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Geldanlage-Report-Kolumne: AOL vor Comeback!?
Der unaufhaltsame Abstieg der einstigen Internet-Großmacht America Online ist noch nicht gestoppt. Seit der spektakulären Fusion mit dem Film- und Medienkonzern Time Warner am Hochpunkt der Interneteuphorie im Jahr 2000 sind inzwischen über sieben Jahre vergangen. Mangels Bedeutung der Internetsparte für das operative Geschäft ist aus AOLTimeWarner wieder Time Warner geworden zumindest was den offiziellen Firmennamen betrifft. Nur zur Erinnerung: Ursprünglich war ja Time Warner von AOL geschluckt worden.
Aufspaltung des Konzerns Nun
mehren sich die Hinweise, dass unter dem zunehmenden Druck der Aktionäre die Internetsparte ganz ausgegliedert werden soll. Aber auch das Filmgeschäft läuft nicht rund. Am Mittwoch musste Time Warner einen Einbruch des Nettogewinns um 36 Prozent auf 771 Millionen US-Dollar bekanntgeben. Nur die Ankündigung, man werde die lukrative Kabelsparte aus dem Konzern ausgliedern, hielt die Kursverluste in Grenzen. Der Markt missbilligte seit jeher die Kombination der verschiedenen Geschäftsbereiche Film, Internet und Kabelgeschäft. Bei einer Aufspaltung dürfte jeder Teil für sich genommen wesentlich mehr Wert sein als das jetzige Konglomerat.
Was passiert mit AOL?
Wegen des rückläufigen Internetzugangs-Geschäfts fokussierte AOL sich zuletzt voll auf Internetanzeigen - und wollte das höhermargige Geschäft nach dem Vorbild Googles auf Touren bringen. Doch wieder einmal enttäuschte das Ergebnis. Gerade einmal um ein Prozent konnte der Umsatz im Werbebereich gesteigert werden. Das liegt nicht daran, dass man nicht genügend Seiten bedienen würde.
17,5 Milliarden Page Views (= Zugriffe auf eine Internetseite) umfasst das AOL-Netzwerk. Ähnlich wie bei Yahoo und CNET gelingt es der Nummer vier im Bereich Online Werbung aber nicht annähernd mit dem Geschäft so hohe Gewinnmargen zu erzielen wie Google. Die Fertigstellung der sogenannten Plattform A, in die die verschiedenen, teils zugekauften, Marketingsysteme integriert werden sollten, ging nicht schnell genug.
Der Verantwortliche für die Zusammenführung, Curt Viebranz, musste nach weniger als sechs Monaten wieder seinen Hut nehmen. Strategisch will AOL zurück zu den Wurzeln: Der Community-Gedanke unter den Mitgliedern soll wieder im Mittelpunkt stehen. Hoffnungsträger ist das rein englischsprachige soziale Netzwerk Bebo, das AOL im März für 850 Millionen US-Dollar aufgekauft hat. Der MySpace.com-Klon hat 25 Millionen Mitglieder und ist vor allem im englisch sprachigen Europa und in Ozeanien beliebt.
Mein Fazit:
AOL ist wegen eigener Probleme für Yahoo kaum der richtige Partner. Ein Kauf der Time Warner Aktie drängt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf.
Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
| 01.07.2008 | Time Warner buy | Citigroup Corp. | |
| 16.06.2008 | Time Warner buy | Stanford Financial Group, Inc. | |
| 17.03.2008 | Time Warner buy | UBS AG | |
| 12.02.2008 | Time Warner buy | UBS AG | |
| 12.02.2008 | Time Warnr neutral | Cowen and Company, LLC |
Aktien in diesem Artikel
| Time Warner | 9,3 | -0,1% | |
| Yahoo! | 13,6 | -0,2% |
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