- und Ergebniserwartung für das Geschäftsjahr 2007/08 an: Anstatt eines Konzernergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von ca. 51 Mio. Euro erwartet der Vorstand ein EBITDA von rund 37 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern wird aus heutiger Sicht einen negativen Wert aufweisen. Beim Konzernumsatz 2007/08 erwartet ESCADA ein Rückgang um einen niedrigeren zweistelligen Prozentsatz. (23.06.2008/ac/n/m)

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