24.07.2008 15:06
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EU/Zweifel an Klonen zur Lebensmittelherstellung nehmen zu

   BRÜSSEL (Dow Jones)--Mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat nun bereits das zweite Gremium in Europa Lebensmittel von geklonten Tieren und deren Nachkommen eher skeptisch bewertet: In ihrem am Donnerstag vorgestellten Risikogutachten weisen die EFSA-Experten auf überdurchschnittlich viele Gesundheitsprobleme bei Klon- und Leihmuttertieren hin.

   Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand sei es unwahrscheinlich, dass Milch und Fleisch von geklonten Rindern und Schweinen sowie von deren Nachkommen ein Sicherheitsrisiko für den Menschen darstellten, heißt es weiter. Allerdings verwies Vittorio Silano, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA, auf die beschränkte Datenbasis.

   Es gebe zwar durchaus Studien zum Thema Klonen, sagte er bei der Veröffentlichung des Gutachtens in Brüssel. "Aber das Hauptproblem ist, dass diese Daten zu unterschiedlichen Zwecken erhoben wurden - und nicht in einem einheitlichen Rahmen für eine Sicherheitsbewertung. Daher gibt es hier und da noch einige Lücken, die man mit weiteren Untersuchungen füllen sollte." Zu anderen Tierarten als Schweinen und Rindern nimmt das EFSA-Gutachten mangels Datengrundlage gar nicht erst Stellung.

   Bereits im Januar hatte die Ethik-Beratergruppe der EU-Kommission auf die gesundheitlichen Probleme bei Klontieren verwiesen und sich gegen das Klonen zur Herstellung von Lebensmitteln ausgesprochen. In ihrem Bericht hieß es wörtlich: "Momentan kann die Gruppe keine überzeugenden Argumente ausmachen, mit denen die Produktion von Lebensmittel aus geklonten Tieren und ihren Nachkommen gerechtfertigt werden könnte."

   In einer vorläufigen Stellungnahme sprach die EU-Kommission am Donnerstag von "zunehmenden Sorgen hinsichtlich der Gesundheit und des Wohlergehens der Tiere" und kündigte an, sie werde das Risikogutachten der EFSA eingehend prüfen. Zusätzlich werde eine Eurobarometer-Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, was die europäischen Bürger von Lebensmitteln von Klontieren und deren Nachkommen hielten, sagte Nina Papadoulaki, Sprecherin von Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. Ergebnisse würden im Herbst erwartet. Zudem laufe eine Konsultation der verschiedenen Interessenvertreter, der Mitgliedsstaaten und des Europäischen Parlaments.

   "Es ist heute noch zu früh, um schon klar zu sagen, welche weiteren Schritte es geben wird. Wir brauchen alle Teile des Puzzles, bevor wir entscheiden können und wissen, was passieren wird", sagte Papadoulaki. Es werde mit einer langwierigen Diskussion gerechnet.

   In den USA hatte die zuständige Behörde zu Jahresbeginn mitgeteilt, Milch und Fleisch von geklonten Kühen, Schweinen und Ziegen sowie von deren Nachkommen sei gesundheitlich unbedenklich. Allerdings hat sich die Industrie dort mit einem Moratorium selbst dazu verpflichtet, solche Produkte bis auf weiteres nicht auf den Markt zu bringen. Nach Kenntnisstand der EU-Kommission findet in der EU derzeit kein Handel mit Klontieren, deren Nachkommen oder Samen statt. Die Tiere existierten in der EU nur zu Forschungszwecken.

Webseiten: http://www.efsa.europa.eu/de.html http://ec.euorpa.eu

DJG/mis/ang/kth (END) Dow Jones Newswires

   July 24, 2008 09:02 ET (13:02 GMT)

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