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Geldanlage-Report-Kolumne: Nordex - Windenergie im Sonderangebot!?
Während die in der letzten Ausgabe vorgestellte Repower-Aktie auch während der aktuellen Turbulenzen am Markt - wie die eigenen Offshore-Anlagen - stabil in der Brandung steht, ist Konkurrent Nordex bei Anlegern in Ungnade gefallen - und dafür gibt es gute Gründe:
Wie schon 2007 konnte das Management auch in den ersten beiden Quartalen 2008 die angestrebten Gewinnmargen nicht im Entferntesten erreichen. Statt wie von Analysten prognostiziert über 80 Millionen Euro, wird nun nur noch ein Gewinn vor Steuern von 60 bis 66 Millionen Euro angestrebt. Nach dem schwachen ersten Quartal hatten Analysten die Gewinnwarnung schon befürchtet.
Expansion nicht im Griff
Kritiker fordern einen neuerlichen Vorstandswechsel nachdem es gleich an mehreren Stellen zu Komplikationen gekommen ist: In China musste der Produktionschef gehen, in den USA läuft der Aufbau des Teams nicht wie geplant und in Italien und Großbritannien waren die Projekte schlecht kalkuliert.
Eine Rolle bei der Planverfehlung haben wohl aber auch die nach wie vor steigenden Stahlkosten gespielt. Diese führen zu höheren Komponentenpreisen für die von Nordex produzierten Windkraftanlagen. Die Analysten von Chevreux vermuten in ihrer jüngsten Studie, dass hier sogar die Hauptursache der Probleme der Norderstedter liege.
Unserer Ansicht nach ist es wohl auch kein Zufall, dass Repower mit seiner besonderen Expertise bei Offshore-Anlagen seit langem schon von Übernehmern umworben worden ist (und inzwischen ja mehrheitlich zu den Indern Suzlon gehört) während die offenbar abgabewilligen Nordex-Großaktionäre immer noch nicht zum Zug gekommen sind. Offenbar schätzen Investoren die Chancen bzw. die möglichen Gewinnmargen bei Offshore-Windkraftanlagen im stark subventionierten Europa, insbesondere in Deutschland, wesentlich höher ein.
Immer noch hoch bewertet
Klar, Nordex schafft wohl in 2008 erneut ein Wachstum von 50 Prozent. Aber was nutzt dies, wenn die Margen davon nicht profitieren? Nordex wäre nicht das erste mit hohen Vorschusslorbeeren ausgestattete Unternehmen aus einer Wachstumsbranche, das mit einer zu schnellen Expansion Schiffbruch erleidet.
Immerhin: Nach dem heftigen Kursrückgang von in der Spitze über 45 Prozent seit Mai sind die Bewertungsrelationen wieder in attraktivere Regionen gekommen und ähnlich gelagert wie bei Aixtron. Irritierend ist allerdings, dass die Aktie am Donnerstag die Gegenbewegung am Gesamtmarkt quasi nicht mitgemacht hat.
Mein Fazit:
Es dürfte für das Unternehmen schwierig werden, den Vertrauensverlust bei den Anlegern wieder wettzumachen. Derzeit drängt sich ein Kauf nicht auf.
Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
| 21.11.2008 | Nordex Upgrade | Commerzbank Corp. & Markets | |
| 20.11.2008 | Nordex reduce | WestLB AG | |
| 20.11.2008 | Nordex reduzieren | Independent Research GmbH | |
| 20.11.2008 | Nordex sell | Cheuvreux SA | |
| 18.11.2008 | Nordex sell | Deutsche Bank AG |
Aktien in diesem Artikel
| Nordex | 8,6 | -3,5% |
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