EU/Almunia: Folgen der Ölpreishausse für Wachstum problematisch
BRÜSSEL (Dow Jones)--Der Ölpreis wird nach Einschätzung von EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia noch eine Weile auf dem gegenwärtig hohen Niveau verharren. Dies werde "zu Schwierigkeiten für das Wirtschaftswachstum führen", sagte Almunia am Montag vor dem Treffen der fünfzehn Finanzminister der Eurozone (Eurogruppe). Die Wirtschaft der Eurozone werde wohl nicht mehr so dynamisch expandieren können wie in den vergangenen Jahren, meinte der Spanier.
Almunia sieht am Ölmarkt sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite Probleme. So sei einerseits eine höhere Energieeffizienz notwendig, um die Nachfrage nach Öl einzudämmen, andererseits müssten die ölproduzierenden Staaten den Markt mit mehr Rohöl versorgen. Almunia regte in diesem Zusammenhang weitere Gespräche an.
Die Inflation in der Eurozone hatte im Juni mit 4,00% einen neuen Rekordstand erreicht, auch getrieben von der anhaltenden Ölpreisrally. Ein Barrel Rohöl kostet noch immer über 140 USD, damit hat sich der Preis seit vergangenem Jahr in etwa verdoppelt.
Die Europäischen Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche wegen des zunehmenden Preisdrucks im Euroraum ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25% erhöht. Den Zinsentscheid wollte der Währungskommissar nicht kommentieren. "Wir müssen die Unabhängigkeit der EZB respektieren", sagte Almunia.
DJG/DJN/kth/ptt (END) Dow Jones NewswiresJuly 07, 2008 10:31 ET (14:31 GMT)
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