07.04.2006 20:24
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Europa-Schluss: Gewinnmitnahmen nach positiven US-Arbeitsmarktdaten

Die europäischen Aktienmärkte gingen am Freitag mit teils deutlichen Abschlägen ins Wochenende. Angesichts der überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten nutzten die Anleger diesseits und jenseits des Atlantiks die festen Kurse für Gewinnmitnahmen.

Im Fokus der Anleger befand sich der komplette Luftfahrtsektor. In London tendierten Anteilsscheine des Verteidigungskonzerns BAE Systems rund 1 Prozent fester. Wie dieser heute mitteilte, befindet man sich zurzeit in Verhandlungen über den Verkauf der 20 Prozent-Beteiligung am Flugzeughersteller Airbus an den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, dessen Papiere in Paris dagegen rund 0,9 Prozent abgaben. Unter den Airlines gaben Papiere von easyJet in London knapp 0,6 Prozent und die von Air France-KLM in Paris 0,2 Prozent nach. SAS-Aktien gaben in Stockholm ebenfalls rund 1,3 Prozent nach. Alle drei Fluggesellschaften hatten zuvor bekannt gegeben, die Zahl der beförderten Passagiere im März gesteigert zu haben.

Der britische Flughafenbetreiber BAA hat heute das offizielle Übernahmeangebot seitens des spanischen Baukonzerns Grupo Ferrovial und anderer Investoren abgelehnt. Die Aktie der Grupo Ferrovial gab in Madrid 2,4 Prozent nach, während BAA-Papiere in London 1,5 Prozent zulegten.

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.823,11 (-0,99 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.522,05 (-0,27 Prozent)

EURONEXT 100: 893,06 (-0,67 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britische Flughafenbetreiber BAA plc (ISIN GB0000673409/ WKN 873580) hat heute das Übernahmeangebot seitens des spanischen Baukonzerns Grupo Ferrovial S.A. (ISIN ES0162601019/ WKN 922041) und anderer Investoren abgelehnt. BAA-Chairman Marcus Agius erklärte, dass das Unternehmen seine Position hierzu bereits deutlich dargelegt habe. Bereits vor drei Wochen hatte der Flughafenbetreiber mitgeteilt, dass er das Übernahmeangebot des Konsortiums unter der Führung der Grupo Ferrovial ablehnt. Das BAA-Board hatte die geplante Offerte zu diesem Zeitpunkt mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass das Angebot nicht den wahren Wert des Flughafenbetreibers widerspiegelt und somit nicht im Interesse der Aktionäre sein kann. BAA wird hierbei von der UBS und Rothschild beraten.Das Konsortium um den spanischen Baukonzern bietet insgesamt 8,75 Mrd. Britische Pfund bzw. 810 Pence für jede BAA-Aktie.

Die britische BAE Systems plc (ISIN GB0002634946/ WKN 866131), der größte Verteidigungskonzern in Europa, meldete heute, dass sie sich zurzeit in Verhandlungen über den Verkauf ihrer 20 Prozent-Beteiligung am Flugzeughersteller Airbus an den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) befindet, der die restlichen 80 Prozent der Anteile hält. Am gestrigen Donnerstag berichtete die BBC, dass BAE Systems beabsichtigt, seine Airbus-Beteiligung zu veräußern, womit man bis zu 3 Mrd. Britische Pfund (GBP) erlösen könnte. Mit den zufließenden Mitteln plane man wahrscheinlich den Ausbau des Verteidigungsgeschäfts in den USA. In der heutigen Pressemitteilung an die London Stock Exchange gab BAE bekannt, dass sich die Verhandlungen mit EADS noch in einem frühen Stadium befinden und man weitere Veröffentlichungen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt verbreiten wird.

Der CEO des britischen Mobilfunkbetreibers Vodafone Group plc (ISIN GB0007192106/ WKN 875999), der gestern eine Änderung der Konzernstruktur beschlossen hat, steht Presseangaben zufolge derzeit massiv unter Druck. Wie die englische Zeitung "Times" heute berichtet, wurde Arun Sarin demnach eine Frist gesetzt, in der er den Erfolg seiner eingeschlagenen Unternehmensstrategie beweisen muss. Die Zukunft von Sarin stehe daher bei jeder Veröffentlichung der Quartalszahlen auf dem Spiel. Der Konzern hat gestern beschlossen, dass er künftig über drei Geschäftsbereiche verfügen wird. Mit der Änderung will Vodafone nach eigenen Angaben operative Verbesserungen erzielen, die Kosten weiter senken, profitables Wachstum forcieren und neue Umsatzquellen erschließen. Die drei Geschäftsbereiche werden Europe, Central Europe, Middle East, Asia Pacific and Affiliates sowie New Businesses and Innovation sein. Die entsprechenden Personalentscheidungen wurden ebenfalls getroffen.

Die französische AXA S.A. (ISIN FR0000120628/ WKN 855705), der zweitgrößte Versicherungskonzern in Europa, meldete heute, dass sie für ihre Rückversicherungs-Tochter AXA RE ein verbindliches Übernahmeangebot von der Paris Re Holdings Ltd. erhalten hat. Paris Re Holdings ist ein neu gegründetes Unternehmen, das von einem Konsortium internationaler Investoren ins Leben gerufen wurde, darunter der zur Stone Point Capital LLC gehörende Fonds Trident III LP. Im Rahmen der Offerte würde AXA mit 5 bis 10 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt werden und somit eine Beteiligung an AXA RE behalten. Zu den weiteren Investoren zählen Hellman & Friedman, Vestar Capital Partners, Crestview Capital Partners, ABN AMRO und New Mountain Capital. Das Angebot sieht vor, dass die Geschäftsaktivitäten von AXA RE im Jahr 2007 an Paris Re Holdings übergehen. Sollte AXA die Offerte annehmen, würde der Kaufpreis um 120 Mio. Euro über den Netto-Vermögenswerten liegen, die an Paris Re Holdings übertragen werden.

Die Billigfluglinie easyJet plc (ISIN GB0001641991/ WKN 590360) verbuchte im März einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere. Wie die britische Fluggesellschaft heute bekannt gab, wurden im Berichtsmonat insgesamt 2,755 Millionen Passagiere befördert, nach 2,573 Millionen im Vorjahresmonat. Dies entspricht einem Plus von 7,1 Prozent. Der Sitzladefaktor lag mit 86,3 Prozent leicht oberhalb der Erwartungen des Konzerns. Im Vorjahreszeitraum hatte der Sitzladefaktor aufgrund der Osterfeiertage bei 91,1 Prozent gelegen.

Die Fluggesellschaft Air France-KLM (ISIN FR0000031122/ WKN 855111) verbuchte im März einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Fluggäste. Wie die Fluglinie heute bekannt gab, wurden im Berichtsmonat insgesamt 5,821 Millionen Passagiere befördert, nach 5,562 Millionen im Vorjahresmonat. Die Zahl der angebotenen Sitzkilometer erhöhte sich von 18,664 Milliarden auf 20,059 Milliarden. Bei der Zahl der verkauften Sitzkilometer verzeichnete Air-France-KLM einen Anstieg von 14,954 Milliarden auf 15,935 Milliarden. Der Sitzladefaktor lag mit 79,4 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 80,1 Prozent.

Die schwedische Fluggesellschaft SAS AB (ISIN SE0000805574/ WKN 677136) verbuchte im März einen deutlichen Anstieg der Passagierzahlen. Wie die Fluggesellschaft heute bekannt gab, wurden im Berichtsmonat insgesamt 3,30 Millionen Fluggäste befördert, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 15,9 Prozent entspricht. Dabei erhöhte sich die Zahl der angebotenen Sitzkilometer im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent auf 4,487 Milliarden, während die Zahl der verkauften Sitzkilometer um 6,8 Prozent auf 3,131 Milliarden gesteigert werden konnte. Der Sitzladefaktor verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozentpunkte auf 69,8 Prozent.

Der schweizerische Aromenhersteller Givaudan AG (ISIN CH0010645932/ WKN 938427) verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg, was insbesondere auf die starke Entwicklung des Geschäftsbereichs Fragrances zurückzuführen ist. Wie der Konzern heute erklärte, verbuchte man in den ersten drei Monaten des laufenden Fiskaljahres Umsatzerlöse von 754,1 Mio. Schweizer Franken (CHF), nach 668,7 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Plus von 12,8 Prozent. In lokaler Währung lag der Umsatzanstieg bei 6,2 Prozent. Im Geschäftsbereich Fragrance Division (Duftstoffe) verbuchte Givaudan mit einem Plus von 14,8 Prozent auf 313,60 Mio. CHF einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 273,1 Mio. CHF. In lokaler Währung kletterten die Umsatzerlöse um 8,6 Prozent. Im Aromenbereich verbesserten sich die Umsatzerlöse von 395,6 Mio. CHF auf 440,5 Mio. CHF.

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Aktien in diesem Artikel

BAA
Grupo Ferrovial 18,5 -2,8%
BAE Systems 3,8
EADS 10,6 +1,0%
Vodafone Group 1,3 -7,8%
AXA 11,5 -3,8%
easyJet 2,8 +8,1%
Air France-KLM 9,3 -3,1%
SAS AB 2,5 +0,8%
Givaudan 482,3 -5,4%

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