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GOLDINVEST-Kolumne: Was hat Monument Mining Limited, das andere nicht haben?
Die neuen Investoren haben sich also mit fast 50 Prozent ins Unternehmen eingekauft. Im Gegenzug ist das Unternehmen nach dieser Finanzierung, die die Option auf eine Wandelanleihe über 10 Mio. CAD einschließt, bis zum Produktionsstart voll finanziert. Diese Transaktion muss im gegenwärtigen Marktumfeld schon als kleine Sensation angesehen werden. Insbesondere Gold Juniors tun sich derzeit bekanntlich extrem schwer frisches Kapital zu finden. An der TSX hat es im ganzen ersten Halbjahr unseres Wissens keine vergleichbare Transaktion gegeben (Agrartitel stehen auf einem anderen Blatt).
Was also hat Monument, das andere nicht haben? Was hat die Investoren - es handelt sich um eine Gruppe erfahrener Risikokapitalgeber (keine Bank) - bewogen, gerade jetzt bei Monument einzusteigen? Zunächst einmal wohl dies: Monument Mining ist kein Explorationsunternehmen mehr. Monument verfügt über ein produktionsreifes Gold-Projekt mit Infrastruktur und einheimischem, erfahrenen Personal in einem Land (Malaysia), das enorme Kostenvorteile bietet. Die Selinsing Mine, die als Ausgangspunkt für das weitere Wachstum dient, war schon einmal in Produktion – allerdings haben die Vorbesitzer sich mangels technischer Expertise nur mit dem "free milling Gold" beschäftigt. Auch in den Abraumhalden sitzt aus diesem Grund noch ein erhebliches Potenzial. Dieses Restgold von der Halde ist deshalb wichtig, weil es erstens sofort verfügbar ist und zweitens als Beimischung zum frischen Erz für die Produktion verwendet werden kann. Denn das A & O beim Bergbau ist die gleichmäßige Beschaffenheit des zu verarbeitenden Materials.
Das Monument Management besitzt gerade bei der Ausbeutung von Abraumhalten (Tailings) große Erfahrung. Robert Baldock (67), ein gebürtiger Australier, ist mit dem Aufarbeiten von Tailings in Australien groß geworden. In seiner Laufbahn hat er schon sechs Minen (wieder) in Betrieb gebracht. Selinsing ist für den Oldtimer die Nummer sieben. Man kann also voraussetzen, dass Monument erstmals "State of the Art" Bergbautechnik auf das Projekt bringt. Es sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass Baldock mehrere Jahre an Vorbereitung investiert hat. Er kam ursprünglich als Konkursverwalter mit Selinsing in Berührung, erkannte das Potenzial, ordnete die rechtliche Struktur neu und akquirierte schließlich das bereits um Buffalo Reef (185.000 Unzen) erweiterte Projekt vor ziemlich genau einem Jahr für 10 Mio. CAD für Monument. Zuvor ließ er allerdings sämtliche Daten durch Probebohrungen unter Aufsicht der unabhängigen Ingenieure von Snowden überprüfen. Das Ziel war von Anfang an ein sich selbst tragendes Wachstum aus dem Cash Flow baldiger Goldproduktion, unabhängig vom Finanzmarkt. Dieser Businessplan unterscheidet Monument von der überwiegenden Zahl der konventionellen Explorationsgeschichten nach kanadischem Muster, deren Ziel das Sammeln von Ressourcen ist.
Die unmittelbar abbaubare Reserve auf Selinsing ist mit 231.000 Unzen bei einem Durchschnittsgehalt 1,49 g/t weder riesig noch besonders hochgradig, aber sie reicht beim angestrebten Produktionsvolumen von 40.000 Unzen jährlich für mindestens fünf Jahre. Die Gesamtressource in Selinsing und Buffalo Reef beläuft sich auf 800.000 Unzen. Alle Angaben zu Ressourcen sind nach kanadischem Standard 43-101 geprüft. Das wichtigste für den Abbau sind jedoch die günstigen Rahmenbedingungen wie geringe Abraummengen (das Verhältnis beträgt 3,25 zu 1 wobei die Anfangsreserve in einem Hügel sitzt) und kurze Transportwege. Hinzu kommen niedrige Löhne, ungefähr ein Fünftel der kanadischen Niveaus, und Elektrizität aus dem Netz für 0,05 USD die Kilowattstunde. Obendrein gewährt der malayische Staat noch fünf Jahre Steuerfreiheit auf Gewinne. Das Rechtssystem in dem demokratischen Land ist das Erbe der britischen Kolonialherren. Baldock hat als Konkursverwalter sogar die Zulassung vor Gericht erworben.
Der Monument Nachbar und Mitaktionär Avocet Mining PLC (10 Prozent nach Kapitalerhöhung) betreibt die 40 Kilometer benachbarte Penjom Mine. Avocet liefert in vielfacher Hinsicht das Modell für Monument. Avocet ging vor 13 Jahren in Produktion und hat seitdem 1 Mio. Unzen abgebaut und ein Ressourcenpolster von einer weiteren Million Unzen aufgebaut. Die Ausgangsposition war dabei deutlich kleiner als die von Monument heute. Die Produktionskosten (Cash Cost) von Avocet liegen laut Quartalsbericht vom April 2008 bei 316 USD pro Unze. Diese Zahl zeigt, was in Malaysia möglich ist. Auch Monument hat deshalb gute Voraussetzungen, ein Low-Cost-Produzent zu werden. Mehr noch: Die Beschaffenheit der Avocet Goldvorkommen - 40 Kilometer von Monument entfernt - bietet interessante Aufschlüsse. So hat Avocet festgestellt, dass die Goldgehalte ab einer Tiefe von 60 Metern erheblich zunehmen und zum Teil extrem hochgradig (> 1 Unze) werden können. Erste Explorations-Bohrresultate auf Buffalo Reef von Monument deuten auf ein ähnliches Muster. Auch das Tiefenpotenzial in Selinsing ist noch nicht angemessen erkundet.
Die Grube von Avocet ist aus kleinen Anfängen auf heute zwei Kilometer Länge angewachsen. Auch das ist sicher ein Ansporn für Monument. Die Investmentphantasie von Monument besteht in der Vermutung, dass Selinsing Teil einer 4,2 Kilometer langen Anomalie ist, die sich in Nord-Südlicher Richtung erstreckt. Ein aggressives Explorationsprogramm wird testen, ob und wie die Dinge zusammenhängen. Das frische Geld wird u.a. zum Kauf von zwei Bohrgeräten benutzt, die das dritte Gerät vor Ort ergänzen. Monument wird mit dem Geld im "Tank" seine Geschwindigkeit und seine Ausdehnung ändern. Die ursprüngliche Akquisition von Selinsing (siehe oben) umfasste gerade 2.000 Acres (800 ha). Monument hat aber angekündigt, dass das Unternehmen sein Gebiet entlang des 4,2 Kilometer langen Goldtrends in Kürze auf 32.000 Acres (13.000 ha) vergrößern wird. Es handelt sich hierbei nicht um jungfräulichen Grund und Boden, sondern um Liegenschaften, für die historische Daten im Wert von 40 Mio. USD vorliegen. Enthalten in der Erwerbung sind mindestens 50.000 Unzen.
Monument hat trotz der zuletzt knappen Barmittel die vergangenen 12 Monate gut vorgearbeitet. Eine Mühle für 400.000 Jahrestonnen (ca. 40.000 Unzen) befindet sich bereits vor Ort. Eine zweite, etwa dreimal so große Mühle, wurde für die spätere Expansion schon von Avocet – gegen Ausgabe von Aktien – gekauft. Monument sollte also mit der Lieferung von wichtigen Ausrüstungsgütern nicht in Verzug geraten, zumal Malaysia ein wichtiger, internationaler Lieferant solcher Ausrüstungen ist.
Robert Baldock hat angekündigt, dass die Mine schon im ersten Halbjahr in Betrieb genommen wird. Bis Ende 2009 will Monument Überschüsse erzielen. Monument betrachtet die Produktion nur als Mittel zum Zweck der Expansion. Man sollte den Cash Flow aus 40.000 Unzen Produktion keineswegs unterschätzen. Das Unternehmen spricht selbst bei einem konservativen Goldpreis von 650 USD (diese Zahl verwendet der Businessplan) von durchschnittlichen Erlösen im Verlauf der fünfjährigen Lebensdauer von 25 Mio. USD pro Jahr. Abzüglich der Kosten von 15 Mio. USD bleiben pro Jahr 10 Mio. USD für neue Investitionen, über die kalkulierte Lebensdauer also insgesamt 50 Mio. USD. Selbstverständlich stecken im Businessplan eine Menge von Unbekannten, aber die Zahlen ermöglichen immerhin (auch dem Management) eine grobe Orientierung und einen Basisfall. Bei aktuell mehr als 900 USD Gold sehen die Kennzahlen natürlich noch wesentlich besser aus. In den kommenden Monaten wird sich Monument an seinen Ankündigungen messen lassen müssen. Sollte die Rechnung von Robert Baldock aufgehen, kann aus dem kleinen Produzenten durchaus einmal eine bedeutende Bergbaugesellschaft hervorgehen. Anleger haben jetzt die Chance quasi auf Augenhöhe mit den Großinvestoren einzusteigen. Wie steht es mit den Risiken? Niemand kann dafür garantieren, dass Monument seinen Businessplan umsetzen kann. Die Erfahrung lehrt vielmehr, dass alles, was in diesem Geschäft schief gehen kann, auch tatsächlich schief geht. Monument hat sich gegen solche Eventualitäten immerhin best möglich geschützt. Vor der Akquisiton wurde das Goldvorkommen von unabhängiger Seite geprüft und bestätigt – man glaubt also nicht einfach Zahlen, die andere erhoben haben. Außerdem hat Monument wesentlich mehr Geld aufgenommen, als zum Produktionsbeginn veranschlagt wurde. Insbesondere die 10 Mio. CAD aus der Wandelanleihe, die Teil der Finanzierung ist, sind als Reserve für den Notfall anzusehen.
Zuletzt sei noch eine generelle Anmerkung zu den vielfachen Enttäuschungen gestattet, die der Junior Markt derzeit vielen Privatanlegern bereitet. Es schafft immerhin Klarheit, wenn man Unternehmensrisiken und Finanzmarktrisiken sauber unterscheidet, auch wenn am Ende beides auf den Kurs wirkt. Was wir derzeit bei vielen geprügelten Explorationswerten sehen, ist oft weniger damit zu erklären, dass diese nicht erfolgreich sind. Auch wenn Verzögerungen angesichts des desolaten Zustands dieser Industrie leider an der Tagesordnung sind. Das eigentliche Problem sind derzeit die Geldgeber – sprich die Institutionen – die in Not geraten sind. Fonds leiden unter Mittelabflüssen und Hedgefonds geht das geliehene Geld aus. Ergo wird verkauft, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Wir lernen daraus: Die Qualität (Stabilität) von Unternehmen ist immer abhängig von der Qualität seiner Investoren. Bezogen auf Monument bedeutet dies: Wer jetzt 38 Mio. CAD investieren kann und annähernd die Hälfte einer Firma erwirbt, der meint es ernst. Die Qualität dieses Geldes schätzen wir deshalb anders ein, als die einer typischen kanadischen Brokerfinanzierung.
GOLDINVEST.de berichtet und kommentiert das aktuelle Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung von Minengesellschaften, insbesondere aus den Bereichen Gold- und Silber, aber auch bei Basismetallen und sonstigen Rohstoffen. Weitere Infos unter: www.goldinvest.de
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
| 09.10.2008 | Monument Mining für Risikobereite | Der Aktionär | |
| 15.11.2007 | Monument Mining eine Wette wert | Der Aktionär |
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| Monument Mining | 0,1 | -3,7% |
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