Europas Börsen schließen schwach - Bankenwerte halten sich gut
FRANKFURT (Dow Jones)--Schwach haben die europäischen Aktienmärkte am Montag geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,4% bzw 35 auf 2.452 Punkte nach, während der Stoxx-50 um 1,4% bzw 30 auf 2.129 Punkte zurückfiel. Teilnehmer sprachen von einem abwartenden Handel vor dem Beginn der US-Berichtssaison, die traditionell von Alcoa eingeläutet wird. Am Freitagnachmittag habe man gesehen, auf welch wackeligen Beinen die Aktienmärkte stehen. Schon die kleinste Verunsicherung führe zu großen Abschlägen. Die zur Eröffnung nachgebenden US-Börsen hätten daher entsprechende Verluste nach sich gezogen.
Die anstehenden Viertquartalszahlen der europäischen Unternehmen dürften die Aktienmärkte belasten, so die Analysten von J.P. Morgan. Zwar seien die Konsensschätzungen durchweg pessimistisch, doch könnten die Ertragskennziffern noch deutlich schlechter ausfallen als befürchtet. Die aktuellen Kursrückgänge bergen ihrer Meinung nach aber auch Chancen und sollten zum Kauf genutzt werden.
Banken durch Vorgaben aus Großbritannien gestützt
Mit einem Abschlag von 0,8% hielten sich die Bankenwerte besser als der Gesamtmarkt. Die Aussicht auf Beteiligungsverkäufe und eine damit einhergehende Umstrukturierung in der Branche der britischen Finanzdienstleister stützte die Kurse der Beteiligten. Laut "The Independent on Sunday" sind Beteiligungs-Gesellschaften am Immobiliengeschäft von HBOS interessiert. Die Interessenten seien Cognetas, Warburg Pincus, 3i und Bridgepoint. HBOS zogen um 5,4% auf 84,10 p an.
Ferner sollen laut "Financial Times" die Private-Equity-Häuser Apollo Management und BC Partners zusammen mit dem ehemaligen Aviva-Manager Patrick Snowball am Versicherungsgeschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) interessiert sein. "Es scheint mehr Bewegung in die britische Finanzindustrie zu kommen", sagte ein Händler. RBS gewannen 3,6% auf 55 p. Lloyds TSB verteuerten sich um 7% auf 141 p und HSBC um 2,2% auf 642 p.
UBS verloren dagegen 6,2% auf 15,84 EUR. Ein Schweizer Zeitungsartikel, dem zufolge im vergangenen Quartal bei der Bank ein hoher Verlust aufgelaufen sein dürfte, belastete die Aktie laut Händlern damit signifikant. "Das passt ins Bild der Spekulationen um einen hohen Verlust der Deutschen Bank im Eigenhandel vom Freitag", ergänzte ein Marktteilnehmer. Besser entwickelte sich indes des Versicherungssektor mit einem Aufschlag von 0,4%. Hier profitierten Allianz weiterhin von der Trennung des Versicherers von seiner Bankensparte. Die Aktie stieg um 3,1% auf glatt 73 EUR.
Pharmawerte durch Abgaben von Roche belastet
Die Pharmawerte verloren dagegen 0,9%. Die "Financial Times" berichtete, Roche erwäge ein auf 95 USD von zuvor 89 USD erhöhtes, zweites Übernahme-Angebot für Genentech. Bislang hält Roche 56% an Genentech. "Wir rechnen nicht mit einem Update zum Roche/Genentech-Deal", schrieb die Bank Vontobel in einem Ausblick auf die Quartalszahlen. Die Aktie war mit einem Abschlag von 3,4% auf 166,10 CHF schwächster Wert im ansonsten durchwachsenen Pharmasektor.
Öl-Werte erleiden Nachwehen
Bei den Kursverlusten der Ölwerte, die im Schnitt 2,5% verloren, spielten "Nachwehen" des US-Arbeitsmarktberichts vom Freitag eine Rolle. "Schon seit ein paar Tagen bestimmt wieder die Nachfrageschwäche die Tendenz am Ölmarkt", sagte ein Marktteilnehmer. Der Ölpreis befindet sich seit einer Zwischenerholung wieder auf Talfahrt.
Laut der Commerzbank sind die Kaufpositionen von Großanlegern an der Warenterminbörse Nymex in der vergangenen Woche um 12.000 auf rund 76.700 Kontrakte und somit auf den höchsten Stand seit April 2008 gestiegen - "obwohl seit dem Zeitpunkt der Erhebung der Ölpreis um 10 USD fiel", wie die Commerzbank anmerkte. Unter anderem verloren Repsol 3,2%% auf 15,63 EUR.
Italienische Momente bewegen AirFrance-KLM
Die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Fluggesellschaft Alitalia hat nach einer monatelangen Hängepartie einen ausländischen Kooperationspartner gefunden. Die Airline genehmigte Air France-KLM den Einstieg. Die französich-niederländische Fluggesellschaft wird für eine 25%-Beteiligung an Alitalia etwas mehr als 320 Mio EUR zahlen. Bislang war auch die Lufthansa stets als möglicher Alitalia-Partner gehandelt worden. Allerdings war bereits am vergangenen Mittwoch ein Einstieg der Air France-KLM immer wahrscheinlicher geworden. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hatte gesagt, die Lufthansa habe kein Angebot für einen Anteil an Alitalia abgegeben. Alitalia waren vom Handel ausgesetzt, während Air France-KLM 0,2% auf 9,96 EUR verloren.
Europäische Schlussindizes am Montag, den 12. Januar: === Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd. stand abs. in % seit Jahresbeginn DJ Europe EuroSTOXX50 2451,87 -34,72 -1,40 +0,02 STOXX 50 2129,18 -29,77 -1,38 +3,09 STOXX 600 204,53 -3,29 -1,58 +3,88 London FTSE 100 4426,19 -22,35 -0,50 -0,18 Frankfurt Xetra DAX 4719,62 -64,27 -1,34 -1,88 Paris CAC40 3246,12 -53,38 -1,62 +0,87 Amsterdam AEX 261,80 -4,38 -1,65 +6,45 Athen ASE 1870,81 -21,48 -1,14 +4,72 Brüssel BEL-20 1970,54 -3,41 -0,17 +3,24 Kopenhagen KFX 270,46 -1,40 -0,51 +9,18 Dublin ISEQ 2641,48 -44,66 -1,66 +12,73 Helsinki HEX 5575,77 -54,77 -0,97 +3,19 Istanbul IMKB-100 25708,56 -761,52 -2,88 -4,30 Madrid IBEX 35 9199,90 -178,60 -1,90 +0,04 Mailand S&P/MIB 19911 -182 -0,91 +2,32 Oslo OBX Stock 277,12 -8,17 -2,86 +2,56 Prag PX 874,30 -2,40 -0,27 +1,88 Moskau RTS 629,49 2,64 0,42 -0,38 Wien ATX 1789,65 -25,60 -1,41 +2,22 Zürich SMI 5591,79 -105,45 -1,85 +1,03 === DJG/mif/ros Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires
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