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Europäische Versicherer sehen Branche nicht akut gefährdet
BRÜSSEL (Dow Jones)--Angesichts der jüngsten Finanzmarktturbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und den Gerüchten um den US-Versicherer AIG hat der europäische Verband der Versicherungen und Rückversicherungen (CEA) Entwarnung für die Versicherungskonzerne in Europa gegeben. Die Situation der europäischen Versicherer sei mit der Krise der Branche in den USA nicht vergleichbar, teilte der Verband am Dienstag mit.
Zwar litten auch die europäischen Versicherer unter den gefallenen Börsenkursen und unter den Folgen der Abschreibungen bei vielen Anlagenklassen. Doch stelle sich die Gesamtsituation der Branche anders dar als in den USA. "Die europäischen Versicherungskonzerne haben breit gefächerte Erträge und einen konservativen Anlage-Mix, und sie haben Haftungen, die zu mehr Stabilität in den Kalkulationen führen", erklärte CEA-Generaldirektorin Michaela Koller. "Im Ergebnis haben wir es in Europa mit Unternehmen zu tun, die mehr von der Langfristigkeit der Versicherungsbranche getrieben sind", betonte Koller. Es sei deshalb unwahrscheinlich, dass die europäischen Versicherer übermäßig von den kurzfristigen Liquiditätsengpässen betroffen sein könnten.
Die CEA-Generaldirektorin bekräftigte die Notwendigkeit der von der EU-Kommission geplanten Reform des Versicherungsaufsichtsrechts (Solvency II). "Wir glauben, dass Solvency II das Risikomanagement und die Kapitalallokation in den Unternehmen verbessern wird", sagte Koller weiter. Das werde die Transparenz erhöhen und dazu beitragen, dass die Versicherer weniger anfällig gegen Finanzkrisen werden. "Die europäische Versicherungsbranche arbeitet intensiv an der zügigen Einführung von Solvency II", erklärte die Chefin des europäischen Versicherungsverbandes. Viele Versicherer hätten bereits begonnen, eine verbesserte Risikokultur zu etablieren.
Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für die Solvency II-Rahmenrichtlinie im Juli 2007 vorgelegt. Mit einer Anwendung rechnet sie etwa 2012. Dem Vorschlag zufolge sollen die Versicherer ihren Eigenkapitalbedarf künftig nach EU-einheitlichen Vorgaben wesentlich mehr als bisher an den eingegangen Versicherungsrisiken ausrichten und dabei auch Kapitalanlagerisiken berücksichtigen. Die Aufsichtsregeln sollen harmonisiert, das Nebeneinander inkonsistenter nationaler Aufsichtssysteme beseitigt und für Versicherungskonzerne eine Gruppenaufsicht eingeführt werden, hat die Kommission vorgeschlagen.
DJG/hil/frh/kth (END) Dow Jones NewswiresSeptember 16, 2008 11:29 ET (15:29 GMT)
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