06.03.2008 10:14
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DAX am Morgen: Rote Vorzeichen, Deutsche Post nach Zahlen etwas schwächer, TUI im Höhenflug

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die im Vergleich zum Handelsschluss in Deutschland rückläufigen Notierungen an der Wall Street sowie der rekordhohe Ölpreis und die anhaltende Dollar-Schwäche haben am deutschen Aktienmarkt zu einem schlechten Start in den Tag geführt. Gute Vorgaben kommen dagegen aus Japan. Hier konnte der Nikkei-Index 1,9 Prozent zulegen. Der DAX verliert aktuell 0,74 Prozent und notiert bei 6.633,96 Punkten. Für den MDAX geht es um 0,70 Prozent auf 8.992,78 Zähler nach unten. Am Nachmittag steht die Zinsentscheidung der EZB auf dem Programm. Besonderes Augenmerk dürften die Anleger aber insbesondere auf die darauf folgende Pressekonferenz legen.

Die Aktie der Deutschen Post liegt mit einem Abschlag von 0,7 Prozent im DAX-Mittelfeld. Der weltgrößte Logistikanbieter konnte das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Einmaleffekten in 2007 wie erwartet um 8 Prozent steigern. Die Erlöse kletterten dabei um knapp 5 Prozent. Mit einem knapp 2-prozentigen Minus liegen Titel von Siemens auf dem letzten Platz. Anteile der Deutschen Lufthansa geben 1,5 Prozent ab. Hier belastet insbesondere der jüngste Ölpreisanstieg. ThyssenKrupp verschlechtern sich um 1,7 Prozent, nachdem der japanische Mitbewerber Nippon Steel eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.

Mit einem satten Aufschlag von 2,3 Prozent übernimmt dagegen das TUI-Papier die Indexspitze. Einem Pressebericht zufolge fordern Großaktionäre des Touristikkonzerns eine Zerschlagung des Unternehmens in seinen Touristikteil und die Containerschifffahrt. Weitere Gewinner sind unter anderem BASF, E.ON und RWE.

Im MDAX geht es für Salzgitter um ein knappes Prozent nach unten. Wie der Stahlkonzern heute erklärte, erreichte er im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Rekordmarke beim Konzernumsatz und übertraf das operative Ergebnis des Vorjahres deutlich. Anteilsscheine der IKB legen 2,4 Prozent zu, obwohl der Wert den MDAX mit Wirkung zum 25. März ebenso wie AWD verlassen wird. Die Aufsteiger sind Hamburger Hafen (-0,2 Prozent) und Demag Cranes (-0,6 Prozent).

Unternehmensmeldungen:

Der weltgrößte Logistikanbieter Deutsche Post AG (Deutsche Post World Net) (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) meldete heute seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007. Den Angaben zufolge stieg das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) vor Einmaleffekten um 8 Prozent und liegt im Rahmen der Erwartungen und Prognosen des Konzerns. Aufgrund einer nicht-liquiditätswirksamen Wertberichtigung des Anlagevermögens im EXPRESS Americas Geschäft sank das ausgewiesene EBIT um 17 Prozent. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4,9 Prozent. Der Nettogewinn nach Minderheiten sank 2007 um 28 Prozent, was vor allem auf die Wertberichtigung des Anlagevermögens im Bereich EXPRESS Americas im vierten Quartal zurückzuführen ist. Für 2008 rechnet der Konzern mit einem Vorsteuergewinn von rund 3,2 Mrd. Euro.

Die Großaktionäre der TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) fordern Presseangaben zufolge eine Zerschlagung des Touristikkonzerns. Nach Informationen der Tageszeitung "DIE WELT" wurde Konzernchef Michael Frenzel von einflussreichen Aktionären in einem Brief aufgefordert, die Hamburger Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd vom Konzern abzuspalten. Unter den Hauptbefürwortern einer entsprechenden Aufspaltung des TUI-Konzerns in seinen Touristikteil und die Containerschifffahrt befindet sich den Angaben zufolge der norwegische Reeder John Fredriksen, der offiziell mindestens 5 Prozent der TUI-Anteile hält. In einem Schreiben an Frenzel und seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow vom vergangenen Dienstag begründet Fredriksen seine Forderung damit, dass eine Abspaltung "der effizienteste Weg" sei, den wahren Wert der TUI-Tochter Hapag-Lloyd transparent zu machen.

Der Börsenbetreiber Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) hat am Mittwoch über Veränderungen in seinen Aktienindizes MDAX, SDAX und TecDAX mit Wirkung zum 25. März entschieden. Demnach wird die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) in den MDAX aufgenommen und ersetzt dort den Finanzdienstleister AWD Holding AG (ISIN DE0005085906/ WKN 508590). Des Weiteren steigt der Kranhersteller Demag Cranes AG (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) in den MDAX auf, die IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) verlässt den Index. In den SDAX wird IKB aufgenommen und ersetzt die Aktie von Demag Cranes.

Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) hat den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der ukrainischen Bank Forum erfolgreich abgeschlossen. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, konnte das Closing der Transaktion nach dem vorliegen aller Erklärungen nunmehr auch formal erfolgreich vollzogen werden. Die Commerzbank besitzt nun 60 Prozent plus eine Aktie an dem ukrainischen Kreditinstitut mit den Optionen, nach 36 Monaten bis zu weitere 25 Prozent zu kaufen. Der Kaufpreis beträgt 435 Mio. Euro.

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) (ISIN DE0005785802/ WKN 578580) meldete heute, dass sie aufgrund der weltweit starken Nachfrage die Herstellungskapazitäten für Dialyseprodukte im Werk St. Wendel (Saarland) erweitert. Dafür wird das Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten insgesamt rund 39 Mio. Euro investieren. Insgesamt beträgt das geplante Investitionsvolumen für laufende Projekte in St. Wendel rund 100 Mio. Euro.

Die Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) erreichte im Geschäftsjahr 2007 eine neue Rekordmarke beim Konzernumsatz und übertraf das operative Ergebnis des Vorjahres deutlich. Hierzu trug neben der anhaltenden, außergewöhnlich guten Marktsituation für Walzstahlprodukte und Röhren auch die konsequente Umsetzung weiterer Schritte der Wachstumsstrategie bei. Wie der Stahlkonzern heute erklärte, wuchs der Konzern-Außenumsatz um 21 Prozent auf mehr als 10 Mrd. Euro. Beim Gewinn vor Steuern (EBT) wurde das operative Ergebnis des Jahres 2006 überschritten. Der Nachsteuergewinn sank auf 905 Mio. Euro (2006: 1,51 Mrd. Euro unter Einbeziehung des Verkaufs der Vallourec-Anteile). Im Geschäftsjahr 2008 strebt Salzgitter ein nennenswertes Wachstum des Konzerns an, das zu mehr als 50 Prozent aus der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Gesellschaften der Klöckner-Gruppe im neuen Unternehmensbereich Technologie resultiert. (06.03.2008/ac/n/m)

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