19.07.2006 20:21
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Europa-Schluss: US-Vorgaben ziehen Märkte nach oben

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen gingen am Mittwochabend mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel. Angesichts positiver Vorgaben aus Übersee verbuchten die Märkte durchweg Gewinne. Besonders die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke ließ am Nachmittag die Börsen haussieren. So stellte der Fed-Chef ein Ende der Zinserhöhungen in Aussicht.

In Amsterdam stiegen Titel des Chip-Ausrüsters ASML um 6,4 Prozent, nachdem der Konzern starke Zahlen präsentierte und auch der US-Wettbewerber IBM am Vorabend mit guten Ergebnissen auftrumpfte. Der weltgrößte Hersteller von Lithographiesystemen, konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 49 Prozent steigern, was auf eine starke Nachfrage nach seinen Systemen zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 167,1 Mio. Euro bzw. 33 Cent pro Aktie, nach einem Überschuss von 111,8 Mio. Euro bzw. 22 Cent pro Aktie im Vorjahr.

In London preschten Papiere von Tate & Lyle um mehr als 2,8 Prozent nach oben, zuvor präsentierte der Zuckerproduzent einen positiven Ausblick. So geht der Konzern für das Gesamtjahr von einer weiterhin positiven Ergebnisentwicklung aus. Der CEO des Konzerns, David Lee, erklärte heute in einer Pressemitteilung, dass das Ergebnis im ersten Quartal deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Begründet wurde die Ergebnisverbesserung mit der starken Entwicklung auf dem Absatzmarkt für Lebensmittelzusatzstoffe in Nordamerika sowie der guten Entwicklung im Zuckergeschäft.

Ähnlich positiv tendierten auch die Papiere von Nordea. Der schwedische Finanzkonzern hatte im zweiten Quartal aufgrund der starken Entwicklung im Privat- und Firmenkundengeschäft beim Ergebnis zulegen können. So lag der operative Gewinn im Berichtszeitraum bei 932 Mio. Euro, nach 884 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 705 Mio. Euro auf 740 Mio. Euro. Bis zum Abend legten die Aktien in Stockholm 5,5 Prozent zu.

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.585,65 (+2,68 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.357,73 (+2,12 Prozent)

EURONEXT 100: 831,82 (+2,30 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der skandinavische Börsenbetreiber OMX AB (ISIN SE0000110165/ WKN 889656) verbuchte im zweiten Quartal aufgrund der gestiegenen Handelsaktivität ein deutliches Ergebnisplus. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum bei 865 Mio. Schwedischen Kronen (SEK), nach 771 Mio. SEK im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn verbesserte sich von 208 Mio. SEK auf 284 Mio. SEK. Der Nettogewinn verbesserte sich von 73 Mio. SEK bzw. 0,61 SEK je Aktie auf 200 Mio. SEK bzw. 1,68 SEK je Anteilsschein. Wesentlichen Anteil an der deutlichen Ergebnisverbesserung hatte die Zunahme der Handelsaktivitäten in den Bereichen Derivate und Aktien. Aufgrund der traditionell eher geringen Handelsaktivität in den Sommermonaten erwartet OMX im dritten Quartal eine leicht unter dem Niveau des Vorquartals liegende Umsatzentwicklung bei ebenfalls geringerem Aufwand.

Der österreichische Mineralölkonzern OMV AG (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) ist in Tunesien erneut auf Öl gestoßen. Wie der Konzern heute erklärte, wurde im Rahmen der Explorationsbohrung "Nawara 1" im Block Jenein Sud in Süd-Tunesien erneut Öl und Gas gefunden. Die Explorationsbohrung erreichte am 4. Juni dieses Jahres ihren tiefsten Punkt bei 3.970 m. Dabei traf sie auf mehrere Schichten mit insgesamt 25 m netto Öl- und Gas/Kondensatmächtigkeit in einer Tiefe von 3.600 bis 3.900 m. Mittels 3D-Seismik und weiteren Bohrungen wird OMV dieses Gebiet weiter untersuchen. Dabei handelt es sich um die zweite erfolgreiche Explorationsbohrung innerhalb eines Jahres in diesem Block. Die kumulative Testrate aus verschiedenen Schichten der "Nawara 1" Bohrung beträgt 5.970 bbl Öl und 1,6 Millionen m³ Gas pro Tag. Die Bohranlage wurde bereits abgebaut und die Vorbereitungen für weitere Fördertests sind in Gang. Für August sind weitere 3D-Seismik Untersuchungen geplant, eine weitere Bohrung soll Anfang 2007 durchgeführt werden.

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis AG (ISIN CH0012005267/ WKN 904278) meldete am Dienstag, dass sie in den USA ein Werk zur Produktion von Grippe-Impfstoffen bauen will. Demnach wird der Konzern in Holly Springs, North Carolina, ab dem Jahr 2007 rund 600 Mio. Dollar in den Bau der neuen Produktionsstätte investieren. Dabei soll erstmals in den USA die neue Zellkultur-Technologie angewandt werden. Nach der Fertigstellung sollen dort jährlich 50 Millionen Impfdosen produziert werden. Im ersten Halbjahr 2006 hatte der Konzern ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt und konnte schneller wachsen als der weltweite Pharmamarkt. Dabei kletterte der Nettoumsatz um 15 Prozent auf 17,48 Mrd. Dollar, während sich der Reingewinn um 17 Prozent auf 3,67 Mrd. Dollar bzw. der Gewinn je Aktie um 16 Prozent auf 1,56 Dollar je Aktie verbesserte.

Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson (ISIN SE0000108656/ WKN 850001), der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, gab heute bekannt, dass er von der Bite Group, die aus den Telekomunternehmen Bite Lietuva und Bite Latvija besteht, einen Auftrag erhalten hat. Demnach wird man das 3G-Netzwerk von Bite in Litauen mit HSDPA-Technologie aufrüsten. In Lettland wird Ericsson indes ein HSDPA-fähiges WCDMA/UMTS-Netzwerk errichten. Dazu werden HSDPA-Hardware und -Software sowie entsprechende Dienstleistungen hinsichtlich der Inbetriebnahme zur Verfügung gestellt. (19.07.2006/ac/n/m)

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Aktien in diesem Artikel

ASML
TateLyle 4,6 -0,2%
Telefonaktiebolaget LM Ericsson (B) 4,6 -6,8%
Novartis 35,1 -6,0%
OMV 17,0 -2,9%
OMX AB
Nordea AB 5,4 +0,2%

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