28.03.2006 20:46
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Europa-Schluss: Schwacher Handel, Warten auf US-Zinsentscheid

Die europäischen Aktienmärkte gingen am Dienstag mit Abschlägen aus dem Handel. Besonders die lange Zeit schwachen Vorgaben aus den USA sorgten auch diesseits des Atlantiks für negative Stimmung. Mit Spannung warten die Anleger hier auf die US-Zinsentscheidung am heutigen Abend.

In London verloren Anteilsscheine des Flughafenbetreibers BAA 0,6 Prozent, obgleich dieser für das laufende Geschäftsjahr von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen ausgeht. Zudem gaben Papiere des Mobilfunkbetreibers Vodafone rund 4 Prozent ab, nachdem die EU-Kommission ankündigte, gegen hohe Roaming-Gebühren vorzugehen.

In Paris konnten Thomson-Aktien an die starke Vortagesentwicklung nur bedingt anknüpfen und schlossen am Ende unverändert. Gestern hatte der Titel von Übernahmegerüchten profitiert und deutlich an Boden gut gemacht. Schlechter lief es für Swiss Life in Zürich. Nach Bekanntgaben von guten Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr verloren Papiere des Lebensversicherers aufgrund von Gewinnmitnahmen fast 4 Prozent. Ebenfalls schwächer tendierten Anteilsscheine des Ziegelherstellers Wienerberger, ebenfalls nach der Präsentation von Ergebnissen.

Ebenfalls abwärts ging es beim italienischen Mischkonzern Finmeccanica sowie der Banca Popolare di Milano. Beide Unternehmen hatte heute Geschäftszahlen mitgeteilt.

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.811,22 (-0,44 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.497,97 (-0,51 Prozent)

EURONEXT 100: 885,72 (-0,34 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britische Flughafenbetreiber BAA plc (ISIN GB0000673409/ WKN 873580) geht für das laufende Geschäftsjahr von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen aus. Wie der größte britische Flughafenbetreiber heute im Rahmen seines Trading-Updates erklärte, wurden in den ersten elf Monaten des laufenden Fiskaljahres insgesamt 145,1 Millionen Fluggäste befördert, was im Vergleich zur Vorjahresperiode einem Anstieg von 3,1 Prozent entspricht. Auf den insgesamt sieben Flughäfen in Großbritannien 133,2 Millionen Passagiere befördert. Aufgrund höherer Personal- und Treibstoffkosten geht BAA weiterhin von einem Anstieg der operativen Kosten in Höhe von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau aus. Für das Gesamtjahr 2005 erwartet der Flughafenbetreiber einen Anstieg der Fluggastzahlen auf den sieben britischen Flughäfen von 2 Prozent. CEO Mike Clasper bekräftigte, dass man im Gesamtjahr trotz der schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem Heimatmarkt ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen abliefern wird.

Die Swiss Life Holding AG (ISIN CH0014852781/ WKN 778237), der größte Lebensversicherer in der Schweiz, meldete heute, dass sie ihren Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast die Hälfte gesteigert hat. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 874 Mio. Schweizer Franken (CHF), gegenüber 606 Mio. CHF im Vorjahr. Der operative Gewinn lag bei 1,02 Mrd. CHF, gegenüber 1,15 Mrd. CHF. Die Gesamteinnahmen gingen von 22,33 Mrd. CHF in 2004 auf 21,54 Mrd. CHF zurück. Der Konzern, der Patrick Frost zum neuen Chief Investment Officer bestellt hat, hält weiterhin an seinen Zielen für 2008 fest.

Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric S.A. (ISIN FR0000121972/ WKN 860180) gab heute die Übernahme der deutschen Merten GmbH & Co. KG bekannt. Das Unternehmen bietet Lösungen für Gebäude, welche von Schaltern über Sicherheitsprogramme bis hin zu Gebäude-Systemtechnik reichen. Im Geschäftsjahr 2005 generierte Merten einen Gesamtumsatz von nahezu 100 Mio. Euro, wobei rund 30 Prozent der Umsatzerlöse außerhalb von Deutschland erzielt werden konnten. Durch die Übernahme will Schneider Electric Zugang zum deutschen Markt für Schwachstromanlagen sowie Kontrollsysteme erhalten, und gleichzeitig das konzerneigene Produktportfolio in diesem Segment erweitern. Die Übernahme, welche noch unter dem Vorbehalt der Zustimmugn durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden steht, soll noch im Laufe des zweiten Quartals abgeschlossen werden.

Der US-Telekommunikationsausrüster Lucent Technologies Inc. (ISIN US5494631071/ WKN 899868) und sein französischer Konkurrent Alcatel S.A. (ISIN FR0000130007/ WKN 873102) arbeiten derzeit an einem Plan, um Sicherheitsbedenken der USA bei dem geplanten Zusammenschluss der beiden Unternehmen auszuräumen. Dies berichtet das "Wall Street Journal" heute. Der Zeitung zufolge beinhaltet der Plan, dass man einige der sensibelsten verteidigungsrelevanten Forschungsaktivitäten von Lucent unter die Aufsicht eines separaten Boards stellt, das ausschließlich aus US-Amerikanern besteht. Die Ausräumung dieser Sicherheitsbedenken sei eine wesentliche Bedingung für die Genehmigung der geplanten Fusion, die ein Volumen von 33 Mrd. Dollar hat. Der genannte Plan könnte frühestens in dieser Woche bekannt gegeben werden, hieß es weiter.

Der österreichische Ziegelhersteller Wienerberger AG (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen und hoher Energiekosten einen leichten Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der Konzern heute auf Basis endgültiger Geschäftszahlen erklärte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum bei 270,3 Mio. Euro, nach 257,5 Mio. Euro im Vorjahr, während der Vorsteuergewinn von 231,4 Mio. Euro auf 251,3 Mio. Euro zulegen konnte. Der Nachsteuergewinn verbesserte sich von 181,8 Mio. Euro auf 196,4 Mio. Euro. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 1,76 Mrd. Euro auf 1,95 Mrd. Euro. "2005 konnte Wienerberger trotz schwieriger Rahmenbedingungen seine Strategie des profitablen Wachstums erfolgreich fortsetzen", stellt Wolfgang Reithofer, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, fest. Deutliche Ergebnissteigerung wurde durch drei schwächere Märkte und höhere Energiekosten verhindert "Mehrere Faktoren haben im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere Ergebnisentwicklung bestimmt: Erfreulich waren die Rückflüsse aus den Wachstumsprojekten der letzten Jahre, ungünstig wirkten sich der Nachfragerückgang in drei wichtigen Märkten sowie die deutlich höheren Energiepreise aus", kommentiert Reithofer. Für das abgelaufene Fiskaljahr wird Wienerberger den Aktionären die Anhebung der Dividendenausschüttung um 10 Prozent auf 1,18 Euro je Aktie vorschlagen. Für das laufende Fiskaljahr wurde das Ziel eines 10-prozentigen Ergebnisanstiegs bestätigt: "Wir haben das Jahr 2005 genutzt, um Kapazitäten und Kostenstrukturen weiter zu optimieren. In Kombination mit der erfolgreichen Umsetzung unserer profitablen Wachstumsstrategie bin ich daher zuversichtlich, dass wir in 2006 wieder unser Ziel eines 10-prozentigen Ergebniswachstums erreichen werden. Unsere Expansionspläne sehen auch für 2006 Wachstumsinvestitionen von zumindest 250 Mio. Euro vor. Der Großteil dieses Volumens wird aus heutiger Sicht Werksneubauten oder Kapazitätserweiterungen betreffen. Wir werden zusätzlich auch größere Akquisitionen prüfen, diese aber nur dann umsetzen, wenn sie strategisch sinnvoll und vor allem wertschaffend sind", so Reithofer abschließend.

Der niederländische Biotechnologiekonzern Crucell N.V. (ISIN NL0000358562/ WKN 589861) treibt die Konzentration auf sein Kerngeschäft weiter voran. Wie heute mitgeteilt wurde, bereinigt der Impfstoffhersteller das Portfolio seiner neuen schweizerischen Tochter Berna Biotech AG (ISIN CH0014298019/ WKN 884627). Im Zuge dessen wird die Rhein Biotech GmbH in Düsseldorf für 10 Mio. Euro an das US-Biotechnologieunternehmen Dynavax veräußert.

Die Bank of Ireland (ISIN IE0030606259/ WKN 853701) geht für das Gesamtjahr von einer positiven Ergebnisentwicklung aus. Wie das irische Kreditinstitut heute im Rahmen seines Trading-Updates für das am 31. März endende Fiskaljahr erklärte, geht man aufgrund der positiven operativen Entwicklung in allen Segmenten sowie der vorteilhaften Rahmenbedingungen von einem exzellenten Geschäftsergebnis aus. Besonders erfreulich entwickelt sich den Angaben zufolge das Großkundengeschäft sowie das Lebensversicherungs- und das Privatkundengeschäft. Der Gewinn je Aktie soll demzufolge gegenüber dem Vorjahresergebnis vor Einmaleffekten um ca. 15 Prozent zulegen können.

Der italienische Mischkonzern Finmeccanica S.p.A. (ISIN IT0003856405/ WKN A0ETQX) musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen Gewinnrückgang hinnehmen, nachdem das Vorjahresergebnis durch positive Einmaleffekte beeinflusst worden war. Wie der auf Luft- und Raumfahrttechnik spezialisierte Konzern heute erklärte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Gesamtjahr bei 735 Mio Euro, nach 465 Mio. Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn lag mit 386 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 850 Mio. Euro. Der Nettogewinn vor nicht weitergeführten Geschäftsbereichen verringerte sich im Vorjahresvergleich von 585 Mio. Euro auf 396 Mio. Euro. Das Vorjahresergebnis beinhaltet dabei positive Einmaleffekte in Höhe von 702 Mio. Euro aus dem Verkauf von Anteilsscheinen der STMicroelectronics N.V. (ISIN NL0000226223/ WKN 893438). Der Konzernumsatz verbesserte sich von 8,83 Mrd. Euro auf 10,95 Mrd. Euro. Der Auftragseingang kletterte gegenüber dem Gesamtjahr 2004 von 10,54 Mrd. Euro auf 15,38 Mrd. Euro. Für das abgelaufene Fiskaljahr will Finmeccanica einen reguläre Dividende von 31 Cent je Aktie sowie eine Sonderdividende in Höhe von 19 Cent je Anteilsschein ausschütten. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Finmeccanica ein EBIT im Bereich von 840 bis 860 Mio. Euro sowie Umsatzerlöse im Bereich von 12,7 bis 13,0 Mrd. Euro. im Fiskaljahr 2007 soll ein EBIT in Höhe von 960 Mio. Euro bis 1,00 Mrd. Euro erreicht werden, wobei man von einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 13,6 bis 14,0 Mrd. Euro ausgeht.

Die Banca Popolare di Milano S.c.a r.l. (BPM) (ISIN IT0000064482/ WKN 860591) teilte heute die Zahlen für das Geschäftsjahr 2005. Dabei verzeichnete die italienische Großbank aufgrund höherer Provisionen ein deutliches Ergebnisplus. Das Nettoergebnis verbesserte sich den Angaben zufolge von 119 Mio. Euro auf nun 259 Mio. Euro. Die Umsätze stiegen im selben Zeitraum von 1,445 Mrd. Euro auf nun 1,619 Mrd. Euro. Infolge der guten Zahlen soll sich die Dividende um 15 Prozent auf 0,15 Euro je Aktie erhöhen.

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Aktien in diesem Artikel

BAA
Alcatel-Lucent 1,5 -7,6%
Alcatel-Lucent (Spons ADRs) 1,5 -4,6%
Swiss Life 41,5 -1,8%
Schneider Electric 42,4 -1,7%
Wienerberger 8,5 -3,3%
Bank of Ireland 1,3 +22,6%
Crucell 9,5 +0,7%
Berna Biotech

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