DIHK kritisiert Gesetzesverschärfung beim Datenschutz - Zeitung
BERLIN (Dow Jones)--Die geplante Verschärfung des Datenschutzes stößt in der deutschen Wirtschaft auf Ablehnung. "Hier wird über das wichtige Ziel, den Verbraucher vor dem Missbrauch seiner Daten zu schützen, hinausgeschossen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Die Folgen für die Wirtschaft seien weitreichend, weil Kundeninformation und zielgenaue Werbung für Produkte erheblich erschwert würden. "Das kann auch nicht im Interesse der Verbraucher sein", betonte Wansleben. Ob so Missbrauch verhindert werden könne, sei zu bezweifeln.
Der Zentralverband der Werbewirtschaft (ZAW) warnte, die geplante Gesetzesverschärfung werde viele Firmen in ihrer Existenz bedrohen. Es würde viel schwieriger werden, Kunden gezielt zu erreichen. ZAW-Sprecher Volker Nickel sagte der Zeitung: "Die Möglichkeit eines kriminellen Missbrauchs wird dadurch nicht beseitigt. Da betreibt die Politik Augenwischerei." Er warf der Politik populistisches Verhalten vor. Es müsse eine Balance zwischen den Schutzinteressen der Verbraucher und den Interessen der Wirtschaft gefunden werden. Die Werbewirtschaft hoffe, dass wieder eine Sachdiskussion in Gang komme.
Webseite: http://www.berlinonline.deDJG/ddp/apo (END) Dow Jones Newswires
September 05, 2008 00:21 ET (04:21 GMT)
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