09.11.2006 20:39
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Europa-Schluss: Finanztitel schwächer, Brauerei-Aktien gesucht

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen gingen am Donnerstag mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Angesichts der Zurückhaltung an der Wall Street konnten auch in Europa keine Zugewinne verzeichnet werden. Im Fokus stand vor allem die Flut an Quartalszahlen.

Vor allem der Finanzsektor stand heute im Mittelpunkt, dabei sorgte u.a. die ING Groep für Gesprächsstoff. Die Aktie des größten Finanzdienstleisters in den Niederlanden gab heute fast 5 Prozent ab. Der Konzern musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 16 Prozent hinnehmen, was auf geringere Erträge aus dem Bank- und dem Versicherungsgeschäft sowie höhere Rückstellungen für Kreditausfälle zurückzuführen ist.

Auch bei AEGON ging es heute nach unten. Der niederländische Versicherungskonzern verbuchte im dritten Quartal aufgrund höherer Investmenterträge sowie einer verbesserten operativen Entwicklung in Großbritannien, den Niederlanden sowie in Nordamerika einen Ergebnisanstieg, überzeugte damit die Anleger jedoch nicht. Bis zum Abend gab die Aktie über 2 Prozent nach.

Beim belgischen Finanzdienstleister Fortis ging es heute ebenfalls über ein Prozent nach unten. Dabei verbuchte der Konzern in den ersten drei Quartalen aufgrund der starken Entwicklung im Bankgeschäft einen Ergebnisanstieg. So lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 3,60 Mrd. Euro, nachdem man in der Vorjahresperiode einen Nettogewinn von 3,48 Mrd. Euro verbuchen konnte.

Ein ähnliches Bild zeigte sich heute beim britischen Versicherungskonzern Royal & Sun Alliance Insurance Group. Nach den heutigen Zahlen ging es fast 2 Prozent nach unten.

In Paris stand die Aktie von Lafarge im Blick und schaffte es mit +2,9 Prozent mit an die Spitze des französischen Leitindex CAC40, nachdem der Baustoffhersteller starke Zahlen auf den Tisch gelegt hat.

Unter den Brauerei-Titeln standen heute mit InBev und SABMiller die Zahlen der Nummern Eins und Drei der Branche auf der Agenda. Der belgische Bierkonzern InBev verbuchte im dritten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg, wobei die Aktie fast 2 Prozent zulegen konnte. Der britische Wettbewerber verbuchte im ersten Halbjahr einen deutlichen Ergebnisanstieg, wonach die Aktie mehr als 3 Prozent zulegen konnte.

Der französische Mischkonzern Bouygues veröffentlichte am Abend die die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate 2006. Demnach kletterte der Umsatz im Berichtszeitraum um 9 Prozent auf 19,127 Mrd. Euro. Die Aktie schloss 0,5 Prozent leichter.

Dow Jones EURO STOXX 50: 4.073,00 (-0,02 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.717,17 (-0,37 Prozent)

EURONEXT 100: 940,97 (-0,02 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der italienische Energieversorger Enel S.p.A. (ISIN IT0003128367/ WKN 928624) verbuchte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres aufgrund von Effizienzsteigerungen einen operativen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern am Donnerstag erklärte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum bei 4,89 Mrd. Euro, nach 4,35 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei konnten alle Kernsegmente (Energie und Erdgas) aufgrund der starken Nachfrage im In- und Ausland zu der Ergebnisverbesserung beitragen. Beim Nettogewinn verzeichnete Enel hingegen einen Rückgang von 3,27 Mrd. Euro auf 2,64 Mrd. Euro. Dabei hatte der Konzern in der Vorjahresperiode positive Einmaleffekte aus dem Verkauf seiner Beteiligung an der Stromnetztochter TERNA - Trasmissione Elettricita Rete Nazionale S.p.A. (ISIN IT0003242622/ WKN A0B5N8) sowie der Mobilfunktochter Wind ausgewiesen. Um Sondereffekte bereinigt verbesserte sich der Nettogewinn von 2,12 Mrd. Euro auf 2,38 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz kletterte im Vorjahresvergleich von 24,46 Mrd. Euro auf 28,62 Mrd. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Enel aufgrund der starken operativen Entwicklung ein Ergebnis, das oberhalb des um Sondereffekte bereinigten Wertes im Vorjahr liegt.

Die BT Group plc (ISIN GB0030913577/ WKN 794796), die größte Telefongesellschaft in Großbritannien, teilte heute mit, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal um 28 Prozent gestiegen ist, was auf eine starke Global Services-Sparte zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 475 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 5,6 Pence pro Aktie, gegenüber 371 Mio. GBP bzw. 4,3 Pence pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 3,7 Prozent auf 4,94 Mrd. GBP. Das EBITDA erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1,39 Mrd. GBP. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 444,5 Mio. GBP und Erlösen von 4,90 Mrd. GBP ausgegangen. Das EBITDA hatten sie auf 1,37 Mrd. GBP geschätzt.

Der belgische Einzelhandelskonzern Delhaize Group S.A. (ISIN BE0003562700/ WKN 853151) gab am Donnerstag bekannt, dass er im dritten Quartal eine starke Geschäftsentwicklung verzeichnet hat. Der Nettogewinn im Konzern wurde jedoch durch eine Sonderbelastung aus dem Verkauf eines Geschäftsbereichs belastet. Der Konzernumsatz legte demnach um 2,8 Prozent auf 4,81 Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis kletterte um 2,3 Prozent auf 229,4 Mio. Euro, was einer operativen Marge von 4,8 Prozent entspricht. Der Gewinn vor Steuern und nicht fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich um 9,7 Prozent 162,8 Mio. Euro, während der Nettogewinn um 49,6 Prozent auf 45,3 Mio. Euro abnahm. Der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft konnte wiederum um 18,2 Prozent auf 108,8 Mio. Euro zulegen. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent in konstanten Währungen. Der operative Gewinn soll nach wie vor um 4 bis 6 Prozent steigen, der Nettogewinn aus dem laufenden Geschäft um 8 bis 12 Prozent. (09.11.2006/ac/n/m)

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BT Group 2 1,4 -1,4%
Delhaize Group 44,8 -2,1%
Bouygues 25,3 -1,5%

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