DRESDEN (dpa-AFX) - Der Dresdner EADS-Manager und Geschäftsführer der Elbe-Flugzeugwerke, Andreas Sperl, muss sich wegen Insiderverdachts der französischen Justiz stellen. Als erster noch amtierender Manager des Konzerns werde er als Zeuge vernommen, bestätigte ein EADS- Sprecher am Dienstagabend dpa-Informationen. Sperl solle "kurzfristig" in Paris erscheinen, sagte er. "Ich bin davon überzeugt, in Übereinstimmung mit gültigen Gesetzen und internen Vorschriften einwandfrei gehandelt zu haben", ließ Sperl mitteilen. Er sei zuversichtlich, dass die französische Justiz nach Abschluss der Untersuchungen zu dem gleichen Ergebnissen kommen werde. Dem Vernehmen nach soll der Manager an diesem Mittwoch in Paris erscheinen.
Nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" (Mittwochausgabe) wirft die französische Börsenaufsicht Sperl vor, 2005 und 2006 Aktien mit Insiderwissen verkauft zu haben.
Erst vergangene Woche war ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Airbus-Chef Gustav Humbert eingeleitet worden. Nach zweitägiger Vernehmung im Zeugengewahrsam gegen eine Kaution auf freien Fuß gesetzt. Das droht auch dem Chef der Flugzeugwerke, die Airbus-Passagier-Flugzeuge in Frachtflugzeuge umrüsten. Zahlreiche andere aktive und ehemalige Manager von EADS stehen im Verdacht, unter Nutzung von Insiderwissen über Probleme bei Airbus EADS-Aktien verkauft zu haben, bevor der Aktienkurs einbrach. Verfahren laufen schon gegen die beiden ehemaligen EADS-Manager Noël Forgeard und Jean-Paul Gut, die - anders als Humbert - noch im März 2006 EADS-Aktien verkauft hatten./gj/DP/stw