30.05.2006 20:45
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Europa-Schluss: Deutliche Abschläge, Vodafone im Fokus

Die europäischen Aktienmärkte mussten am Dienstag deutliche Abschläge hinnehmen. Nach dem langen Wochenende in den USA verloren die Börsen damit weiter an Boden.

In London schlossen Papiere von Vodafone unverändert. Der Mobilfunkanbieter erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Rekordverlust, konnte die Erwartungen der Analysten aber dennoch übertreffen. Der Nettoverlust nach Minderheitsanteilen belief sich auf 21,92 Mrd. Britische Pfund (GBP) bzw. 35,01 Pence pro Aktie, gegenüber einem Nettogewinn von 6,41 Mrd. GBP bzw. 9,65 Pence pro Aktie im Vorjahr. Zudem strebt der Konzern eine deutliche Dividendenanhebung an.

Titel des Flughafenbetreiber BAA profitierten von einer Anhebung der Übernahmeofferte durch den spanischen Baukonzern Grupo Ferrovial und preschten um über 6 Prozent vor. Das spanische Konsortium bietet nun 900 Pence je BAA-Anteilsschein in bar, was einem Gesamtvolumen von rund 9,73 Mrd. Britischen Pfund (GBP) entspricht. Im Rahmen der neuen Übernahmeofferte müssen die Anteilseigner von BAA jedoch auf die Schlussdividende in Höhe von 15,25 Pence je Aktie verzichten. Zuvor lag die Übernahmeofferte bei 810 Pence für jede BAA-Aktie bzw. 8,75 Mrd. GBP.

In Paris legten Arcelor-Aktien leicht zu. Presseangaben zufolge könnte sich der niederländische Stahlkonzern Mittal Steel im Zuge seines Übernahmeangebots für den in Luxemburg ansässigen Wettbewerber mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden geben. Um eine Akquisition durch Mittal zu verhindern, hat der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern Ende vergangener Woche angekündigt, sich mit dem russischen Stahlkocher SeverStal zusammenschließen. Die Aktie von Mittal Steel verlor in Amsterdam 3,5 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.590,91 (-2,41 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.322,31 (-2,14 Prozent)

EURONEXT 100: 833,85 (-2,49 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die belgische KBC Groep N.V. (ISIN BE0003565737/ WKN 854943) verbuchte im ersten Quartal aufgrund der verbesserten operativen Entwicklung in den Kerngeschäftsbereichen Bank und Versicherungen sowie positiven Einmaleffekten aus der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen und Immobilien einen Ergebnisanstieg. Wie der Finanzkonzern bekannt gab, verbuchte man beim Vorsteuergewinn einen Anstieg von 1,03 Mrd. Euro auf 1,35 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss lag im Berichtszeitraum bei 980 Mio. Euro, nach 717 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Veräußerungsgewinne aus der Desinvestition von Unternehmensbeteiligungen (unter anderem der Beteiligungsverkauf am belgischen Industrieunternehmen Agfa-Gevaert N.V. (ISIN BE0003755692/ WKN 920872) sowie Immobilienverkäufen verbuchte die KBC Groep einen Überschuss von 776 Mio. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet die KBC Groep eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung.

Der schwedische Sicherheitsdienstleister Securitas AB (ISIN SE0000163594/ WKN 883870) hat seine Marktposition im Bereich Personen und Objektschutz in Spanien durch eine Übernahme verstärkt. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die auf Sichherheits-Servicedienstleistungen spezialisierte spanische PSI (Paneuropea de Seguridad Integral) übernommen. Im abgelaufenen Fiskaljahr erwirtschaftete die landesweit tätige Gesellschaft mit insgesamt 1.600 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von umgerechnet 42 Mio. Euro. Der Enterprise Value der Übernahme wurde von Securitas auf rund 27 Mio. Euro beziffert. Durch die Akquisition erwartet der schwedische Sicherheitsdienstleister in Spanien jährliche Umsatzerlöse von 480 Mio. Euro.

Das österreichische Pharmaunternehmen Sanochemia Pharmazeutika AG (ISIN AT0000776307/ WKN 919963) musste im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/06 (per 31. März) einen Ergebnisrückgang verzeichnen. Wie das Unternehmen heute verkündete, kletterte der Konzernumsatz um 8 Prozent auf 16,4 (Vorjahr: 15,2) Mio. Euro. Hierzu haben in erster Linie die Geschäftsbereiche Diagnostika (Kontrastmittel) und Forschung & Entwicklung (Lizenzeinnahmen) beigetragen. Der Bereich Produktion musste hingegen einen Umsatz- und Ergebnisrückgang melden. Das positive EBIT von 1,7 (Vorjahr: 2,2) Mio. Euro ist infolge von genannten Sonderfaktoren in der Produktion nicht in der geplanten Größenordnung ausgefallen. Zudem sank das Ergebnis aus der Finanzierungstätigkeit auf 1,0 (Vorjahr: 2,0) Mio. Euro, was innerhalb der langjährigen Schwankungsbreite liegt. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel auf 2,6 (Vorjahr: 4,2) Mio. Euro, nach Steuern auf 2,0 (Vorjahr: 2,9) Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich damit auf 0,21 (Vorjahr: 0,30) Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand wiederum ein deutlich positives Ergebnis.

Der österreichische Energieversorger EVN AG (ISIN AT0000741053/ WKN 878279) verbuchte im ersten Halbjahr aufgrund eines deutlich verbesserten Finanzergebnisses einen Gewinnanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Halbjahr bei 190,8 Mio. Euro, nach 165,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Davon entfallen 170,4 Mio. Euro auf das Energiegeschäft, 22,0 Mio. Euro auf die Umweltaktivitäten der Gruppe sowie -1,6 Mio. Euro auf den Bereich Sonstiges. Neben Zuwächsen im Umweltbereich aufgrund guter Projektfortschritte und höherer Erträge im Kraftwerksbereich waren für diese Verbesserung vor allem die positiven Beiträge der bulgarischen Gesellschaften verantwortlich, die in der Vergleichsperiode nur in einem Quartal enthalten waren. Der Vorsteuergewinn kletterte von 195,8 Mio. Euro auf 272,2 Mio. Euro. Beim Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter erzielte die EVN einen Anstieg von 149,2 Mio. Euro auf 194,7 Mio. Euro, während der Gewinn je Aktie von 3,65 Euro auf 4,76 Euro zulegen konnte. Der Konzernumsatz lag mit 1,18 Mrd. Euro deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres von 858 Mio. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Vorstandsvorsitzende Dr. Burkhard Hofer eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung.

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Aktien in diesem Artikel

Vodafone Group 1,3 -7,8%
Grupo Ferrovial 18,5 -2,8%
BAA
ArcelorMittal 13,9 +4,0%
ArcelorMittal 13,9 +4,0%
Sanochemia Pharmazeutika 3,8 -10,0%
EVN 10,3 -0,6%
SECURITAS AB 6,8 -1,2%
KBC Groep 19,4

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