23.08.2007 09:09
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Geldanlage-Report-Kolumne: Nickel - Einstiegschance nach dem Crash!? – Teil 2

*Kippt die Stahlkonjunktur?

Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Nickel-Preises hat die Stahlkonjunktur. Kippt diese, verringert sich auch die Nachfrage nach Nickel weiter. Ich hatte bereits in der letzten Hauptausgabe anlässlich der Salzgitter-Analyse von einem Einstieg in Stahlaktien abgeraten. Das erwies sich als richtig, denn am Donnerstag meldete der Stahlhändler Klöckner & Co. Gewinne, die deutlich geringer, als vom Markt erwartet, ausfielen.

Auch wenn die Duisburger in 2007 trotzdem noch mit einem höheren Vorsteuergewinn als im Vorjahr rechnen, ist die Meldung besorgniserregend. Erstmals sind Anzeichen für eine Abschwächung der Stahlkonjunktur erkennbar.

Finanzchef Gisbert Rühl äußerte sich folgendermaßen: "Aufgrund der immer noch zu hohen Bestände und der Furcht vor einer Ausbreitung der Immobilienkrise auf andere Wirtschaftszweige, haben sich ... die Rahmenbedingungen ... insgesamt schlechter entwickelt, als im Vorjahr."

Andererseits konnten aber Zahlen und Ausblick von Salzgitter selbst sowie der Österreicher Voest Alpine voll überzeugen. Momentan ist also keine klare Tendenz auszumachen, ob tatsächlich bereits der Zenit erreicht ist oder nicht.

*Rückläufige Nickelnotierungen sind bereits eingepreist

Was jedoch Nickel-Aktien derzeit so interessant macht, ist die Tatsache, dass rückläufige Notierungen bereits in den Kursen eingepreist sind. Bestes Beispiel ist Marktführer Norilsk Nickel. Die Russen sind mit einer Marktkapitalisierung von 29,5 Milliarden Euro ein echtes Schwergewicht.

Durch die Übernahme des kanadischen Nickel-Exploreres Lionore für 6,8 Milliarden kanadische Dollar, konnte die Marktstellung sogar noch ausgebaut werden. Am Dienstag meldete Norilsk offiziell, dass der Deal perfekt ist.

Nach dem jüngsten Kursrückgang liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2007 nur noch bei rund 5 - zumindest nach den Schätzungen des größten russischen Brokers Aton. Damit ist jede Menge Bewertungsspielraum vorhanden, wenn der Nickelpreis wirklich so stark fallen sollte, wie dies befürchtet wird. Experten rechnen mittelfristig mit einem Rückgang bis in den Bereich von sieben US-Dollar je Pfund.

Hinzu kommt, dass das Unternehmen den Spin-Off seiner Stromsparte plant. Der Wert dieses Teilbereichs wird von Aton alleine auf rund acht Milliarden US-Dollar taxiert. Zusätzlich kommen einige weitere Milliarden an Barmitteln. Das Kerngeschäft selbst, wird immer noch extrem niedrig bewertet.

Das alles macht das Unternehmen zu einem Basisinvestment im Nickelbereich.

Wer es spekulativer mag, der ist bei Mustang Minerals richtig. Das Unternehmen verfügt über sechs Liegenschaften in den Distrikten Ontario und Manitoba (liegt im Süden Kanadas an der Grenze zu North Dakota und Minnesota). Fünf davon (Mayville, Birdriver, Bannockburn, River Valley und East Bull Lake) werden bereits seit Jahren erfolgreich exploriert und im Rahmen von Joint Ventures betrieben. Eine gesunde fundamentale Basis ist daher vorhanden.

Das größte Potenzial bietet aber das Maskwa-Projekt in Manitoba. Dank eines vorhandenen Ressourcen-Reports (NI 43-101; kanadischer Standard) ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dort circa 100 Millionen Pfund Nickel vorhanden sind. Auf einer Sicht von zehn Jahren könnten damit jährlich circa 9 Millionen Pfund Nickel gefördert werden. Weitere 94 Millionen Pfund Nickel liegen nur 25 Kilometer vom diesem Projekt entfernt, ebenfalls auf den Liegenschaften von Mustang.

Das Nickel kann dort - sobald die Genehmigung der lokalen Behörden erteilt worden ist - im Tagebau abgebaut werden. Dadurch können die Kosten niedrig gehalten werden, was Maskwa sehr profitabel für Mustang machen könnte. Der Net Present Value (Kapitalwert = abdiskontierter zukünftiger Cash-Flow) liegt nach Berechnungen von Analysten aktuell bereits bei 90 Millionen kanadischen Dollars - bei einem Nickelpreis von sieben US-Dollar je Pfund wohlgemerkt. Aktuell liegt dieser ja immer noch bei 11,87 US-Dollar.

*Mustang notiert 70 Prozent unter Wert

Die aktuelle Marktkapitalisierung von Mustang liegt beim aktuellen Kurs von 0,32 Euro aber nur bei 20 Millionen Euro (entspricht 28,6 Millionen kanadische Dollars). Aktuell kann das Papier damit fast 70 Prozent(!) unterhalb seines Kapitalwerts erworben werden. Das Kursziel für die Aktie sahen die Analysten von Jennings im Frühjahr noch bei 2,15 kanadischen Dollars. Aktuell notiert die Aktie bei 0,45 kanadischen Dollars.

Der wesentlich größere australische Nickel-Produzent Western Areas (354 Millionen Euro Marktkapitalisierung) hat sich bereits mit 14 Prozent an Mustang beteiligt. Auch institutionelle Anleger haben das Potenzial des Papiers erkannt und sich beteiligt. Dies ist insofern wichtig, als für die künftige Exploration bzw. für den Nickelabbau zusätzliches Kapital erforderlich sein wird.

Darin ist wohl auch die Begründung für die drastische fundamentale Unterbewertung zu suchen. Offenbar traut der Markt dem Unternehmen nicht mehr zu, die Finanzierung zu sichern. Ich halte diese Gefahr auf Grund der illustren und kapitalkräftigen Anteilseigner für relativ gering.

Die Aktie ist damit auf dem aktuellen Niveau ein Vervielfachungskandidat, allerdings auf Grund der üblichen Risiken bei Explorern nur für sehr spekulative Anleger geeignet.

MEIN FAZIT:

+ Nickel-Aktien sind derzeit extrem günstig

+ Ein möglicher weiterer Rückgang des Nickelpreises ist damit in den aktuellen Kursen bereits enthalten

+ Aktuell ergibt sich eine hervorragende Einstiegschance für konservative Anleger (Norilsk Nickel) und risikofreudige Spekulanten (Mustang Minerals)

- Ab 2008 könnte es zu einem Überangebot an Nickel kommen, das den Preis weiter drücken dürfte



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.





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