06.06.2008 16:52
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FOKUS: Dt Automobilhersteller spüren konjunkturellen Gegenwind

Von Christoph Baeuchle DOW JONES NEWSWIRES STUTTGART (Dow Jones)--Die deutschen Premium-Automobilhersteller haben im Mai den konjunkturellen Gegenwind zu spüren bekommen. Mercedes-Benz musste einen Absatzrückgang hinnehmen. Bei BMW und Audi schwächte sich das Wachstum deutlich ab. "Prickelnd war der Mai nicht", sagt LBBW-Analyst Frank Biller. Aber das sei nicht anders zu erwarten gewesen.

   Biller stuft die Situation für Mercedes-Benz, BMW und Audi als schwierig ein. "Die Ölpreisverteuerung war im Mai heftig." Zudem herrsche in Westeuropa weiterhin die Verunsicherung mit der CO2- und Steuerdiskussion. "Im Mai war die Verunsicherung vor allem in Deutschland groß."

   Laut Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, führten die veränderten Rahmenbedingungen auch zu einer Umorientierung der Verbraucher hin zu kleineren Fahrzeugen. "Dies ist eine Belastung für die deutschen Hersteller, die eher am oberen Ende orientiert sind." Dennoch seien sie als Premiumanbieter konjunkturresistenter.

   Am stärksten war im Mai Mercedes-Benz Cars betroffen. Die Pkw-Sparte der Daimler AG verkaufte mit 111.100 Fahrzeugen 4% weniger als im Vorjahresmonat. Noch stärker gab die Kernmarke mit 5% auf 98.100 Fahrzeuge nach. "Der Rückgang bedingt sich durch den Modellwechsel der A- und B-Klasse," sagte ein Daimler-Sprecher. Hier sei eine Umrüstungspause notwendig. Am 14. Juni kommen die neuen Kompaktmodelle auf den Markt.

   Auch der kleine Geländewagen GLK und die überarbeitete M-Klasse dürften 2008 noch für mehr Absatz sorgen. Entsprechend optimistisch ist Daimler: "Wir bestätigen unsere Prognose für das laufende Jahr," sagte ein Sprecher. Insgesamt will Mercedes-Benz Cars den Absatz des Vorjahres von 1,3 Mio Einheiten übertreffen.

   Im Gegensatz zu Mercedes-Benz konnte der Wettbewerber Audi im Mai mit 88.200 verkauften Einheiten immerhin noch einen geringen Zuwachs von 0,8% zum Vorjahresmonat erzielen. Im bisherigen Jahresverlauf lag das Absatzplus des Ingolstädter Automobilhersteller bei mageren 1,5% auf 426.200 abgesetzte Einheiten.

   Doch die Ingolstädter, die bis 2015 ihre Wettbewerber BMW und Mercedes-Benz überholen wollen, setzen auf die zweite Jahreshälfte. "Wir haben uns für das Jahr 2008 ein Absatzziel von einer Million Automobilen vorgenommen, wobei wir starke Wachstumsraten gegenüber Vorjahr erst für das zweite Halbjahr erwarten", sagt Audi-CEO Rupert Stadler. Die Absatzzahlen für die ersten fünf Monate seien über Plan.

   Anlass für Stadlers Optimismus ist der Modellwechsel beim Audi A4. Im Mai fuhr Audi die Produktion der Limousine auf Kammlinie hoch, im Juni will Audi die volle Kapazität beim Kombimodell Avant erreichen. Ab August rechnet der Automobilhersteller mit einem deutlichen Plus durch das Volumenmodell. Zudem stehen die Markteinführungen weiterer Modelle an: Neben einem überarbeiteten Audi A3 sollen die Einführung des kleinen Geländewagens Q5 und das von Experten erwartete Facelift des A6 für einen weiteren Absatzschub sorgen.

   Von den drei deutschen Premiumherstellern am besten schnitt im Mai die BMW AG mit einem Absatzplus von 3,9% auf 133.500 Automobile ab. Allerdings legte die Kernmarke BMW lediglich um 2% zu 110.700 Einheiten zu. Von Januar bis Mai betrug die Absatzsteigerung des Münchener Automobilherstellers 6,7% auf 618.700 Einheiten.

   "Für 2008 ist der X6 bereits ausverkauft," sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. Von dem Ende April auf den Markt gekommenen Nischenmodell, eine Mischung aus Geländewagen und Coupé, lieferte BMW im Mai 1.730 Einheiten aus.

   Eine deutlich größere Bedeutung kommt den noch zu erwartenden Markteinführungen zu. Für die zweite Jahreshälfte, voraussichtlich im vierten Quartal, hat BMW eine Neuauflage des BMW 7er angekündigt. Zudem rechnen Experten noch mit der Überarbeitung des Volumenmodells 3er. Im laufenden Jahr will BMW ihre Führungsposition im Premiumsegment behaupten und mehr als 1,5 Mio Automobile ausliefern.

   "Für den restlichen Jahresverlauf sehe ich BMW und Audi etwas vor Mercedes-Benz", so Analyst Pieper. Die Mercedes-Benz S- und E-Klasse würden Rückgänge verzeichnen und bei der M-Klasse stelle sich die Frage, ob ein Facelift ausreiche. "Zudem hängt Mercedes im Vergleich zu BMW bei den Emissionen etwas hinterher."

Webseiten: http://www.audi.com http://www.bmwgroup.com http://www.daimler.com

-Von Christoph Baeuchle, Dow Jones Newswires, +49 (0)711 2287 412, christoph.baeuchle@dowjones.com DJG/cba/nas (END) Dow Jones Newswires

   June 06, 2008 10:49 ET (14:49 GMT)

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