EU verlängert Zollpräferenzen für Entwicklungsländer bis 2011
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die EU hat ihr System des bevorzugten Marktzugangs für 176 Entwicklungsländer um drei Jahre verlängert. Die EU-Außenminister haben am Mittwoch eine an die jüngsten Entwicklungen angepasste Verordnung für die Handelserleichterungen im Zeitraum 2009 bis 2011 verabschiedet, wie die EU-Kommission mitteilte.
Wichtigste Änderungen sind die Wiederaufnahme von sechs Staaten in das Präferenzsystem, die ab Januar 2009 erneut Vorzugszölle für bestimmte Produktgruppen erhalten: Russland für Chemieerzeugnisse und bestimmte Metalle, Südafrika und Thailand für Verkehrsausrüstung, Indonesien für Holzprodukte, Indien für Schmuck und Edelsteine sowie Algerien für Mineralien.
Vietnam werden ab dem kommenden Jahr die Vorzugszölle auf Schuhe, Schirme, Kunstblumen und andere Produkte gestrichen. Mit diesen Erzeugnissen sei das Land inzwischen im EU-Markt wettbewerbsfähig, erklärte die Kommission.
Die Verluste der Gemeinschaft aufgrund der gewährten Zollvergünstigungen bezifferte sie für das vergangene Jahr auf 2,5 Mrd EUR. Insgesamt hätten die Entwicklungsländer 2007 im Rahmen des Präferenzsystems Waren im Wert von 57 Mrd EUR in die EU exportiert, eine Steigerung von 12% gegenüber 2006. Eine Reihe von Staaten, darunter die 50 ärmsten, haben über das Präferenzsystem hinausgehende Sondervergünstigungen.
Einfuhren aus Myanmar und Belarus unterliegen nach der neuen EU-Verordnung weiterhin normalen Zollsätzen. Beiden Staaten war aus politischen Gründen eine Vorzugsbehandlung gestrichen worden. Der Republik Moldau wird auch in den kommenden drei Jahren ein Zoll- und Quotenfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt gewährt um die Wirtschaftsentwicklung in dem ärmsten Land auf dem europäischen Kontinent zu fördern.
DJG/ang/apo
(END) Dow Jones Newswires
July 23, 2008 05:37 ET (09:37 GMT)
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