PARIS (dpa-AFX) - Der französische Telekomkonzern France Telecom gibt sich selbst mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt für den Kauf des schwedisch-finnischen Wettbewerbers TeliaSonera . Die Zwei-Wochen-Periode, in der France Telecom die Skandinavier von ihrer Offerte überzeugen und gegebenenfalls ein bindendes Angebot vorlegen will, sei nur als grober Zeitrahmen und nicht als Ultimatum zu verstehen gewesen, sagte ein France-Telecom-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP.
France Telecom hatte am 5. Juni die Kaufpläne bekanntgegeben, aber betont, dass nur eine freundliche Übernahme in Frage käme. Etwas anderes bleibt den Franzosen auch nicht übrig, hält doch der schwedische Staat 37,3 Prozent und der finnische 13,7 Prozent. Der Verwaltungsrat von TeliaSonera und Anteilseigner Schweden haben das 27,2 Milliarden schwere Angebot als zu niedrig zurückgewiesen.
France Telecom mit der Marke Orange und TeliaSonera wären gemeinsam mit 237 Millionen Telefonkunden weltweit die Nummer Vier und hätten die Marktführung in 21 Staaten. 168 Millionen Kunden würden ihren Mobilfunk nutzen und 69 Millionen die Festnetze. Außerdem wäre der Gesamtkonzern weltweit die Nummer Drei unter den Anbietern schneller Internet-Anschlüsse. Die Franzosen erwarten aus der Fusion eine erhebliche Steigerung des Gewinns. So würde der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bis 2011 jährlich im Schnitt um 2,7 Prozent zulegen. Ohne TeliaSonera erwartet France Telecom durchschnittlich ein Plus von 1,5 Prozent; der skandinavische Konzern ist deutlich rentabler als der französische./das/edh