29.08.2008 17:00
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Experten sehen Verkauf von Dresdner Bank an Coba als zweitbeste Lösung an

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Analysten und Experten bewerten den offenbar anstehenden Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank für die Allianz nur als die zweitbeste Lösung. "Die Allianz hätte das Geld lieber bar in der Hand gehabt, was bei einem Verkauf an die China Development Bank der Fall gewesen wäre" sagte Fidel Helmer von Hauck und Aufhäuser am Freitag.

    Nach monatelangen Verhandlungen hat der Übernahmepoker um die Dresdner Bank offenbar ein Ende gefunden. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus Finanzkreisen erfuhr, wird die Dresdner Bank voraussichtlich an die Commerzbank gehen. Der Allianz-Vorstand habe dies in der Nacht zum Freitag beschlossen. Die Münchner Versicherung bestätigte am Nachmittag lediglich die fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf der Dresdner Bank, deren Ende noch offen sei. Am Sonntag werden sich die Aufsichtsräte der Commerzbank und der Allianz unabhängig voneinander treffen. Alternativ wurde bis zuletzt auch immer über einen Verkauf an die China Development Bank spekuliert.

    Die "deutsche Lösung" entspricht auch den Erwartungen vieler Analysten, die mehrheitlich davon ausgehen, dass es hierzu kommt. Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse sagte: "Wie gut die Lösung mit der Commerzbank ist, muss sich allerdings noch zeigen", sagte der Experte. Spannend ist für die Analysten nun vor allem die detaillierte Ausarbeitung des Vertrags.

    BUCHVERLUST BEI KOMPLETTÜBERNAHME

    "Bei einer Komplettübernahme ist die Allianz ihr Sorgenkind zwar los, muss aber einen hohen Buchverlust ausweisen", ergänzte Robert Halver von der Baader Bank. Eine Beteiligung des Versicherers an dem fusionierten Konzern hält er ebenfalls für möglich. Als wahrscheinlichste Variante gilt derzeit, dass die Commerzbank erst 51 Prozent und ein Jahr später die restlichen 49 Prozent an der Dresdner Bank übernimmt. Wie genau die Commerzbank den immer noch unbekannten Kaufpreis stemmen will, gibt ebenfalls Anlass zu Spekulationen. "Da die Commerzbank die Übernahme nicht alleine stemmen kann, ist es möglich, dass sich die Allianz noch mit 20 bis 30 Prozent an der Fusion beteiligt", sagte Helmer.

    Die Commerzbank müsste Hamann zufolge auf jeden Fall die bereits genehmigte Kapitalerhöhung zur Finanzierung durchführen. "Als Entlastung könnte auch die Tochter cominvest mit einem Wert von rund 1,5 Milliarden Euro der Allianz als Asset-Tausch angeboten werden." Auch Beteiligungsverkäufe böten Finanzierungsmöglichkeiten. Händler rechnen auf jeden Fall mit einem Verkauf der Linde-Beteiligung. Aber auch Anteile an Hochtief, AMB Generali, Roth & Rau und der Jaxx AG seien potenzielle Geldquellen.

    "Unterdessen könnte die Commerzbank ihrerseits eine Risikoabschirmung des Versicherers für die Dresdner Bank fordern - das wäre wiederum leicht negativ für die Allianz", so Hamann weiter. Auch Details, die nicht direkt mit der Finanzierung zu tun haben, sind von Interesse. "Wenn die Commerzbank beispielsweise teilweise in Aktien zahlt, wie lange verpflichtet sich dann die Allianz, diese zu halten?"/hoscg/dr/sk/wiz



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