06.01.2009 10:15
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Geldanlage-Report-Kolumne: Ihr Geld - Was sich 2009 ändert! - Teil 2 - *Themenkomplex Gesundheit

Wie immer viele Änderungen gibt es im Bereich Gesundheit. Ich habe früher mal selbst bei einer Krankenkasse gearbeitet und weiß wie häufig hier neue Gesetze und Arbeitsanweisungen beschlossen werden. Keine leichte Aufgabe für die Sozialversicherungsfachangestellten. Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass ich mich nun vor allem mit Aktien beschäftigen darf!

Aber zurück zum Thema: Zum 1. Januar wird der Gesundheitsfonds eingeführt und das bedeutet, dass alle gesetzlichen Krankenkassen einen einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent haben. Sie sollen nun versuchen, sich über die angebotenen Leistungen zu unterscheiden. Meiner Ansicht nach ist dies eher ein Schritt zurück als einer nach vorne. In dem man versucht, alle über einen Kamm zu scheren, werden die einzelnen Kassen in ihrer Gestaltungsfreiheit massiv eingeschränkt. Kosten werden so bestimmt nicht gesenkt.

Stattdessen übernimmt der Arbeitgeber nur noch 7,3 Prozent der Versicherungskosten. Zu meiner Zeit als Sozialversicherungsfachangestellter galt noch die 50:50-Regel. Letztlich zahlt also der Versicherte doppelt mehr: Durch den erhöhten Beitrag und durch den höheren Anteil an diesem Beitrag, der auf ihn entfällt.

Damit nicht genug haben die Krankenkassen die Möglichkeit, noch einen Zusatzbeitrag zu erheben, wenn sie in Finanznöte kommen. Dieser darf allerdings maximal ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens des Versicherten nicht überschreiten. Zusätzlich wird dadurch ein Sonderkündigungsrecht ausgelöst.

Auch die Beitragsbemessungsgrenzen für die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung werden angehoben. In der Krankenversicherung muss beispielsweise künftig bis zu einem Betrag von 3.675 Euro pro Monat der Beitragssatz bezahlt werden. Bisher lag die Grenze bei 3.600 Euro.

Als "Dank" für die höheren Beiträge werden die Leistungen für gesetzlich versicherte Selbstständige weiter gekürzt. Das Krankengeld wird für diese Gruppe gestrichen. Der Beitragssatz beträgt dafür zwar nur 14,9 Prozent, was aber immer noch relativ hoch ist und für viele Selbstständige deutlich über dem zuletzt gezahlten Betrag liegt. Da hilft nur eins: Privat versichern!

Diese privaten Versicherer müssen ab 01.01. einen Basistarif anbieten, wo sämtlichen Versicherten trotz Vorerkrankungen die Aufnahme genehmigt werden muss! Der Leistungsumfang soll in etwa dem der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen. Wer bereits privat versichert ist, hat in den ersten sechs Monaten 2009, die Möglichkeit, die Kasse zu wechseln und dabei die Altersrückstellungen in Höhe des Basistarifs mitzunehmen.

Gesetzlich Krankenversicherte können allerdings nur zur Privaten wechseln, wenn sie mindestens drei Jahre in Folge mehr als 48.600 Euro verdient haben. Alle anderen müssen sich damit trösten, dass wenigstens der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung kurzfristig von 3,3 auf 2,8 Prozent sinkt, bevor er dann aber ab Juli 2010 wieder auf 3,0 Prozent angehoben wird.

*Stichwort Familienplanung

Das Kindergeld für die ersten beiden Kinder wird von 154 auf 164 Euro pro Monat angehoben. Immerhin. Für das dritte Kind gibt es 170 Euro, ab dem vierten 195 Euro.

Gleichzeitig erhöht sich der Kinderfreibetrag von 3.648 auf 3.864 Euro, der für Betreuung, Erziehung und Ausbildung bleibt mit 2.160 Euro unverändert. Der gesamte Steuerfreibetrag pro Kind liegt damit bei 6.024 Euro.

Das ist durchaus ein zusätzlicher Anreiz an die Familienplanung zu denken, finde ich. Zumal dann ja auch noch eine günstigere Steuerklasse winkt.

Wenn Sie vorher heiraten möchten, können Sie dies nun auch ohne Standesamt machen. Die kirchliche Trauung reicht aus. Allerdings entstehen dann einige Nachteile: Per Gesetz gilt das frisch vermählte Paar dann weiter als nicht-eheliche Lebensgemeinschaft, bei der Einkommenssteuererklärung kann keine gemeinsame Veranlagung erfolgen und bei einer Trennung gibt es weniger Anspruch auf Unterhalt. Im Todesfall geht der andere Partner sogar leer aus, sofern kein Testament vorliegt. Wirklich Sinn macht diese Regelung also nicht.

MEIN FAZIT:

- Unter dem Strich steigt die Abgabenlast in 2009 wieder einmal. Ein besonderes Ärgernis sind die drastisch erhöhten Bußgelder für Autofahrer. - Vorteile gibt es für Versicherungsnehmer und Bahnkunden, sowie für Familien. - Gesundheit kostet wieder einmal mehr bei tendenziell geringeren Leistungen. - Bauherren müssen einen Teil der Energie ab sofort mit alternativen Energieformen generieren, oder eine überdurchschnittliche Wärmedämmung des Hauses haben.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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