10.05.2006 20:37
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Europa-Schluss: Schwacher Handel vor US-Zinsentscheid

Die europäischen Aktienmärkte tendierten zur Wochenmitte deutlich schwächer. Angesichts gemischter Vorgaben aus Übersee sowie der am Abend auf der Agenda stehenden US-Zinsentscheidung hielten sich an den europäischen Börsen die Anleger zurück.

In London gewannen Papiere der Drogerie-Kette Boots fast 4 Prozent und die des Pharma-Großhändlers Alliance Unichem über 5 Prozent, nachdem eine Beschwerde des deutschen Pharmahändlers Celesio gegen die Fusion der beiden Unternehmen abgelehnt wurde.

In Zürich preschten Anteilsscheine des Anbieters von Human Resources-Lösungen Adecco nach der Präsentation von Quartalsergebnissen um mehr als 7 Prozent vor. Aktien der Swisscom, die ebenfalls Zahlen auf den Tisch legte, rücken um mehr als 1 Prozent vor. In den Niederlanden gaben die Aktien von AEGON, Euronext und Wolters Kluwer nach Vorlage der Quartalszahlen deutlich nach.

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.863,56 (-0,70 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.562,45 (-0,91 Prozent)

EURONEXT 100: 905,28 (-0,67 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der niederländische Versicherungskonzern AEGON N.V. (ISIN NL0000301760/ WKN 858185) verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Anstieg beim operativen Gewinn. Wie der Versicherungskonzern heute bekannt gab, verbesserte sich der operative Gewinn im Vorjahresvergleich aufgrund der guten Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten von 430 Mio. Euro auf 827 Mio. Euro. Beim Vorsteuerergebnis verzeichnete AEGON hingegen einen Rückgang von 934 Mio. Euro auf 845 Mio. Euro, wobei im Vorjahreszeitraum ein außerordentlicher Gewinn in Zusammenhang mit dem im Vorjahr erfolgten Verkauf der Versicherungsaktivitäten in Spanien verbucht werden konnte. Der Nettogewinn verringerte sich von 677 Mio. Euro bzw. 0,43 Euro je Aktie auf 630 Mio. Euro bzw. 0,38 Euro je Anteilsschein. Für das laufende Fiskaljahr erwartet AEGON aufgrund der weiterhin positiven Entwicklung im operativen Geschäft sowie an den Kapitalmärkten eine weiterhin starke Entwicklung für das Gesamtjahr

Der französische Umweltservicedienstleister Veolia Environnement S.A. (ISIN FR0000124141/ WKN 501451) meldete heute, dass er Umsatz und operatives Ergebnis im ersten Quartal gesteigert hat. Demnach erhöhte sich der Konzernumsatz um 15,6 Prozent auf 7,16 Mrd. Euro. Das interne Wachstum betrug dabei 11,0 Prozent. Der konsolidierte operative Gewinn kletterte um 15,9 Prozent auf 616 Mio. Euro. Vor Einmaleffekten im ersten Quartal 2005 wuchs der operative Gewinn um 17,2 Prozent bzw. um 15,2 Prozent auf Basis konstanter Währungen. Das operative profitierte dabei vor allem von neuen Aufträgen in Europa und Asien. Die Nettoverbindlichkeiten des Konzerns belief sich zum 31. März 2006 auf 13,5 Mrd. Euro, gegenüber 13,9 Mrd. Euro Ende 2005.

Der französische Medienkonzern Lagardère S.C.A. (ISIN FR0000130213/ WKN 866786) veröffentlichte am Dienstag die Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2006. Dabei konnte der Konzern die Umsätze um 10,5 Prozent auf 3,15 Mrd. Euro steigern. Im Vorjahreszeitraum hatten die Umsätze bei 2,85 Mrd. Euro gelegen. Auslöser für den Anstieg war die Umsatzverbesserung bei der Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914). Der Umsatzanteil der Beteiligung stieg von 1,058 Mrd. Euro auf 1,358 Mrd. Euro.

Die Vier-Länder-Börse Euronext N.V. (ISIN NL0000241511/ WKN 693285) veröffentlichte am Dienstagabend die Zahlen für das erste Quartal 2006. Dabei konnte der Börsenbetreiber Umsatz und Gewinn deutlich steigern- Der Umsatz stieg demnach von 222,6 Mio. Euro auf nun 268,1 Mio. Euro. Das EBITA kletterte von 63,8 Mio. Euro auf nun 109,8 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich von 69,5 Mio. Euro auf nun 145,6 Mio. Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich demnach von 45,3 Mio. Euro bzw. 0,41 Euro je Aktie auf nun 107,1 Mio. Euro bzw. 0,96 Euro je Aktie.

Die Adecco S.A. (ISIN CH0012138605/ WKN 922031), der weltgrößte Anbieter von Human Resources-Lösungen, meldete heute, dass sie den Reingewinn im ersten Quartal um 59 Prozent gesteigert hat. In den ersten drei Monaten 2006 erhöhte sich der Reingewinn demnach von 63 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 100 Mio. Euro. Der Gewinn pro Aktie stieg von 33 Cent auf 53 Cent. Der Umsatz nahm von 4,1 Mrd. Euro um 15 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro zu, wobei das organische Wachstum 9 Prozent betrug. Dank dem wachsenden Beitrag der Fachkräftevermittlung und einer besseren Bruttomarge in der Temporärvermittlung verbesserte sich die Bruttomarge der Gruppe im ersten Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahresquartal um 80 Basispunkte auf 17,4 Prozent. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft (Betriebsgewinn) belief sich auf 149 Mio. Euro, was einer Zunahme um 37 Prozent (30 Prozent organisch) entspricht. Die operative Marge konnte auf 3,2 Prozent verbessert werden, gegenüber 2,7 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres. Es konnte zudem ein operativer Cash-Flow von 255 Mio. Euro (Vorjahr: 68 Mio. Euro) generiert werden. Die Gruppe hält an ihren Umsatzwachstumszielen, mindestens auf Marktniveau, fest, d.h. an durchschnittlich mindestens 7 bis 9 Prozent pro Jahr für die nächsten Jahre. Dabei wird vorausgesetzt, dass keine materiellen Änderungen im makroökonomischen Umfeld eintreten. Gleichzeitig bleibt das Management zuversichtlich, dass der Fokus auf das Fachkräftevermittlungsgeschäft und auf Schlüsselregionen es Adecco erlauben wird, die Betriebsgewinnmargen nachhaltig auf über 5 Prozent bis 2009 zu verbessern.

Der niederländische Verlagskonzern Wolters Kluwer N.V. (ISIN NL0000395887/ WKN 864601) verbuchte im ersten Quartal aufgrund operativer Verbesserungen in allen Segmenten einen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Konzernumsatz im Berichtszeitraum bei 854 Mio. Euro, nach 746 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatzanstieg von 14 Prozent resultierte dabei neben einer deutlichen operativen Verbesserung im Segment Fachliteratur in den Bereichen Steuer und Unternehmensrecht sowie Akquisitionen. Der operative Gewinn lag mit 114 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 102 Mio. Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich von 42 Mio. Euro auf 57 Mio. Euro, während das Ergebnis je Aktie von 14 Cent auf 19 Cent zulegen konnte. Für das laufende Fiskaljahr bestätigte Wolters Kluwer seine Ergebnisprognose, wonach man ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent anstrebt. Der Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr bei 1,18 bis 1,23 Euro liegen.

Die Swisscom AG (ISIN CH0008742519/ WKN 916234) verbuchte im ersten Quartal aufgrund der weiterhin sinkenden Preise im Festnetz- sowie im Mobilfunkbereich einen Gewinnrückgang. Wie die schweizerische Telefongesellschaft am Mittwoch bekannt gab, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum bei 686 Mio. Schweizer Franken (CHF) nach 735 Mio. CHF im Vorjahresquartal. Beim Nettogewinn verbuchte Swisscom einen Rückgang von 520 Mio. CHF bzw. 8,60 CHF je Aktie auf 460 Mio. CHF bzw. 8,11 CHF je Anteilsschein. Beim EBITDA verbuchte Swisscom einen Rückgang von 1,09 Mrd. CHF auf 1,03 Mrd. CHF, wobei diese Entwicklung durch zahlreiche Sondereffekte beeinflusst wurde. Der Konzernumsatz verringerte sch im Vorjahresvergleich von 2,45 Mrd. CHF auf 2,38 Mrd. CHF. Dabei konnte man insbesondere die Zahl der Internet-Kunden bei ADSL-Anschlüssen aufgrund deutlich reduzierter Tarife um 35,4 Prozent auf 1,19 Millionen steigern. Die Zahl der Mobilfunkkunden erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 9,7 Prozent auf 4,37 Millionen. Unverändert erwartet Swisscom für das Geschäftsjahr 2006 einen Nettoumsatz von rund 9,5 Mrd. CHF und ein EBITDA von rund 4,0 Mrd. CHF.

Der Kranhersteller PALFINGER AG (ISIN AT0000758305/ WKN 919964) verbuchte im ersten Quartal aufgrund der starken Entwicklung auf dem europäischen Markt einen leichten Anstieg beim operativen Ergebnis. Wie der Kranhersteller heute bekannt gab, verbesserte sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Berichtszeitraum von 17,1 Mio. Euro auf 17,5 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis verbuchte PALFINGER hingegen einen leichten Rückgang von 12,8 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro. Der Konzernumsatz konnte im Vorjahresvergleich von 121,7 Mio. Euro um 15,1 Prozent auf 140,1 Mio. Euro zulegen. Erfreulich entwickelte sich das Segment Hydraulische Systeme und Services, welches einen Umsatzanstieg von 23,6 Prozent auf 43,2 Mio. Euro vorzuweisen hatte. Das Ergebnis konnte hier auf -0,9 Mio. Euro (Vorjahr: -2,4 Mio. Euro) verbessert werden. Für das laufende Fiskaljahr erwartet PALFINGER eine weitere Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit bilden die Umsetzung der geplanten Kapazitätserweiterungen und die Hebung der Potenziale zur Ergebnisverbesserung bei den Hydraulischen Systemen sowie die weitere Effizienzsteigerung des Gesamtkonzerns, teilte der Konzern weiter mit.

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Aktien in diesem Artikel

AEGON 2,7 -9,5%
Euronext
Veolia Environnement 17,8 -3,6%
Lagardere SCA 26,3 -0,2%
Adecco 21,8 -1,1%
Wolters Kluwer 13,5 -2,8%
Swisscom 215,7 -3,0%
PALFINGER 9,9 -2,3%

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