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Geldanlage-Report-Kolumne: EnviTec - Hiobsbotschaft für Biogas!?
Sie war von den Biogasanlagen-Bauern geradezu herbeigesehnt worden: Die Erhöhung der Einspeisevergütung sollte der darbenden Branche neues Leben einhauchen.
Nur Landwirte profitieren
Das Ergebnis ist ernüchternd: Durch die Erhöhung des Güllebonus werden in erster Linie landwirtschaftliche Anlagen mit Güllevergärung und Anlagen bis 500 KW (ohne Gasaufbereitung) mit optimaler Wärmenutzung gefördert (Fachbegriff Kraft-Wärme-Kopplung KWK). Diese Anlagen werden aber meist von Landwirten errichtet und betrieben.
EnviTec und Schmack Biogas haben mit diesen Anlagen weniger am Hut. EnviTec setzte bisher auf große Biogasparks. Mittels eines Tricks in der rechtlichen Grauzone, dem so genannten Anlagen Splitting sicherte man sich bisher höhere Einspeisevergütungen.
"Anlagen-Splitting" bedeutet, dass mehrere Biogasanlagen am selben Ort als Einzelanlagen ausgewiesen worden sind und nicht als zusammengehöriges Kraftwerk. Der Hintergrund: Für kleinere Anlagen sind die Vergütungen für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom höher als für große Biogasanlagen. Diese Vorgehensweise wird nun gesetzlich strikt untersagt. Damit wird der Betrieb von Biogasparks mehrheitlich unattraktiv.
Gleichzeitig geht die Nachfrage nach kleinen Biogasanlagen, wie sie EnviTec herstellt, zurück. Die Betreiber der Parks werden nun eher große Anlagen ordern - von Schmack zum Beispiel!
Probleme für Schmack
Doch Schmack ist deswegen kein Gewinner der Novelle, sondern bekommt selbst ganz andere Probleme: Der Technologiebonus für die Gasaufbereitung wird gedeckelt. Damit ist die Kalkulation für die geplante Megaeinspeiseanlage in Schwandorf hinfällig. Experten haben errechnet, dass Schmack nun über 600.000 Euro verloren gehen.
Das lokale Straubinger Tagblatt berichtete am 12.06. bereits über eine Verschiebung des Projekts auf 2009. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. Weil Schmack ohnehin hoch verschuldet ist und in absehbarer Zeit wieder auf eine Kapitalinfusion angewiesen sein könnte, bietet die Aktie für Anleger keine sinnvolle Alternative zu EnviTec.
EnviTec ist mit einem Cashbestand von aktuell rund 90 Millionen Euro wenigstens ausreichend liquide, um eine Durststrecke überstehen zu können. Lediglich Biogas Nord könnte profitieren, weil diese speziell Anlagen für Landwirte herstellen und einen hohen Auslandsanteil haben. Doch auch die Bielefelder benötigten zuletzt eine Kapitalerhöhung, die mit 2,2 Millionen Euro noch dazu eher mickrig.
Mein Fazit:
Anleger sollten Biogas-Aktien weiter meiden. EnviTec kann dank des hohen Cashbestands die anhaltende Durststrecke aber wohl am ehesten überleben.
Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
| 23.09.2008 | EnviTec Biogas bis 18 Euro kaufen | Öko Invest | |
| 29.08.2008 | EnviTec Biogas reduce | WestLB AG | |
| 28.08.2008 | EnviTec kaufen | SES Research GmbH | |
| 11.07.2008 | EnviTec kein Kauf | Prior Börse | |
| 01.07.2008 | EnviTec Biogas kaufen | Öko Invest |
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