16.05.2008 18:00
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EU prüft Einsatz von neuer Kfz-Diebstahlsicherung

   BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Automobilhersteller fürchten zusätzliche Kosten auf Grund möglicher EU-Vorgaben zum Schutz vor Diebstählen. Werden diese Wirklichkeit, könnten die Hersteller künftig gezwungen sein, verschiedene Teile der Fahrzeuge mittels einer speziellen Spritztechnik mit der Identifizierungsnummer des Autos zu kennzeichnen. Obwohl es noch keine konkreten Gesetzespläne gibt, laufen die Produzenten deshalb bereits Sturm. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob der Einsatz einer solchen Technik sinnvoll wäre. Eine Studie im Auftrag von Industriekommissar Günter Verheugen, deren Ergebnisse für 2009 erwartet werden, soll Aufschluss über die Verwendung so genannter "Microdots" geben.

   Damit werden einzelne Flüssigkeitstropfen bezeichnet, die - kaum einen halben Millimeter groß - einen individuellen Code mit den Daten des Fahrzeugs enthalten. Mittels einer Spraydose werden in wenigen Minuten mehrere Tausende dieser Mikropartikel auf die verschiedenen Kfz-Teile aufgesprüht. Dadurch soll der illegale Handel mit Ersatzteilen von gestohlenen und ausgeschlachteten Autos deutlich erschwert werden, da "Microdots" als fälschungssicher gelten.

   "Wir haben vom Ministerrat den Auftrag erhalten, uns des Themas anzunehmen", erklärte der Sprecher Verheugens auf Anfrage. Die Prüfung erfolge in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Justiz. Dort heißt es, man wolle die Automobilindustrie nicht zusätzlich belasten. Allerdings sei man für Vorkehrungen, die das "Risiko krimineller Aktionen" senke. "Wir wollen eine Balance zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit", sagt der Sprecher des neuen Justizkommissars Jacques Barrot. Klarheit solle die Studie bringen.

   Der Ausgang sei "ergebnisoffen", betonte der Sprecher von Verheugen. Entscheidend seien die "Umsetzbarkeit" und wie teuer und wie zuverlässig die Technik sei. Die Kfz-Hersteller lehnen den Einsatz von "Microdots" bislang vehement ab. Sie verwiesen auf die hohen Kosten, die damit verbunden seien, ohne dass viele Diebstählen verhindert würden. "Das ist teuer und unsinnig, aber die Mitgliedsstaaten wollen es dennoch", kritisiert die Sprecherin des Europäischen Automobilverbands ACEA.

   Frühere Untersuchungen hätten ergeben, dass eine auf den Kfz-Teilen aufgespritzte "Vehicle Identification Number" (VIN) nicht effektiv gegen Diebstahl schütze. Auch seien die Fahrzeuge bereits mit allerlei technischen Vorkehrungen gesichert. "Mehr geht einfach nicht mehr", sagte die Sprecherin. Von Seiten des Ministerrates war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

   Außerhalb der EU kommt die Technik bereits zum Einsatz, so etwa in Australien oder Südafrika. Auch in Großbritannien laufen Versuche. In der Schweiz bietet ein Hersteller angeblich fälschungssichere Mikropartikel aus Nickel mit einem Hologramm und den Daten des Fahrzeugs an, sogenannte "AutoDots". In der EU-Kommission fürchtet man derweil auch die Konkurrenz durch Sprühdosenhersteller aus Drittstaaten, wenn die Verwendung von "Mikrodots" verpflichtend gemacht würde. Denn weltweit stellten gerade einmal fünf Firmen die nötigen Sprühdosen her - und keine davon sei aus der EU, sorgt man sich in der Kommission.

   DJG/dmt/frh/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   May 16, 2008 11:58 ET (15:58 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 58 AM EDT 05-16-08

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