AMSTERDAM (dpa-AFX) - Die niederländische Zentralbank hat noch keine Entscheidung über den Verkauf von ABN-Amro-Teilen des angeschlagenen Finanzkonzerns Fortis an die Deutsche Bank getroffen. Fortis sei von der Behörde informiert worden, dass die Transaktion wegen der aktuellen Unsicherheit an den Finanzmärkten weiter überprüft werde, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Die Deutsche Bank wollte sich zunächst nicht äußern. Zugleich kündigte Fortis an, dass auch der Verkauf der Hälfte der Vermögensverwaltung an den chinesischen Versicherer Ping An wegen der Unsicherheiten an den Finanzmärkten auf Eis liege. Ping An, die fünf Prozent an Fortis halten, zeige dafür Verständnis.
Die Entscheidung über den Verkauf von Teilen des ABN-Amro-Geschäfts an die Deutsche Bank werde bis auf Weiteres aufgeschoben, hieß es. Die Veräußerung für rund 700 Millionen Euro war im Juli beschlossen worden und sollte Anfang des vierten Quartals über die Bühne gehen. Die Transaktion war Teil der Auflagen der EU-Kommission für die Übernahme von ABN durch das Konsortium aus Fortis, der Royal Bank of Scotland und der Banco Santander im vergangenen Jahr. Für Fortis bedeutete der Deal mit der Deutschen Bank unter dem Strich ein Verlustgeschäft.
In der Zwischenzeit wurde Fortis von der Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur durch den Einstieg der Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs mit rund 11 Milliarden Euro Anfang dieser Woche konnte der Konzern vor der Pleite gerettet werden. Als Teil des Rettungspakets ist ein kompletter Verkauf der im vergangenen Jahr übernommenen ABN-Amro-Teile vorgesehen./sb/wiz