03.10.2008 08:38
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Geldanlage-Report-Kolumne: K+S: Jetzt einsteigen? - Düngerpreis als Zünglein an der Waage!

Es ist das alte Spiel: Kaum schaffen es die deutschen Highflyer aus der zweiten Reihe bis zur Aufnahme in den DAX, ist es vorbei mit der Herrlichkeit.

MLP ist das krasseste Beispiel, der Düngemittelhersteller K+S (seit Montag im DAX) bildet keine Ausnahme. Schon seit Wochen hat das Papier den Rückwärtsgang eingelegt - und das obwohl die Rahmenbedingungen eigentlich weiter passen.

Die Nachfrage nach Dünger weltweit steigt weiter stark an. Es besteht ein Oligopol weniger Anbieter, das durch die wenigen vorhandenen und regional stark konzentrierten Minen gefördert wird. Die Landwirte stehen unter Druck den maximalen Ertrag aus den knappen Ackerflächen herauszuholen und verwenden daher viel Dünger. All das spricht für weiter steigende Düngerpreise.

Zugleich läuft es bei K+S operativ glänzend. Erst jüngst bestätigte das Management die angehobenen Prognosen. Das KGV für 2008 liegt demnach aktuell nur bei bescheidenen acht, die Dividendenrendite schon bei 4,6 Prozent. Warum fällt die Aktie aber trotzdem?

*Vom Geheimtipp zum Mainstream

Ich sehr vor allem zwei Gründe:

Erstens korrigieren die Preise im Rohstoff- und speziell im Agrarsektor auf breiter Front. Bei sinkenden Weizen- und Maispreisen wird der Anbau für die Bauern weniger attraktiv. In der Folge wird weniger angebaut und damit weniger Dünger benötigt. Die kolportierten Schätzungen für die Preisentwicklung von Kalidünger könnten sich als zu optimistisch erweisen.

Davon hängt aber die Gewinnentwicklung bei K+S maßgeblich an. Die wahrscheinliche Versechsfachung des Gewinns in 2008 gegenüber 2007 basiert zum überwiegenden Teil auf der explosiven Preisentwicklung für Kalium-Dünger. Umgekehrt kann der Gewinn theoretisch auch entsprechend schnell wieder einbrechen.

Zweitens ist K+S inzwischen vom Geheimtipp längst zur Mainstream-Aktie mutiert. Inzwischen dürfte es kaum einen großen Deutschland-Aktienfonds geben, der die Aktie nicht zumindest gering gewichtet im Depot hat bzw. hatte. Gleichzeitig stürzten sich auch die Zocker in den letzten Monaten auf die Aktie.

*Weiteres Abwärtspotenzial begrenzt

Bedenken Sie: Die Aktie steht aktuell immer noch fast doppelt so hoch wie vor zwölf Monaten. Die Kurssteigerung beträgt in den letzten fünf Jahren immer noch über 1.000 Prozent. Das KGV erscheint zwar günstig, das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,6 für 2008 ist für einen Düngemittelhersteller historisch betrachtet aber immer noch relativ ambitioniert.

Auffällig ist auch, dass die Aktie die jüngste Erholungsbewegung bei Rohstoffaktien nicht mitgemacht hat, sondern weiter relative Schwäche zeigt. Auch wenn Zwischenerholungen jederzeit möglich sind:

Anleger sollten zumindest in Betracht ziehen, dass die Erfolgsstory für die Aktie zu Ende sein könnte und - gestatten Sie mir den Ausdruck - nicht störrisch auf ihrer Position beharren. Ich merke an den anhaltenden E-Mails zu K+S von Lesern unserer Premiumprodukte, dass das Papier offenbar immer noch die Lieblingsaktie von vielen ist.

Halten Sie es da lieber mit Nicolas Darvas, der sinngemäß sagte: "Eine Aktie ist nur dann eine gute Aktie, wenn Sie steigt."

MEIN FAZIT:

- Die Aktie des DAX-Neulings K+S kam zuletzt deutlich unter Druck.

- Trotz niedriger KGVs für 2008 und 2009 rate ich zur Vorsicht. Schwankungen beim Kalipreis führen auch zu enormen Schwankungen bei den Gewinnen von K+S und können Analystenschätzungen schnell zur Makulatur werden lassen.

- Kurzfristig könnte die Aktie nach dem heftigen Abverkauf für Trader, die auf einen Rebound spekulieren, interessant sein.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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K+S 27,9 -1,0%

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