FondsEcho-Kolumne: SJB FondsEcho. Volltanken. Allianz RCM Global Agricultural Trends (ISIN LU0342688198), MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5.
Die erhöhte Getreide-Nachfrage aus dem Ethanol-Bereich will gestillt werden. Dazu müsste allein die USA ihre Mais-Ernte in den kommenden beiden Jahren um 12 Prozent ausbauen. Speziell Mais benötigt für optimale Ernteergebnisse größere Mengen an Düngemittel als andere Getreidesorten. Traditionell setzen Industriestaaten mehr Düngemittel ein als Schwellenländer. Doch das Muster ändert sich. In den Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China ist die Nachfrage zwischen 2002 und 2007 explodiert. Im Durchschnitt lag das Nachfrage-Wachstum der vier Länder bei 45 Prozent.
Der weltweit hohe Bedarf an Düngemitteln ist mit den bestehenden Kapazitäten nicht realisierbar. Die Auslastungsquoten der Produktionsanlagen sind zuletzt von historisch niedrigen Niveaus auf Werte von 80 bis 85 Prozent gestiegen. Der Düngeranalyst Fertecon prognostiziert für die nächsten Jahre einen Anstieg der Nachfrage um 3,2 Prozent p.a. Die Entwicklung fordert neue Produktionsanlagen, also Kalium-Minen. Um das Wachstum aufzufangen, wird pro Jahr eine neue Mine mit einer Mindestfördermenge von 2 Millionen Tonnen benötigt.
Der Allianz RCM Global Agricultural Trend ermöglicht es Investoren, an dieser Entwicklung zu partizipieren. In einem antizyklischen Core-Satellite-Depot dient der Fonds als Satellit. Im Zusammenspiel den vier Kernmärkten USA, Japan, Großbritannien und Europa konserviert er nicht nur das alte Steuerrecht, sondern erhöht auch die Diversifikation des Depots. Aufgelegt wurde der Fonds am 1. April 2008. Investiert wird in Unternehmen, die landwirtschaftliche Produktionsressourcen wie Land und Wasser bereitstellen. Des Weiteren verteilt sich das 240,8 Millionen Euro große FondsVermögen auf Firmen, die Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel produzieren, lagern oder transportieren. Die USA ist mit 54,3 Prozent gewichtet. Dort kennt sich FondsManager Bryan Agbabian aus. Er verwaltet für die Allianz-Tochter RCM den Fonds von San Francisco aus. Bei den Branchen dominieren Rohstoffe mit 63,8 Prozent.
Mit 9,2 Prozent ist der US-Chemiekonzern Monsanto größte Einzelposition. Das Unternehmen wurde 1901 gegründet. Zu Beginn produzierte die Firma überwiegend den Süßstoff Saccharin und Koffein. Erst 1940 wurde der landwirtschaftliche Bereich aufgebaut. Heute ist Monsanto nicht unumstrittener Spezialist für Agrarchemie und genverändertes Saatgut mit Resistenzen gegen die eigenen Herbizide und Schädlinge. Das Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von 30,0 Milliarden Euro. Das KGV 2009 liegt bei 16,1x. Keine Schnäppchen. Aber 2007 stand das KGV bei 56,4x. Vor diesem Hintergrund: Preiswert.
Der Global Agricultural Trends startet unter schwierigen Bedingungen. Mitten in der schwersten Finanzkrise seit Jahren. Der MSCI World, Leitindex für globale Aktien, muss im laufenden Jahr ein Minus von -26,85 Prozent verkraften. Der Fonds verliert in seinen ersten sechs Monaten 31,56 Prozent.
SJB Fazit.
Der Fonds ist noch jung. Die gegenwärtige Situation an den internationalen Aktiemärkten erlaubt es ihm noch nicht, sein wahres Potenzial zu zeigen. Das Konzept, das hinter dem Fonds steht, bildet einen unübersehbaren Megatrend ab. Heute leben 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Die UNO erwartet bei mittlerer Projektion bis 2025 8,0 Milliarden und bis 2050 9,2 Milliarden Menschen. Antizyklisch und langfristig denkende Investoren nutzen den günstigen Einstieg. Und optimieren vor dem Hintergrund der Abgeltungsteuer ihr Depot.
Autor: Dr. Georg Wolf, Masterconsultant in Finance
Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter www.sjb.de.
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