21.08.2007 09:05
Drucken |

Schrift:

Geldanlage-Report-Kolumne: Nickel - Einstiegschance nach dem Crash!?

Lieber Geldanleger, viele Rohstoff-Investoren wähnten sich im sicheren Hafen im Falle einer heftigen Korrektur am Aktienmarkt. Aber weit gefehlt: Gerade Aktien von Rohstoff-Explorern hat es mit am heftigsten erwischt. Auch viele der hoch gelobten Nickel-Aktien kamen schwer unter die Räder.

Warum das so ist und warum sich jetzt ein Einstieg lohnt.

Weil die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt längst zu einer allgemeinen Kredit- und Liquiditätskrise geworden ist, bleiben Rohstoff-Aktien nicht von der aktuellen Korrektur verschont. Im Gegenteil: Vor allem Explorer hat es besonders heftig erwischt. Zum einen hatte dies fundamentale Ursachen: Denn die Finanzkrise droht auf die Realwirtschaft überzugreifen und damit würde auch die Nachfrage nach Rohstoffen sinken.

Viel entscheidender für die teils dramatischen Verluste ist aber, dass gerade im Rohstoffbereich enorm viele Hedge Fonds investiert sind bzw. waren. Mittelabflüsse zwangen viele in den letzten Tagen zum Abverkauf großer Bestände - ob sie wollten oder nicht. Zudem agieren Hedge Fonds oft mit einem hohen Hebel, um die Renditen aufzupäppeln. Erst das macht sie ja für viele Investoren in einem Niedrigzins-Umfeld so interessant.

Nun zeigt sich die Kehrseite der Medaille: Das heißt Verluste von ein paar Prozent beim Basispreis führen gleich zu 20 oder 30 Prozent Realverlust in den Fonds. Viele mussten die Notbremse ziehen und erhöhten damit den Druck auf die Märkte noch.

*Spekulationsblase bei Rohstoff-Explorern ist geplatzt

Dass es vor allem kleine Explorer so erwischt hat, lag zum einen an der unglaublichen Spekulationsblase, die sich in den vergangenen Monaten, ja sogar Jahren, aufgebaut hat. Hier werden Kleinanleger nach wie vor von dubiosen Börsenpamphleten in höchst spekulative Explorer gejagt und dann in Diskussionsforen gezielt Stimmung für diese Werte gemacht - während die Initiatoren in aller Ruhe ihre Positionen abverkaufen.

Mich langweilt es inzwischen, über diese Machenschaften zu schreiben. Die Mechanismen wurden alle bereits zigmal erklärt. Aber die Masche funktioniert - leider - immer wieder. Deshalb nur der einfache Hinweis: Mein Board-Indikator funktioniert besser denn je und ist ganz einfach. Schauen Sie einfach, zu welchen zehn bis 20 Aktien in Deutschlands größtem Aktien-Diskussionsforum in den letzten Tagen am meisten Beiträge vorhanden sind - und meiden Sie diese Titel dann unbedingt!

Sie können so die größten Blasen gezielt umgehen. Doch es würde zu kurz greifen, den Explorer-Crash alleine auf die "Pusher-Fraktion" zu schieben. In der allgemeinen Panik wurden zuletzt auch viele seriöse und höchst aussichtsreiche Werte aus diesem Sektor regelrecht "abgeschlachtet".

*Preiseinbruch bei Nickel

Besonders heftig hat es Nickel-Explorer erwischt. Der Preis für das "Boom-Metall" hat sich innerhalb von nur drei Monaten von 24 auf unter 12 US-Dollar je britisches Pfund mehr als halbiert. Zuvor war das Metall im Frühjahr 2006 aus einer zweijährigen Trading-Range, während der sich Nickel zwischen fünf und 7,50 US-Dollar bewegt hatte, nach oben ausgebrochen und hatte dann im Mai dieses Jahres sein vorläufiges Hoch erreicht.

Die beiden interessantesten Junior-Nickel-Explorer, Mustang Minerals und Crowflight Minerals verloren in der Spitze 70 bzw. 60 Prozent an Wert und sind nun wieder höchst attraktiv bewertet. Aber bevor wir auf die Einzelwerte näher eingehen, wollen wir uns die Perspektiven von Nickel genauer ansehen.

*China braucht Nickel - auf jeden Fall!

Nickel ist ein silbrig-weißes Metall und sehr widerstandsfähig gegenüber Säuren. Es wird vor allem als Stahllegierung zum Rostschutz verwendet. Die größten Vorkommen sind in Russland, Australien und Kanada vorhanden.

Grundlage für den starken Anstieg war damit die enorme Stahlnachfrage aus Asien, speziell China, die gleichzeitig auch den Bedarf an Nickel stark erhöhte. Die chinesischen Nickelimporte legten im vergangenen Jahr um über 50 Prozent zu. Auf Grund fehlender Rohstoffe kann China, Nickel nur in sehr geringem Umfang selbst herstellen. Das ist ein wichtiger Punkt, weil China weiter auf Nickel angewiesen ist, auch wenn es seinen Stahlbedarf jetzt selbst decken kann.

Für das Jahr 2007 rechnen Analysten eigentlich mit einem deutlichen Angebotsdefizit. Der Nickelverbrauch soll demnach bei 1,46 Milliarden Tonnen liegen, produziert werden dürften aber nur 1,44 Milliarden Tonnen. Und selbst diese Produktionsmenge wird nur dank moderner, dafür aber wesentlich teurerer Abbaumethoden erreicht.

Die aktuelle Entwicklung der Lagerbestände stellt diese Prognose jedoch in Frage. Parallel mit dem Absturz des Nickelpreises stiegen diese dramatisch an und erreichen derzeit wieder einen Wert von rund 20.000 Tonnen. Zum Vergleich: Das Tief lag im Bereich von 4.000 Tonnen. 20.000 Tonnen sind in etwa der Durchschnittswert in den vergangenen fünf Jahren.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.





Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige