23.04.2008 10:33
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DAX am Morgen: Freundlich, Infineon und Merck nach Zahlen im Aufwind, RWE senkt Ausblick

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt verzeichnet am Mittwochmorgen mäßige Aufschläge. Der DAX verbucht derzeit ein Plus von 0,50 Prozent auf 6.762,26 Zähler, während es für den MDAX um 0,57 Prozent auf 9.172,05 Indexpunkte nach oben geht. Die Vorgaben der Wall Street sind dabei keine Hilfe, allerdings haben die asiatischen Börsen heute fester geschlossen.

Die Aktie von Infineon knüpft dabei nahtlos an die gestrigen Gewinne an und steigt an der DAX-Spitze um gut 5 Prozent. Belastet von Verlusten bei der Speicherchip-Tochter Qimonda und Abschreibungen in Höhe von gut 1 Mrd. Euro verzeichnete der Konzern im zweiten Quartal einen drastischen Verlust. Für das gesamte Geschäftsjahr wurde die bereits veröffentlichte Prognose bekräftigt.

Merck ziehen nach Zahlen um knapp 5 Prozent an. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal verbessern und die Prognosen in den Schatten stellen. Deutlich fester tendieren außerdem Siemens und E.ON. Der Energieversorger RWE hat aus dem IPO der US-Tochter American Water weniger erlöst als bislang angenommen und daraufhin seinen Ausblick gesenkt. Der Wert gewinnt aber dennoch 0,7 Prozent. Auf der anderen Seite fallen Titel der Deutschen Lufthansa um mehr als 3 Prozent zurück.

SGL CARBON gewinnen an der MDAX-Spitze mehr als 3 Prozent. Der Konzern konnte im ersten Quartal dank der starken Entwicklung in allen Kerngeschäftsbereichen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Für Praktiker geht es leicht nach oben. Die Baumarktkette musste im ersten Quartal aufgrund der schwachen Entwicklung im Inland einen Umsatzrückgang ausweisen. Ferner stieg der Fehlbetrag an.

Im SDAX stechen Papiere der IKB mit einem Zuwachs von mehr als 12 Prozent ins Auge, nachdem der angeschlagene Finanzkonzern am Vorabend die Verlustprognose für das Geschäftsjahr 2007/08 reduziert hat.

Unternehmensmeldungen:

Die Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2008 verbessern. Wie der Pharmakonzern heute bekannt gab, wuchsen die Gesamterlöse der Merck-Gruppe um 8,3 Prozent. Organisch wuchsen die Gesamterlöse der Merck-Gruppe um 14 Prozent, wurden aber nach Umrechnung der jeweiligen Landeswährungen in den starken Euro um 5,4 Prozent geschmälert. Da die Gesamterlöse stärker wuchsen als die Vertriebskosten, stieg das Bruttoergebnis um 10 Prozent. Ferner verbesserte sich das Operative Ergebnis um 49 Prozent. Gleichzeitig wurde ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern ausgewiesen, im Vergleich zu einem Verlust im Vorjahresquartal. Merck erwartet weiterhin eine Steigerung der Gesamterlöse im Bereich von 5 bis 9 Prozent und eine Umsatzrendite (Operatives Ergebnis/Gesamterlöse) abzüglich der Abschreibungen und der Integrationskosten bei Merck Serono zwischen 23 und 27 Prozent.

Der Technologiekonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) musste im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 einen Verlust verbuchen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten sowie von Akquisitionen und Veräußerungen von Geschäftsanteilen kletterte der Umsatz um 10 Prozent. Infineons EBIT sank dabei um rund 45 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Im zweiten Quartal verzeichnete der Infineon-Konzern einen Konzernfehlbetrag von 1,37 Mrd. Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr bleibt Infineon bei seiner bereits veröffentlichten Prognose für seine fortgeführten Aktivitäten. Infineon erwartet zurzeit eine Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Das Infineon-EBIT ohne Berücksichtigung von Sondereffekten wird im Geschäftsjahr 2008 voraussichtlich positiv ausfallen, mit einer EBIT-Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) meldete heute, dass sein Vorstand beschlossen hat, 58 Millionen Aktien von American Water zum Preis von 21,50 Dollar pro Aktie an der New Yorker Börse zu platzieren. Der Erlös aus dem Börsengang in Höhe von ca. 1,2 Mrd. Dollar fließe RWE zu. Den Angaben zufolge führt die Platzierung der Aktien zu einer Ergebnisbelastung bei RWE in Höhe von bis zu ca. 0,6 Mrd. Euro. Die bislang prognostizierte Steigerung des Nettoergebnisses in 2008 um über 10 Prozent könne daher nicht aufrechterhalten werden. RWE erwartet nun ein Nettoergebnis leicht unter Vorjahresniveau. Das betriebliche Ergebnis sowie das für die Bemessung der Dividende maßgebliche nachhaltige Nettoergebnis von RWE bleiben davon unberührt, hieß es.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) meldete am Dienstag, dass er und die Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean Cruises Ltd. (ISIN LR0008862868/ WKN 886286) offiziell den Joint Venture-Vertrag für TUI Cruises in Hamburg unterzeichnet haben. TUI Cruises wird die neue Kreuzfahrtmarke für den deutschsprachigen Volumenmarkt für Premium-Kreuzfahrten. Die beiden Joint Venture-Partner hatten ihre Absicht zur Gründung von TUI Cruises am 10. Dezember 2007 angekündigt. Grünes Licht von den europäischen Kartellbehörden liegt seit dem 10. März 2008 vor. Royal Caribbean und TUI AG werden jeweils zu 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sein.

Die Baumarktkette Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG (ISIN DE000A0F6MD5/ WKN A0F6MD) musste im ersten Quartal aufgrund der schwachen Entwicklung im Inland einen Umsatzrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, sank der Gesamtumsatz um 1,4 Prozent. Im Auslandsgeschäft wurde ein Umsatzplus von 15,5 Prozent ausgewiesen, während man im Inland einen Rückgang der Umsatzerlöse um 6,6 Prozent hinnehmen musste. Der Quartalsfehlbetrag wurde um 30 Prozent ausgeweitet. Im Hinblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2008 bekräftigt das Management seine auf der Bilanzpressekonferenz am 2. April abgegebene Prognose.

Die SGL CARBON AG (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) konnte im ersten Quartal dank der starken Entwicklung in allen Kerngeschäftsbereichen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 9,1 Prozent. Auf währungsbereinigter Basis wurde ein Umsatzplus von 14 Prozent ausgewiesen. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Anstieg um 35,7 Prozent ausgewiesen. Der Konzern bestätigte im Anschluss seine Prognosen für das Gesamtjahr. Demnach soll der Konzernumsatz im Vorjahresvergleich um 10 bis 15 Prozent zulegen, während das EBIT um 15 bis 20 Prozent gesteigert werden soll.

Die angeschlagene IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) gab am späten Dienstag bekannt, dass sie ihre Konzern-Verlustprognose für das Geschäftsjahr 2007/08 reduziert hat. Den Angaben zufolge rechnet der IKB-Vorstand für das Geschäftsjahr 2007/08 im Konzern (nach IFRS) nun mit einem Operativen Verlust von 0,2 Mrd. Euro. Bisher war man von einem Verlust von 0,8 Mrd. Euro ausgegangen. Diese Verringerung habe sich im Rahmen der noch laufenden Arbeiten zur Erstellung des Konzernjahresabschlusses per 31. März 2008 ergeben. (23.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Merck 79,3 +0,9%
Infineon Technologies 5,0 +3,7%
RWE 75,6 +0,6%
TUI 15,4 +1,1%
Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte 10,8 -3,8%
SGL Carbon 42,0 -1,8%
IKB Deutsche Industriebank 2,5 -1,2%
Wen würden Sie zum nächsten US-Präsidenten wählen?
John McCain
Barack Obama
Keinen von beiden




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