Europäische Börsen sehr fest -Automobil- und Finanztitel gesucht
FRANKFURT (Dow Jones)--Beflügelt von günstigen Vorgaben aus Japan und den USA haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch sehr fest geschlossen. Zudem wurden von einigen europäischen Unternehmen ansehnliche Ergebnisse vorgelegt, so dass gerade die Verlierer der Vorwoche deutliche Gewinne verzeichneten.
Auch der Ölpreis verblieb auf ermäßigtem Niveau. Die Rohstoffanalysten der Commerzbank erwarten in den kommenden Wochen und Monaten einen nachhaltigen Rückgang. Die Nachfrageentwicklung deute auf eine bevorstehende Trendwende hin, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Der Euro-Stoxx-50-Index kletterte um 1,8% oder 61 Punkte auf 3.388, während der Stoxx-50 um 2,1% bzw 59 Zähler auf 2.891 anzog.
Automobilwerte profitieren von guten Geschäftszahlen
Die guten Geschäftszahlen von Volkswagen (VW) und Peugeot ließen die Automobilwerte um 5% anziehen. VW hatte die Gewinneinschätzungen des Marktes deutlich überboten. "Die Konsensschätzungen der Gewinnziffern sind ja um die 10% übertroffen worden - das ist sehr, sehr viel", meinte ein Händler. Der Absatz habe sich im ersten Halbjahr "hervorragend" entwickelt, auch wenn er im Juni etwas geschwächelt habe, so ein Analyst. Die Restrukturierung aus den Jahren 2005 und 2006 trage jetzt Früchte und werde von CEO Winterkorn fortgeführt. VW stiegen um 6,9% auf 209,55 EUR auf ein neues Allzeithoch.
Peugeot kletterten um 9,2% auf auf 34,90 EUR. Die Franzosen steigerten ihr Nettoergebnis im ersten Halbjahr deutlich und bekräftigten die Margenprognose für das Gesamtjahr. Wie der Automobilhersteller am Mittwoch mitteilte, kletterte das Nettoergebnis um 49% auf 733 Mio EUR und der Umsatz leicht auf 31,30 Mrd EUR von zuvor 30,82 Mrd EUR. Die operative Marge lag in den ersten sechs Monaten bei 3,6% nach 2,7% im Vorjahreszeitraum.
Banken profitieren von guten Vorgaben der US-Finanzwerte
Die Banken waren mit Aufschlag von 6,1% stärkster Sektor und reagierten damit auf die Gewinne der US-Finanzwerte. Besonders kräftig fielen die Aufschläge bei den von der Kreditkrise gebeutelten britischen Finanzwerten aus. Für HBOS ging es dabei um 16,9% auf 305 p nach oben. Hier stützten zusätzlich Spekulationen über ein Gebot der spanischen BBVA. BBVA wollte sich dazu nicht äußern. Die Aktie der Spanier kletterte um 4% auf 12,41 EUR.
Die Versicherungswerte waren mit einem Aufschlag von 4,1% im Konzert der Finanzbranche dabei. Dass Goldman Sachs die Kursziele verschiedener europäischer Versicherer gesenkt hat, spielte keine Rolle. Zudem schätzen die Analysten den Versicherungssektor als günstig bewertet ein. Die Kursgewinn-Verhältnisse hätten historische Tiefstände erreicht, die Renditen hingegen seien hoch wie nie.
Ahold laufen im Einzelhandelssektor gegen den Trend
Dagegen waren die Einzelhandelswerte mit einem Aufschlag von 1,8% nicht ganz so stark. Ahold verloren sogar 5,6% auf 7,68 EUR. Händler verwiesen zur Begründung auf das nach der Gewinnwarnung der belgischen Delhaize insgesamt verschlechterte Umfeld für die europäischen Einzelhändler. Darüber hinaus sei der Nachrichtenfluss zu Ahold derzeit ausgesprochen negativ. So hat KBC am Morgen die Papiere des niederländischen Einzelhandelskonzerns auf "Akkumulieren" von "Kaufen" zurückgestuft. Bereits am Vortag hatte die US-Investmentbank J.P. Morgan ihre Empfehlung auf "Neutral" von "Übergewichten" gesenkt.
STMicro präsentiert gute Zahlen
STMicroelectronics (STMicro) erwirtschaftete im zweiten Vierteljahr einen bereinigten Gewinn von 0,18 USD je Aktie. Analysten hatten im Mittel ihrer Prognosen lediglich mit 0,12 USD gerechnet. Allerdings geht das Unternehmen für den Halbleitermarkt im zweiten Halbjahr von einer Abschwächung aus. STMicro kletterten um 6,3% auf 7,19 EUR.
Europäische Schlussindizes am Mittwoch, 23. Juli:
=== Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd. stand abs. in % seit Jahresbeginn DJ Europe EuroSTOXX50 3387,50 61,26 1,84 -23,01 STOXX 50 2890,68 59,35 2,10 -21,53 STOXX 600 286,77 5,87 2,09 -21,36 London FTSE 100 5449,90 85,80 1,60 -15,60 Frankfurt Xetra DAX 6536,09 93,30 1,45 -18,98 Paris CAC40 4408,74 81,48 1,88 -21,47 Amsterdam AEX 405,38 5,18 1,29 -21,40 Athen ASE 3505,69 120,70 3,57 -32,31 Brüssel BEL-20 3144,82 85,87 2,81 -23,81 Kopenhagen KFX 415,13 10,12 2,50 -10,56 Dublin ISEQ 5159,73 249,68 5,09 -25,59 Helsinki HEX 8529,04 -10,98 -0,13 -26,46 Istanbul IMKB-100 38555,56 939,39 2,50 -30,58 Lissabon PSI General 2908,97 32,31 1,12 -29,46 Madrid IBEX 35 11934,90 324,80 2,80 -21,39 Mailand S&P/MIB 28841 611 2,16 -25,19 Oslo OBX Stock 479,73 -2,43 -0,50 -15,83 Prag PX 1475,00 38,60 2,69 -18,74 Moskau RTS 2111,93 -11,73 -0,55 -7,80 Wien ATX 3722,53 58,96 1,61 -17,52 Zürich SMI 7058,24 135,99 1,96 -16,81 === DJG/mif/flf (END) Dow Jones NewswiresJuly 23, 2008 12:44 ET (16:44 GMT)
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