EMFIS-Daily: Sojabohnen als Nachzügler mit größtem Potential!
Aufgrund der hohen Kurse bei Mais und Weizen haben die Sojabohnen durchaus noch Potential weiter zu steigen. Fundamental lässt sich der Anstieg aufgrund der hohen Übertragsraten etwas schwer rechtfertigen, jedoch fokussiert sich der Markt momentan auf die Aussichten der nächstjährigen Ernte. Aufgrund einer hohen Nachfrage nach Biodiesel, die sich zwischen dem Jahr 2004 und 2007 um 1.600 Prozent steigern wird und in den U.S.A. zu großen Teilen aus Sojaöl hergestellt wird, gibt es noch einen weiteren Punkt. ADM Research stellte gestern fest, dass Farmer eine Ertragsrate von 300$ pro Acre nur erzielen können, wenn Mais bei 2,94$, Weizen bei 5,69$ sowie Sojabohnen bei 8$ notieren. Momentan erzielen die Landwirte den größten Gewinn mit Mais, da dieser inzwischen schon bei 3,16$ steht. Trotzdem muss man sich keine Sorgen machen, da die Anbaufläche aufgrund der hohen Nachfrage seitens der Ethanolindustrie um fünf Millionen Acre gesteigert werden muss. Vergleicht man allerdings die einzelnen Werte miteinander, werden die meisten Farmer Mais und Weizen bei ihrem Anbau präferieren und nur sehr wenig Sojabohnen pflanzen. Deswegen müssen die Bohnen noch ein gutes Stück gutmachen um eine angemessene Anbaufläche erzielen zu können.
Ich rate dazu weiter bei Soja auf der langen Seite zu bleiben und sehe bisher noch keine Gründe den Markt zu shorten. Shortpositionen würde ich hier frühestens bei Bruch der Wochentiefs eingehen.
Die Export & Sales für Mais zeigten eine Reduktion auf Wochenbasis von 1.286.700 Tonnen auf nun 820.200 Tonnen. Trotz der hohen Preise ließen sich die ausländischen Käufer nicht abschrecken. Unter den Analysten wurde mit einer Exportmenge in Höhe von 800.000 bis 1.000.000 Tonnen gerechnet. Trotzdem liegen die Exporte mittlerweile bei 31 Prozent der Schätzmenge des US Landwirtschaftsministeriums im Kontrast zu 26,3 Prozent im Durchschnitt. Baumwolle enttäuschte mit lediglich 162.000 Tonnen auf breiter Front und lag deutlich unter den Erwartungen von 250.000 bis 350.000 Tonnen. Bisher wurden nur 24,1 Prozent exportiert verglichen mit 41 Prozent als Durchschnittswert.
Abschließend wäre noch Weizen zu erwähnen, der mit 445.000 Tonnen die Erwartungshaltung von 300.000 bis 450.000 Tonnen fast übertreffen konnte. Trotzdem ist die Auslandsnachfrage nicht berauschend und liegt mit dem aktuellen Wert eher am unteren Ende der letzten Wochen. Prozentual gesehen wurden bisher 47,6 Prozent exportiert nach 51,4 Prozent als Referenzwert über fünf Jahre.
Sebastian Hell ist Futurestrader, Kolumnist und Chefredakteur von EMFIS Rohstoffe.
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