25.09.2008 16:48
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GOLDINVEST-Kolumne: Konsolidierung - Die Minenindustrie steht vor neuer Übernahmewelle

Zu sagen, dass Aktien von Bergbau- und Explorationsgesellschaften die Gunst der Anleger verloren haben, wäre wohl eine gelinde Untertreibung. 50 bis 70 Prozent Minus stehen in vielen Depots zu Buche. Viele kleinere Explorationswerte, wie etwa Vulcan Resources (WKN A0HHEF), notieren nur noch auf dem Niveau ihres Cashbestands. Aber auch führende Aktien aus dem Sektor, wie Rio Tinto, haben mehr als 50 Prozent gegenüber ihrem Hoch verloren.

Rohstoffaktien sind mit in den Strudel der globalen Finanzkrise gerutscht. Die Verbindung zur "Credit Crunch" ist in vielen Fällen ganz unmittelbar gegeben. Denn wenn bekannte kreditbasierte Hedgefonds wie Ospraie Capital oder RAB Capital aufgelöst werden, fliegen die verbleibenden Bestände einfach auf den Markt - buchstäblich ohne Rücksicht auf Verlust.

Eine Beruhigung im Markt wird es wohl erst geben, wenn diese Gelder endgültig draußen sind. Das soll wohlgemerkt keine üble Nachrede gegen "böse" Hedgefonds sein. Denn immerhin hatten sie großen Anteil daran, dass überhaupt frisches Risikokapital in den Minensektor geflossen ist. Dieses Geld befindet sich nun vielfach als realer Wert in den gut gefüllten Kassen von Juniors, die vorerst damit arbeiten können. Düster wird es erst, wenn man an die noch bevorstehenden Investitionen denkt. Die großen Summen werden ja erst noch benötigt. Hierfür fehlen vielfach die Geldgeber. Insofern spiegeln die Kurse den Zweifel daran, dass sich kleine Firmen künftig finanzieren können.

Die Frage lautet: Gibt es Zeichen für eine Wende, zumindest für Edelmetalle und Aktien aus dem Rohstoffumfeld? Dazu drei Antworten: 1. Die Preise für manche Industriemetalle aber auch für Gold erlauben den Produzenten derzeit kaum noch Margen. Operativ kann sich die Industrie kaum niedrigere Preise leisten. 2. Die zweite Antwort bezieht sich auf Beobachtungen bei der "Denver Gold Show" Anfang September. Dieser Treffpunkt der (Gold)minenwelt war Berichten zufolge der reinste "Fleischmarkt". Firmen wie Goldcorp oder Agnico Eagle konnten sich genüsslich die Präsentationen der Übernahmekandidaten anhören. Wir gehen davon aus, dass sich die jüngste Serie von Übernahmen in Kürze fortsetzen wird (man denke an die Übernahmen von Gold Eagle durch Goldcorp, Petaquilla Copper durch Inmet Mining oder Aurelian durch Kinross). Oben auf der Einkaufsliste stehen Firmen wie Osisko (8 Mio. Unzen), Premier Gold (Goldcorp-Nachbar), aber auch NovaGold (50/50 JV mit Barrick). Barrick sähe bei einem Übernahmeangebot unter 16 USD pro Aktie ziemlich smart aus, nachdem die feindliche Übernahme vor knapp 2 Jahren gescheitert war. Sobald die Produzenten Geld in Übernahmen stecken, sollte der Markt realisieren, dass die jüngste Rohstoffrallye mehr war als eine Blase. Rohstoffe werden gebraucht. Es klingt paradox, aber gerade weil die bisherige Bilanz der Industrie so enttäuschend war, sollte die Fortsetzung der Hausse desto nachhaltiger ausfallen.

3. Eine dritte Antwort kommt von Edelmetallhändlern, die uns berichten, dass sie keine physische Ware mehr bekommen können. Gold Eagle gibt es keine mehr, Maple Leaf sind erst ab Januar 2009 wieder lieferbar. Gerüchten zufolge ist eine Landesbank mit einer physischen Lieferung im Verzug, ohne dass Gründe angegeben werden. Gleichzeitig sinken die Preise - das passt nicht zusammen. John Embry, Chefanalyst bei Sprott Asset Management, vermutet massive Shortverkäufe von US Banken. Seine These lautet: "Wir werden bald eine heftige Reaktion im Goldpreis sehen."



GOLDINVEST.de berichtet und kommentiert das aktuelle Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung von Minengesellschaften, insbesondere aus den Bereichen Gold- und Silber, aber auch bei Basismetallen und sonstigen Rohstoffen. Weitere Infos unter: www.goldinvest.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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