Carat Exploration Aktie [WKN: A0J2UW / ISIN: CA14077C1023]

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20.11.2006 09:34
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GOLDINVEST-Kolumne: Carat Exploration - Junior Partner von BHP in Chile

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass BHP Billiton - wie andere große Produzenten auch - ein lausiger Explorateur ist. Nicht, dass das Know How fehlte, aber aufgrund der Kostenstrukturen ist das Explorationsgeschäft für eine BHP einfach sehr teuer. Aber auch ein 140 Milliarden Dollar Unternehmen wie BPH braucht Exploration, denn auf Dauer genügt es nicht, nur durch die Akquisition von bewiesenen Projekten zu wachsen. Die Lösung für BHP lautet "Outsourcing".

Weltweit verfolgt die Gesellschaft ca. 250 Projekte mit 85 Partnern. Man kann sagen, dass BHP regelrecht nach zuverlässigen Partnern sucht, die die technischen und finanziellen Möglichkeiten besitzen, Explorationsprojekte weiterzuentwickeln. Im Verlauf entscheidet BHP dann, ob das Projekt die Kriterien für eine BHP-Mine erfüllt. In der Regel ist das nicht der Fall, denn die Maßstäbe einer BHP sind enorm hoch. Wenn BHP ein Projekt schließlich fallen lässt, bedeutet dies also keineswegs, dass es ein schlechtes Projekt ist. Es ist für BHP einfach nur zu klein. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Kupferprojekt von Corriente Ressources in Ecuador. Corriente hat von BHP einen ganzen Kupferdistrikt geerbt. Für BHP waren die Erzgehalte nicht hoch genug. Corriente wird seine Starter-Mine voraussichtlich 2008 in Produktion bringen und bei derzeitigen Forward-Kupferpreisen die Baukosten binnen eines Jahres zurückbezahlt haben. Ein hoch profitables Geschäft!

In dieselbe Reihe wie Corriente könnte sich auch Carat Exploration (Frankfurt WKN A0J2UW, TSX CRZ.V) einreihen, allerdings steht Carat noch ganz am Anfang. Im Juli dieses Jahres wurde mit BHP Chile Inc., einer 100prozentigen Tochter von BHP, ein Optionsvertrag abgeschlossen, wonach Carat 50 Prozent der Anteile am Kupferprojekt Combarbala in Chile erwerben kann. Die Gegenleistung besteht darin, dass Carat innerhalb von drei Jahren ein Explorationsbudget von 1,25 Millionen CAD investiert. Am Ende würde ein 50/50 Joint Venture mit BHP stehen, wobei sich BHP vorbehält, innerhalb von 180 Tagen nach Inkrafttreten des Joint Ventures 70 Prozent der Anteile zu erwerben. Dies würde bedeuten, dass Carat seine Explorationsaufwendungen zurück bekommt und dennoch 30 Prozent am Projekt behält. BHP würde sich außerdem verpflichten, in diesem Fall alleine bis zu 12 Millionen CAD zum Abschluss der Vorarbeiten einer Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeits-Untersuchung (Pre-Feasibility Study) aufzuwenden. Anschließend könnte der Projektanteil von Carat wieder verwässert werden.

BHP-Geologen haben das Projekt entdeckt und dort systematisch Gesteinsproben genommen und erste geophysikalische Untersuchungen angestellt. Die Geologen vermuten, dass es sich um eine mögliche "Porphyry Copper" Vererzung handelt. Solche Systeme sind in der Regel sehr groß. Das Explorationsziel, das identifiziert wurde, liegt in einem 4 mal 4,5 Kilometer großen Areal. Bohrungen haben bisher nicht stattgefunden. Allerdings finden sich auf dem Lizenzgebiet eine Reihe von hochgradigen Venen, die an die Oberfläche treten. Solche Stellen wurden in der Vergangenheit von einheimischen "Mineros" mit primitiven Mitteln ausgebeutet. Der chilenische Staat kauft diesen Kleinunternehmen ihr Material ab. Ein zusätzliches Indiz für mögliche Kupfervorkommen hat jüngst der direkte Nachbar Teck Cominco mit seinen erfolgreichen Bohrungen geliefert. Gerüchten zufolge hat Teck sogar bei BHP wegen der Liegenschaft angefragt. So oder so: Carat Exploration hat den Zuschlag bekommen.

Zu Chile hat BHP eine ganz besondere Beziehung. Dort befindet sich die große Cash Cow des Konzerns, Escondida. Diese Kupfer-Gold-Mine allein erwirtschaftet jährlich einen Nettogewinn von 400 Millionen USD. Chile ist systematisch in vier Bezirke eingeteilt, das Combarbala-Projekt liegt im Bezirk IV. Ein Grund, warum BHP das Projekt nicht selbst weiter verfolgt, ist die Entscheidung, in Chile vor allem durch so genannte Brown-Field-Exploration zu wachsen.

Die Chance für Carat besteht darin, auf einem von BHP-Geologen vorselektierten Projekt erstmals Bohrungen vorzunehmen. Es ist beinahe so, als hätte Carat ein Freilos zugeteilt bekommen. Für die Chance ein riesiges Porphyry-Kupfer-Projekt zu entdecken, zahlt Carat gerade einmal 1,25 Millionen CAD in drei Jahren. Die Frage lautet: Wie hoch werden die Kupfergehalte sein? Wie groß ist das Vorkommen? Gibt es oxidisches Erz, das für Haufenlaugung geeignet ist? Selbstverständlich soll das Budget schneller ausgegeben werden als in drei Jahren. In den kommenden drei bis vier Monaten möchte Carat Exploration mit Hilfe von weiteren geophysikalischen Untersuchungen (IP, induced polarization) Bohrziele identifizieren. Anschließend sind 10 Bohrungen à 2.500 Meter (Reverse Circulation) geplant.

Die Stärke des Carat Managements liegt eindeutig auf der finanziellen Seite. CEO Charalambos (Harry) Katevatis war von 1976 bis 2003 Broker und Partner bei Canaccord Capital. In dieser Zeit war er für eine Vielzahl von Finanzierungen hauptsächlich im Bereich der Erz-Exploration verantwortlich. Demetreus Heras (Director) ist seit 1997 President und Eigentümer von World Wide Seafoods (1997) Ltd. und war von 1964 bis 1997 President und Eigentümer von Seven Seas Fish Co. Herr Heras war von April 1993 bis Januar 1996 Director und Chairman of the Board (Vorsitzender des Aufsichtsrates) von St. Phillips Resources Inc. In dieser Zeit handelte er eine Vereinbarung mit Royal Oak über das Kemess-Projekt im Norden von British Columbia aus. Die Vereinbarung war von großem Vorteil für die Aktionäre von St. Phillips Resources Ltd. Herr Heras war von April 1993 bis Juni 2000 President von Highgrade Ventures Ltd. (heute Brasilca Mining Corp.). Weiterhin war Herr Heras Director bei nicht börsennotierten und börsennotierten Unternehmen in den Bereichen Entwicklung von Liegenschaften und Immobilien.

Das geologische Know How bringt Paul McGuigan ein. Er ist seit 1986 selbständiger geologischer Berater und gehört seit 1996 als ordentliches Mitglied der Association of Professional Engineers and Geoscientists in der kanadischen Provinz British Columbia an. Von 1995 bis 1997 war er Director von Highgrade Ventures Ltd. und von 1991 bis 1994 Director von Dolly Varden Minerals. Er besitzt den akademischen Grad Bachelor of Science in Geologie (Honours Geology) von der University of British Columbia (1975).

In der Vergangenheit war Carat ausschließlich in British Columbia tätig. Der Fokus lag seit 2004 auf dem polymetallischen Seneca-Projekt, 120 Kilometer außerhalb von Vancouver. Die Liegenschaft erstreckt sich auf der historischen Seneca-Lagerstätte, die als polymetallisches VMS-System (Kuroko-Typ) beschrieben wurde. Die Exploration hat einen Erzkörper von "massive sulphides" sowie zahlreiche "Feeder-Systeme" entdeckt. Eine historische Schätzung durch Wright Engineers aus dem Jahr 1984 nennt für Seneca 1,5 Millionen Tonnen Erz mit durchschnittlichen Gehalten von 3,57 Prozent Zink, 0,63 Prozent Kupfer, 0,15 Prozent Blei sowie 41,1 Gramm Silber und 0,8 Gramm Gold pro Tonne. Diese Angaben entsprechen heute nicht mehr der strengen kanadischen Rechtsvorschrift NI 43-101. Carat hat die Liegenschaften in der Zwischenzeit durch Zukäufe arrondiert. Während des Bohrprogramms 2006 wurden zudem die herausragenden Gehalte in dem Zink-Kupfer-Silber-Gold-VMS-System bestätigt. Bohrung Nummer 57 brachte auf einer Länge von 2,6 Metern beispielsweise herausragende Gehalte von 0,94 Prozent Kupfer, 20,28 Prozent Zink, 100 Gramm pro Tonne Silber und 3,05 Gramm pro Tonne Gold. Das Ziel von Carat besteht darin, durch regionale Erkundung das Gesamtpotenzial des Vorkommens aufzuzeigen und gleichzeitig eine ausreichende Menge an Erz für den Beginn eines Abbaus zu identifizieren.

Bei 36 Millionen Aktien (fully diluted) hat Carat derzeit (Kurs 1,74 CAD) schon eine Marktkapitalisierung von rund 60 Millionen CAD. Die Bewertung gründet sich ausschließlich auf das fortgeschrittene Seneca-Projekt. Die Phantasie einer möglichen Entdeckung auf dem BHP-Projekt hat den Kurs noch nicht bewegt. Sollte Carat in den kommenden Monaten substanzielle Ergebnisse aus Chile melden, wäre eine wesentlich höhere Bewertung sehr schnell möglich. Andererseits bietet die weitere Entwicklung des Seneca-Projekts sowie das starke finanzielle Engagement des Managements einen gewissen Schutz vor dem Down-Side-Risiko. Die Redaktion von www.goldinvest.de empfiehlt, Carat Exploration in den kommenden Wochen und Monaten zu beobachten.



GOLDINVEST.de berichtet und kommentiert das aktuelle Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung von Minengesellschaften, insbesondere aus den Bereichen Gold- und Silber, aber auch bei Basismetallen und sonstigen Rohstoffen. Weitere Infos unter: www.goldinvest.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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