13.05.2008 10:23
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DAX am Morgen: Freundlicher Handelsauftakt, Deutsche Börse an der Spitze, Celesio unter Druck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind am Morgen mit Zugewinnen gestartet. Nach freundlichen Vorgaben aus den USA kann der DAX derzeit 0,36 Prozent auf 7.061,47 Punkte zulegen, während der MDAX um 0,45 Prozent auf 9.647,54 Zähler ansteigt. Damit kann der deutsche Leitindex zunächst an die freundliche Tendenz vom Pfingstmontag anknüpfen, als der DAX 0,47 Prozent auf 7.035,95 Punkte zulegen konnte.

Im Blickpunkt des Interesses stehen zu Handelsbeginn die Anteilsscheine der Deutschen Telekom. Zuvor hatte die staatliche KfW die Platzierung einer Umtauschanleihe im Gesamtwert von 3,0 Mrd. Euro auf Aktien des im DAX30 notierten Telekommunikationskonzerns angekündigt. Aktuell rangiert die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Minus von mehr als 1,4 Prozent am unteren Ende des DAX. Ebenfalls wenig gefragt sind Anteilsscheine der Deutschen Postbank, die nach verhaltenen Analystenkommentaren mit einem Abschlag von 0,8 Prozent mit am unteren Ende des DAX liegen. Leichte Abschläge hat auch der Stahlhersteller ThyssenKrupp zu verzeichnen, wobei der Wert nach der starken Performance des Vortages aufgrund von Gewinnmitnahmen derzeit 0,2 Prozent leichter tendiert.

Auf der Gewinnerseite befinden sich zu Handelsbeginn Anteilsscheine der Deutschen Börse, die den DAX aufgrund freundlicher charttechnischer Rahmenbedingungen mit einem Plus von 1,8 Prozent anführen. Deutlichere Aufschläge sind daneben bei der Deutschen Lufthansa auszumachen, die aufgrund leicht rückläufiger Ölpreisnotierungen sowie positiven Analystenkommentaren mehr als 1,2 Prozent zulegen kann. Gefragt sind zu Handelsbeginn außerdem Infineon, FMC sowie TUI, die jeweils mehr als 0,8 Prozent zulegen können. Aktien des Automobilkonzerns Volkswagen verteuern sich ebenfalls leicht. Einem Pressebericht zufolge plant der Wolfsburger Konzern den Bau eines neuen Werks in den USA.

In der zweiten Reihe stehen Anteilsscheine des Pharmagroßhändlers Celesio im Blick. Zuvor hatte der Konzern enttäuschende Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, was aktuell mit einem Abschlag von mehr als 5 Prozent quittiert wird.

Unternehmensnachrichten:

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) hat am Dienstag eine Umtauschanleihe auf Aktien der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) begeben. Laut der Pressemitteilung hat die Umtauschanleihe ein Volumen von 3,0 Mrd. Euro. Die Anleihe kann durch Ausübung einer Greenshoe Option um weitere 0,3 Mrd. Euro erhöht werden. Die Umtauschanleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und 1 Monat, ist ab dem dritten Kupontermin nach 3 Jahren und 1 Monat vorbehaltlich eines Kündigungsschwellenwertes (hurdle rate) von 130 Prozent kündbar und bei Fälligkeit zu 100 Prozent des Nominalwertes rückzahlbar. Die Umtauschanleihe wird mit einem Kupon von 2,875 bis 3,375 Prozent und einer Umtauschprämie von 25 bis 30 Prozent vermarktet. Die genaue Höhe von Kupon und Umtauschprämie werden bei Kursfestlegung festgesetzt.

Der Automobilkonzern Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) plant einem Pressebericht zufolge ein neues Werk in den USA, in dem erstmals auch Modelle der Tochter AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700) und des Sportwagenherstellers Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE0006937733/ WKN 693773) vom Band laufen sollen. "Noch vor der Sommerpause im Juli werden wir das Thema US-Werk zur Entscheidung in den Aufsichtsrat bringen", erklärte der VW-Vorstandschef Martin Winterkorn gegenüber dem "Handelsblatt". Die Produktion in den USA solle laut dem Bericht bereits 2010 anlaufen. Europas größter Autobauer legt sich damit erstmals auf einen konkreten Zeitplan für sein US-Engagement fest. Widerstand aus dem Aufsichtsrat muss Winterkorn nicht fürchten. Vorsitzender des Kontrollgremiums ist Ferdinand Piëch, der gemeinsam mit der Familie Porsche den Zuffenhausener Sportwagenhersteller beherrscht.

Dem Pharmakonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) droht bei der Antibabypille Yasmin in Kürze ein Nachahmerpräparat. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" wird der US-Konkurrent Barr Pharmaceuticals Inc. (ISIN US0683061099/ WKN 873170) am 1. Juli in den USA eine Nachahmerversion des Medikaments auf den Markt bringen. Der Fall Yasmin ist der schwerwiegendste Patentstreit, den Bayer gegenwärtig auszutragen hat. Im vergangenen Jahr erzielte Yasmin in den USA umgerechnet 321 Mio. Euro Umsatz. Für den Fall, dass die Billigkopie auf den Markt kommt, hat Bayer die Jahresprognose der Medizinsparte vorsorglich schon leicht gesenkt.

Die Celesio AG (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) musste im ersten Quartal aufgrund des schwierigen regulatorischen Umfelds in der Pharmabranche einen Gewinnrückgang hinnehmen, Wie der im MDAX notierte Konzern am Dienstag erklärte, lag das EBITDA, das den operativen Erfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausdrückt, um 25,7 Prozent (21,7 Prozent in lokaler Währung) ab. Der Jahresüberschuss verringerte sich im Vorjahresvergleich in lokaler Währung um 43,8 Prozent. Beim Umsatz wurde ein Rückgang von 3,9 Prozent in Lokaler Währung ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern aufgrund der staatlichen Kostensenkungsmaßnahmen vor allem in Großbritannien dem nicht vertretbaren Rabattwettbewerbs in Deutschland, der Umstellung der Distribution einzelner Hersteller und der Pfundschwäche Belastungen. Beim Umsatz wird für das Gesamtjahr ein währungsbedingter Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr erwartet. Das operative Ergebnis (EBITDA) wird den Angaben zufolge währungsbereinigt in etwa das Vorjahresniveau erreichen. Ob dies möglich sein wird, hängt maßgeblich von der Entwicklung im deutschen Großhandelsgeschäft ab, teilte der Konzern weiter mit. (13.05.2008/ac/n/m)

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