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FOKUS: Banken bereiten sich auf Verkauf von dt. Citibank vor
Von Rüdiger Schoß, Peter Herkenhoff und Ulrike Dauer DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Führende Investmentbanken bereiten sich auf einen Verkauf des Retailgeschäfts der Citigroup in Deutschland vor, wobei derzeit vorrangig die Deutsche Bank als möglicher Käufer genannt wird. Dagegen werde sich der Verkauf der Postbank voraussichtlich bis nach 2008 verzögern, erfuhr Dow Jones Newswires aus Finanzkreisen.
Die Deutsche Bank würde sich das deutsche Privatkundengeschäft der Citigroup anschauen, sollte dieses zum Verkauf stehen, sagte Jürgen Fitschen, Mitglied des Group Executive Committee der Frankfurter Bank, am Rande einer Bankentagung am Freitag. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte zuletzt mehrfach Interesse an Zukäufen in Deutschland, vor allem der Postbank, bekundet.
Eine Übernahme des deutschen Citigroup-Geschäfts mit 3,25 Millionen Kunden durch die Deutsche Bank ist nach Ansicht der Hamburger Sparkasse der wahrscheinlichste Fall unter allen möglichen Übernahmen in der Branche. "Diese Übernahme ist plausibel, während ich einen Kauf der Postbank wegen deren Bedeutung für die Post immer als unwahrscheinlich angesehen habe", sagte Analyst Christian Hamann zu Dow Jones Newswires.
Nach Ansicht von Dresdner Kleinwort wäre die Deutsche Bank ein "natürlicher Käufer" des deutschen Retailgeschäfts der Citigroup und möglicherweise weiterer europäischer Citigroup-Bereiche, stellte Analyst Stefan-Michael Stalmann in einer Studie fest.
Als ernsthafte Konkurrenten der Deutschen Bank sieht Hamann vor allem ausländische Banken, die ihr Deutschlandgeschäft ausbauen oder in den Markt einsteigen wollten. Zuletzt hatte die spanische Banco Santander im März das Deutschland-Geschäft von GE Money gekauft.
Ein Frankfurter Investmentbanker sagte, während ein Einstieg von Ausländern bei der Postbank vermutlich am Widerstand der Politik scheitern würde, gebe es bei der Citibank keine solchen Hindernisse.
Die Citibank Deutschland könne deshalb schnell verkauft werden, bei der Postbank verzögere sich der Prozess hingegen. Im Übrigen würde der Verkauf der Citibank Deutschland die Marke der US-Konzernmutter nicht beschädigen.
Dagegen werde sich die Citigroup wohl nicht vom Investmentbanking in Deutschland trennen, sagte der Investmentbanker. Das sei ein globales Geschäft, bei dem man lokal vertreten sein müsse.
Der US-Konzern musste im Zusammenhang mit der Subprimekrise bis heute rund 40 Mrd USD abschreiben. Der neue CEO Vikram Pandit überprüft zur Zeit die Geschäftsstrategie. In den USA hat das Institut begonnen, Randgeschäfte zu verkaufen. Im globalen Vergleich gilt das Retailgeschäft der Citigroup in Europa als relativ unbedeutend.
Unklar sei jedoch, ob die Deutsche Bank auch das höchste Angebot vorlegen werde, sagte Hamann von der Hamburger Sparkasse. Multipliziere man den Jahresüberschuss der Citibank von 345 Mio EUR mit dem Faktor 15, werde die Citibank über den Daumen gepeilt 4 Mrd bis 6 Mrd EUR kosten. Nach Ansicht von Dresdner Kleinwort ist die Citibank zwischen 3 Mrd und 4,5 Mrd EUR wert.
Der Preis könne unter Umständen recht hoch ausfallen, urteilte Hamann. Darin spiegele sich die Tatsache wider, dass es auf dem deutschen Markt nur wenige Möglichkeiten gäbe, durch Zukäufe zu wachsen. "Es gibt wenig Übernahmeziele, und deshalb hat die Bank ihren Preis", sagte der Analyst. Andererseits habe noch niemand genau in die Bücher geschaut.
Die Citibank AG sei besonders beim margenstarken Verbraucherkreditgeschäft gut aufgestellt, so Hamann. Zudem sei es weniger zyklisch und leichter zu steuern als das Großkundengeschäft. Im Vergleich zur Postbank wäre der Restrukturierungsbedarf bei der Citibank geringer.
Unter den deutschen Banken sieht Analyst Hamann kein Institut, das ein ähnlich großes Interesse wie die Deutsche Bank an der Citibank habe. Diese seien entweder finanziell nicht stark genug, mit der Integration vergangener Übernahmen beschäftigt oder verfügten bereits über ein großes Privatkundengeschäft.
Am Finanzmarkt würde eine Übernahme durch die Deutschen Bank kaum negativ aufgenommen werden, obwohl die Eigenkapitalrendite unter Druck geriete, sagte Hamann: "Wir müssen uns generell von den 20% Rendite nach Steuern verabschieden, die wir jahrelang gesehen habe." Dies werde in den Kursen gegenwärtig eingepreist.
Webseiten: http://www.citibank.de http://www.deutsche-bank.de-Von Rüdiger Schoß, Peter Herkenhoff und Ulrike Dauer, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso (END) Dow Jones Newswires
April 25, 2008 08:04 ET (12:04 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 04 AM EDT 04-25-08
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Aktien in diesem Artikel
| Deutsche Postbank | 52,6 | -4,9% | |
| Deutsche Bank | 54,8 | -1,8% | |
| Citigroup | 10,8 | +0,3% |
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