07.05.2008 08:36
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DaxVestor-Kolumne: Kontron bleibt auf Kurs

Kontron ist ein führender Anbieter von Kleinstcomputern, sogenannter Embedded Computer. Diese erfüllen spezielle Anforderungen, von einfachen Aufgaben bis zu hochkomplexen Systemlösungen. Embedded Computer werden von vielen Unternehmen selbst entwickelt, d.h. inhouse. Der Trend geht jedoch auch in diesem Bereich zum Outsourcing zu Unternehmen wie Kontron, die aufgrund des hohen Spezialisierungsgrades oftmals nicht nur schneller spezifische Lösungen erstellen können, sondern auch kostengünstiger sind.

Positives erstes Quartal

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008 legte der Umsatz auf 105,9 (95,9) Mio. Euro zu. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein nominales Wachstum von über zehn Prozent. Bereinigt man das Ergebnis um Währungsverluste durch den schwachen Dollar, erhält man ein organisches Wachstum von rund 20 Prozent. Als Wachstumstreiber haben sich die Märkte in Europa, vor allem aber in Russland und China erwiesen. Nach Unternehmensangaben waren in den USA keine spürbaren Auswirkungen der Finanzkrise festzustellen. Das EBIT als Maßzahl für das operative Geschäft stieg um über 30 Prozent auf 8,7 (6,7) Mio. Euro. Doch damit nicht genug. Der Auftragseingang ist per 31.03.08 auf ein Rekordniveau von 310 Mio. Euro angewachsen. Die Konzernführung zeigte sich daher auch für den weiteren Jahresverlauf optimistisch. Aufgrund der breiten Aufstellung – Kontron ist in zahlreichen Marktsegmenten vertreten – und der technologischen Bandbreite geht der Vorstand davon aus, dass die Ziele 2008 erreicht werden können. Neben einem zweistelligen organischen Umsatzwachstum soll das operative Ergebnis überproportional steigen.

Trend zum Outsourcing eröffnet Chancen

Einer der Hauptgründe für die guten Geschäftsaussichten bei Kontron ist der Trend zum Outsourcing. Nach Angaben von SES Research werden erst rund 20 Prozent des gesamten Marktvolumens an externe Unternehmen vergeben. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Kostendruck bei den Unternehmen, was wiederum den Trend zum Outsourcing verstärkt. Positive Effekte sind auch von einer Einkaufskooperation mit Quanta ab 2009 zu erwarten. Bis 2010 soll die Bruttomarge um zwei Prozentpunkte steigen. Die EBIT-Marge dürfte dann auf über zwölf Prozent anwachsen. Schon jetzt deutlich positiv zu spüren ist die Verlagerung von Teilen der Produktion nach Asien. Die negativen Effekte des schwachen Dollars konnten hierdurch und durch den verstärkten Einkauf im Dollarraum aufgefangen werden.

Aktie vor Comeback?

Angesichts der guten Geschäftsaussichten ist der starke Kursverfall – seit November verlor die Aktie in der Spitze 50 Prozent – als übertrieben einzustufen. Nachdem nun der mittelfristige Abwärtstrend und auch die kurzfristige Abwärtstrendlinie durchbrochen wurden, könnte die Aktie vor einem Comeback stehen.



Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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