OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Gegen die Pläne der Telekom , 39 ihrer 63 Call- Center zu schließen, verstärkt sich der Widerstand. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Samstag) berichtet, haben die betroffenen Kommunen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) in einem Brief aufgefordert, den Einfluss des Bundes beim früheren Staatskonzern geltend zu machen und auf eine Rücknahme des Beschlusses zu dringen.
Der Deutsche Städtetag will sich danach ebenfalls einschalten. Dessen Präsidium hat nach Informationen der Zeitung beschlossen, sich in den nächsten Tagen mit einem Schreiben an Steinbrück zu wenden. Die SPD-Bundestagsfraktion macht unterdessen mit einer Resolution öffentlich Druck. Die Parlamentarier fordern den Telekom-Vorstand auf, das Call-Center-Konzept, "mitarbeitergerecht" zu verändern. Insgesamt sind 8.000 Beschäftigten in den Callcentern der Telekom von den Schließungen betroffen, darunter 5.000 allein in NRW.
Der geballte Protest der Kommunen gegen die Telekom-Pläne geht zurück auf eine Initiative von Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Außer ihm haben der Zeitung zufolge 25 Amtskollegen den dreiseitigen Brief an Steinbrück unterzeichnet. Viele Standorte befänden sich in Regionen mit Strukturproblemen, schreiben die Bürgermeister. Vor diesem Hintergrund, "ist ein Verlust an Arbeitsplätzen, Wirtschafts- und Kaufkraft sowie Ausbildungskapazitäten nicht annehmbar", heißt es in dem Schreiben laut der Zeitung./bb/DP/he